Katzenallergie Diagnose Therapie

Prof. Dr. med. Jörg Kleine-Tebbe zum Thema: Katzenallergie - was macht Diagnose und Therapie so schwierig?

Katzenallergie: Was macht Diagnose und Therapie so schwierig?

Kann man sagen, wie erfolgreich die AIT bei Katzenallergikern ist?

Es gibt hierzu nur wenige kleinere Studien zur Therapie der Katzenallergie mit der AIT, aber dabei hat sich durchaus eine positive Wirksamkeit gezeigt.

Eingesetzt wird die AIT aber nur bei katzenallergischen Patienten, die selbst keine Katze halten. Die subkutane Allergien Immuntherapie ist mit gewissen Risiken behaftet. Es kann zu schweren Asthmaanfällen oder zu anaphylaktischen Reaktionen kommen. Deshalb ist diese Therapie gerade für Katzenbesitzer, die daran meist das größte Interesse haben, weniger gut geeignet.

In letzter Zeit wurden auch Studien zur Therapie der Katzenallergie durchgeführt, bei denen man nicht mit dem Katzenallergen, sondern mit einem Antikörper gearbeitet hat…

In diesen Studien hat man mit Antikörper therapiert, die auch bei einer erfolgreichen Allergen Immuntherapie vom Immunsystem gebildet werden: Es handelt sich dabei um Immunglobuline aus der Unterklasse IgG4. Diese Antikörper hat man synthetisch hergestellt und zur Behandlung von Katzenallergikern eingesetzt. Die erstmalig erprobte therapeutische Ansatz war erfolgreich, allerdings benötigte man für diese Therapie relativ große Mengen des Antikörpers. Dies würde die Behandlung so teuer machen, dass die Entwicklung der Therapie wahrscheinlich nicht weiter verfolgt wird.

Man hört immer wieder, dass allergenfreie Katzen angepriesen werden, gibt es die?

Letztendlich findet man die acht Katzenallergene in allen Katzen. Das heißt, der Wunsch nach einer allergenfreien Katze lässt sich nicht realisieren. Selbst Katzen ohne Fell produzieren genug Fel d 1, so dass durch die Allergene Symptome provoziert werden.

Trotzdem kann es einzelne Katzen geben, die weniger Allergene freisetzen, als andere. Wir wissen zum Beispiel, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. Tendenziell produzieren weibliche Katzen weniger Allergene als männliche Katzen. Auch spielt es bei Katern für deren Allergenität eine Rolle, ob sie kastriert sind, oder nicht. Schließlich nimmt die Allergenität von Katzen mit zunehmendem Alter eher ab. Katzen, die überhaupt keine Allergen bilden, gibt es aber nicht.

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Es gibt auch Versuche, die Katzen selbst hypoallergen zu machen…

Diese Ansätze befinden sich noch im Forschungsstadium. Der theoretische Ansatz, das Hauptallergen der Katze Fel d 1 zu neutralisieren, scheint zu  funktionieren. Durch eine Art Impfung bildet die Katze Antikörper gegen ihr eigenes Allergen, so dass dieses zum Teil neutralisiert wird. Diese Antikörper-Spiegel scheinen aber aktuell nicht auszureichen, um das Allergen in einem für Katzenallergiker ausreichendem Maße zu beseitigen.

Herr Prof. Kleine-Tebbe, herzlichen Dank für dieses Gespräch!  

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