Exogen-allergische Alveolitis EAA Farmerlunge Vogelhalterlunge

Prof. Dr. Jens-Oliver Steiß, Facharzt für Kinder und Jugendmedizin, Allergologie und Kinder-Pneumologie in Fulda und Oberarzt an der Universitäts-Kinderklinik Gießen, Funktionsbereich Pädiatrische Pneumologie

Exogen-allergische Alveolitis (EAA) bei Kindern: Wie erkennt man sie?

Welche Auslöser der exogen-allergischen Alveolitis sind bei Kindern am häufigsten?

Die häufigste Form der exogen-allergischen Alveolitis  im Kindesalter ist die Vogelhalterlunge, die von Federn und/oder Kotstaub der Vögel hervorgerufen wird. Dabei reicht ein Einzeltier  im Haushalt aus. Eine Massentierhaltung ist keine notwendige Voraussetzung zur Entstehung der exogen-allergischen Alveolitis.    

Wie sehen die Symptome der exogen-allergischen Alveolitis aus?

Die häufigsten Symptome der exogen-allergischen Alveolitis sind trockenes Hüsteln, eine Belastungsdyspnoe, Husten, feinblasige Rasselgeräusche beim Atmen, Hypoxämie und Zyanose. Selten sind Symptome wie  Fieber, Schwitzen, Frösteln und Müdigkeit. Die Symptome treten ca. vier bis acht Stunden nach Allergeninhalation auf und klingen  meist 12 bis 48 Stunden nach Allergenkarenz wieder ab.

Besteht die Allergenexposition über einen langen Zeitraum, kann sich eine  chronische Form der exogen-allergischen Alveolitis entwickeln. Die Eltern der Patienten berichten dann häufig über eine belastungsabhängige Symptomatik. Es kann zu einer über Wochen anhaltenden Dyspnoe, d.h. subjektiv empfundener Atemnot, kommen, auch trockener Husten und Auswurf sind möglich, sowie Gewichtsverlust.

Advertorial


Advertorial

 

Advertorial

Mögliche Komplikationen chronischer Fälle schließen Trommelschlegelfinger, Bluthusten sowie eine pulmonale Hypertonie, d.h. Lungengefäßhochdruck, ein.

Wie unterscheidet sich die exogen-allergische Alveolitis von anderen allergischen Atemwegserkrankungen?

Die Diagnose einer exogen-allergischen Alveolitis kann schwierig sein, da eine Reihe der Zeichen und Beschwerden den Symptomen infektiöser oder anderer respiratorischer Krankheiten ähnlich sind.

Der Verdacht auf eine exogen-allergische Alveolitis liegt immer dann nahe, wenn ein Kind fulminant respiratorische Symptome mit Hypoxämie – das ist  eine bläuliche Verfärbung verschiedener Gewebe  - und eine restriktive Lungenfunktionsstörung aufweist. Im typischen Fall bilden sich die Beschwerden im Krankenhaus, unter Karenz, mit und ohne Therapie, rasch zurück und treten anschließend zu Hause rasch wieder auf.

Differenzialdiagnostisch müssen bei verlängertem Krankheitsverlauf, Gewichtsverlust und Fieber eine Tuberkulose, eine HIV-Infektion, rezidivierende Pneumonien, Wegener-Granulomatose, Sarkoidose und idiopathische Lungenfibrose als weitere interstitielle Lungenerkrankung  und maligne Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Advertorial

 

Ein Beispiel zur Differenzialdiagnose: Eine allergische bronchopulmonale Aspergillose tritt nahezu ausschließlich bei Patienten mit Asthma oder zystischer Fibrose (Mukoviszidose) auf.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.