Katzenallergie Diagnose Therapie

Prof. Dr. med. Jörg Kleine-Tebbe zum Thema: Katzenallergie - was macht Diagnose und Therapie so schwierig?

Katzenallergie: Was macht Diagnose und Therapie so schwierig?

Eine Katzenallergie ist schwierig, weniger zur Diagnose als bei der Therapie. Während Allergien auf Pollen, Hausstaubmilben, Bienen und Wespen mit der Allergen Immuntherapie erfolgreich therapiert werden können, ist das bei der Allergie auf Katze nicht so leicht. Woran liegt das? Welche Probleme stellen sich bei der Allergen Immuntherapie (AIT) gegen das Allergen der Katze? Welche Therapieansätze gibt es und wie erfolgversprechend sind sie? Für MeinAllergiePortal erklärt Prof. Dr. med. Jörg Kleine-Tebbe, Allergie- u. Asthma-Zentrum Westend, Berlin was Diagnose und Therapie bei der Katzenallergie so schwierig macht.

Herr Prof. Kleine-Tebbe, was macht es schwierig, bei der Katzenallergie das auslösende Allergen zu bestimmen?

Die Zusammensetzung der Allergenextrakte zur Diagnose der Katzenallergie ist nicht vollständig bekannt und variabel. Man kann also nicht genau sagen, welche der acht Allergene der Katze im Extrakt vorhanden sind. Dementsprechend ist es auch nicht möglich, alle Allergene exakt zu bestimmen.

Mit der molekularen Allergiediagnostik lässt sich für viele Allergien nicht nur die Allergenquelle ermitteln, gegen die eine Sensibilisierung besteht, sondern auch die für die Sensibilisierung ausschlaggebenden Allergenkomponenten. Gilt das auch für die Katzenallergie?

Auch mit molekularer Allergiediagnostik lässt sich Bedeutung die einzelnen Allergene der Katze nicht vollständig klären. Auch wären die sich daraus ergebenden Konsequenzen nicht klar. Nur in Einzelfällen wäre die Unterscheidung, welche Komponente bei der Allergie eine vorherrschende Rolle spielt, sinnvoll. Zum Beispiel könnte es dann sinnvoll sein abzuklären, ob eine primäre Allergie auf Hunde, Katzen oder Pferde besteht, wenn der Patient beruflich mit einer dieser Tierarten in Kontakt kommt oder wenn er sich aus zwingenden Gründen eines der Tiere anschaffen möchte.

Als Faustregel gilt: Wenn nicht nur eines der Lipocaline positiv ist, also zum Beispiel bei der Katze das Fel d 4, sondern auch das Katzen-Hauptallergen Fel d 1, dann handelt es sich wahrscheinlich bei der Katze um den „primären Sensibilisator“. In anderen Worten, die Karriere zum Tierallergiker hat wahrscheinlich mit der Katze begonnen. Das bedeutet, dass dieses Tier mit seinen Allergenen die Allergiebereitschaft ausgelöst hat und eine Allergen Immuntherapie (AIT) müsste gegen dieses Allergen gerichtet sein.

Da die Zusammensetzung der Allergenextrakte für die Allergen-Immuntherapie aber nicht klar definiert ist, ist diese Information therapeutisch nicht nutzbar. Man kann schlicht nicht sagen, ob und wieviel Fel d 4 in einem Katzenallergenextrakt vorhanden ist. Lediglich die Frage nach der primären Allergenquelle, dem Ausgangspunkt der Allergie, kann man so beantworten. Das ist aber nur dann relevant, wenn multiple Sensibilisierungen gegen Katze, Hund und Pferd bestehen.   

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Die Allergenextrakte enthalten also nicht alle für eine Allergen Immuntherapie (AIT) gegen Katzenallergene relevanten Allergene?

Aktuell bestimmen die Hersteller nicht genau, welche Allergene im Allergenextrakt zur Behandlung der Katzenallergie enthalten sind. Allerdings gehören die Katzenallergene auch nicht zu den Standardallergenen, weil die AIT bei Katzenallergikern nur sehr selten durchgeführt wird. Der Aufwand zur Charakterisierung und Standardisierung der Allergenprodukte zur Therapie von Tierhaarallergien wird deshalb allgemein gering gehalten.

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