Riesenpapillenkonjunktivitis: Eine Komplikation bei Kontaktlinsenträgern

Die Riesenpapillenkonjunktivitis, auch Riesenpapillenbindehautentzündung genannt, ist eine Sonderform der chronischen allergischen Konjunktivitis und eine häufige Komplikation bei Kontaktlinsenträgern. Etwa 6 Prozent der Menschen, die über viele Jahre Kontaktlinsen getragen haben, sind betroffen.MeinAllergiePortal sprach mit Dr. med. Katharina Schröder, Fachärztin an der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Düsseldorf über Symptome und Therapie.

Frau Dr. Schröder,  wie äußert sich eine Riesenpapillenkonjunktivitis?

Bei der Riesenpapillenkonjunktivitis bilden sich unter dem Oberlid die sogenannten Riesenpapillen, d.h. rundliche Schwellungen der Bindehaut mit einem Durchmesser > 1mm . Diese können durch das Reiben des Lids auf der Hornhaut beim Öffnen und Schließen des Auges zu Hornhautschädigungen führen. Durch die Hornhautschädigungen kann es zu Geschwüren, Narben oder Gefäßeinsprossungen kommen.

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Was sind die Ursachen für die Riesenpapillenkonjunktivitis?

Die Ursachen für die Riesenpapillenkonjunktivitis sind Ablagerungen auf der Kontaktlinsenoberfläche, die zu allergischen Reaktionen und Entzündungsreaktionen führen.

Das Risiko für die Entwicklung der Riesenpapillenkonjunktivitis steigt mit der Tragedauer der Kontaktlinsen. Träger von Jahreskontaktlinsen sind deutlich häufiger betroffen als die Träger von Kontaktlinsen mit kürzeren Austauschintervallen. Bei Trägern von weichen Kontaktlinsen besteht ein etwas stärkeres Risiko als bei Trägern formstabiler Kontaktlinsen.  

Augenprothesen oder hervorstehende Nähte nach Augenoperationen können ebenfalls eine Riesenpapillenkonjunktivitis auslösen.

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Worauf ist man allergisch, auf die eigenen Proteine in den Ablagerungen?

Ja, ursächlich sind Protein- und Fettablagerungen aus dem Tränenfilm, die sich auf der Kontaktlinsenoberfläche ansammeln und die während eines Kontaktlisensdesinfektionszyklus immer nur zum Teil entfernt werden. Die Ablagerungsneigung ist abhängig von der Geometrie und Oberflächenbeschaffenheit der Kontaktlinse sowie von einer korrekten Anpassung der Kontaktlinse an die Augenoberfläche.


Welche Therapien gibt es bei der Riesenpapillenkonjunktivitis?

Die erste und wichtigste Maßnahme ist es zumindest vorübergehend, auf die Kontaktlinsen zu verzichten und eine Brille zu tragen. In leichten Fällen führen dann Tränenersatzmittel  zu einer deutlichen Besserung der Symptome. Eine weitere Therapiemöglichkeit sind antiallergische Augentropfen. In schweren Fällen stehen, zeitlich begrenzt, Kortison-Augentropfen zur Verfügung.

Kann man wieder Kontaktlinsen tragen, wenn die Symptome abgeklungen sind? 

Wenn die Symptome abgeheilt sind, kann eine Neuanpassung der Kontaktlinsen bzw. eine Umstellung auf andere Kontaktlinsen erwogen werden.

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Besteht das Risiko, erneut eine Riesenpapillenkonjunktivitis zu entwickeln? Wie läßt sich dies verhindern?

Ja, das Risiko besteht. Es kann durch eine fachgerechte Anpassung der Kontaktlinsen, regelmäßige augenärztliche Kontrollen sowie eine reduzierte Kontaktlinsentragedauer reduziert werden.

Sie erwähnten die „schweren Fälle“ bei der Riesenpapillenkonjunktivitis – wie kommt es dazu?

Bei lange bestehenden Befunden und fehlender Therapie kann es zu mechanischen Schädigungen der Hornhaut kommen, die im schlimmsten Fall eine dauerhafte Sehbeeinträchtigung durch Narbenbildung nach sich ziehen. Wenn rechtzeitig eine Kontaktlinsentragepause eingelegt und eine Behandlung begonnen wird, können diese schweren Krankheitsausprägungen jedoch glücklicherweise verhindert werden.

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Frau Dr. Schröder, herzlichen Dank für dieses Interview!

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