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Prof. Monika Raulf im Interview zum Thema: Allergie auf Hund und Katze - die Allergene sind überall!

Allergie auf Hund und Katze: Die Allergene sind überall!

Allergene von Hunden und Katzen findet man in den Wohnungen von Hunde- und Katzenbesitzern – sollte man meinen. Aber: Auch im öffentlichen Raum trifft man auf die Übeltäter. In ihrer Studie hat Prof. Monika Raulf, Kompetenzzentrum Allergologie/Immunologie, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA) untersucht, wo die Allergene von Hunden und Katzen im öffentlichen Raum lauern – mit erstaunlichen Ergebnissen, denn sie sind überall.

Frau Prof. Raulf, in welchen öffentlichen Räumen findet man Allergene von Hunden und Katzen?

Durch zahlreiche Studien konnte bestätigen werden, dass auch in öffentlichen Bereichen wie Schulen, Kindertageseinrichtungen, Krankenhäusern, Hotels, öffentlichen Verkehrsmitteln etc. Hunde- und Katzenallergene nachweisbar sind, obwohl keine Tiere vorhanden waren.

Welche weiteren Allergene findet man dort?

Unsere Untersuchungen zur Allergenbelastung z.B. in den Kindertageseinrichtungen zeigen, dass neben Hunde-, Katzen- und Hausstaubmilbenallergene auch das Mausallergen Mus m 1  nachweisbar war. Im Rahmen unserer Längsschnittstudie, die wir zum Einfluss von Expositionen auf die Entwicklung von Sensibilisierung und allergischen Beschwerden bei Studienanfängern in der Veterinärmedizin durchführen, haben wir in den Proben aus den Haushalten der angehenden Veterinärmediziner auch nach Pferde- und Rinderallergene geschaut. Pferde- bzw. Rinderallergenkonzentrationen der Proben aus den Wohnungen lagen umso höher, je häufiger Kontakt zu den Tieren bestand.

Wie hoch ist die Allergenkonzentration von Hundeallergenen und Katzenallergenen im öffentlichen Raum? Gibt es verstärkende Faktoren?

Unsere Untersuchungen in den KiTas und parallel dazu den Haushalten ergaben, dass die Konzentrationen an Milben-, Maus-, Katzen- und Hundeallergenen in vielen KiTas höher waren als in den parallel untersuchten Haushalten. Die Konzentrationen an Hunde- und Katzenallergenen erreichten in einigen KiTas Größenordnungen vergleichbar mit Haushalten, in denen Tiere gehalten wurden. Es zeigte sich, dass der Allergengehalt signifikant von der Jahreszeit, dem Raumtyp und auch der Anzahl der Polstermöbel abhing.

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Welche grundsätzlichen Erkenntnisse konnten Sie in Ihrer KiTA-Studie gewinnen?

Im Rahmen unserer Studie zur Allergenbelastung in Kindertageseinrichtungen (KiTas), die von der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen initiiert wurde, haben wir  in 20 Kitas aus Nordrhein-Westfalen von Fußböden und anderen Oberflächen viermal im Jahr Proben genommen. Außerdem wurden in den KiTa-Räumen und parallel dazu in den Wohnungen der Kinder und Erzieher in den vier Jahreszeiten für jeweils 2 Wochen Passivsammler ausgelegt. Mit dieser Methode wird Staub mittels elektrostatischen Tüchern gesammelt, die in etwa 1,8 m Höhe für 2 Wochen ausliegen. Die Allergene wurden dann in den extrahierten Staubproben mit sensitiven Immunassay quantifiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Allergenexpositionen in KiTas höher waren als in den beprobten Wohnungen und auch ein deutlicher Fremdeintrag von Katzen- und Hundeallergenen in die KiTas nachgewiesen werden konnte.

Da Innenraumallergene nicht nur in KiTas eine Rolle spielen, sondern das Thema auch an Büroarbeitsplätzen relevant ist, führten wir gemeinsam mit der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) dazu eine Studie durch. Auch diese umfangreiche Untersuchung von Büros und parallel dazu Haushalten zeigte, dass die Belastung an Hunde- und Katzenallergenen in Büros mit Haustierhaltern höher war als in Büros ohne Katzen- bzw. Hundebesitzer und die Belastung in Büros mit Haustierhaltern höher als in Haushalten ohne Katzen- bzw. Hunde waren.  

Offenbar ist es nicht so, dass, z.B. Tierepithelien, nur in Haushalten auftreten, die diese Tiere als Haustiere halten, sondern eine Verschleppung der Tierallergene zum Arbeitsplatz bzw. in öffentliche Bereiche erfolgt.

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