Hornissen

Wespenberater Peter Tauchert aus Rodgau, Betreiber der Website "Aktion Wespenschutz"

Hornissen – was sollte man über die große Wespenart wissen?

Ähnelt die asiatische Hornisse unserer heimischen Hornissenart?

Die Asiatische Hornisse ähnelt unserer heimischen Hornisse insofern, dass auch sie langlebige Völker aufbaut, die bis in den Spätherbst aktiv sind. Mit 1000 bis über 2000 Tieren sind sie jedoch wesentlich kopfstärker. Im Gegensatz zur heimischen Hornisse baut die asiatische Hornisse ihre bis 80 cm langen Nester vornehmlich freihängend in Baumwipfel und in mehr als 10 m Höhe, sodass versehentliche und „stichhaltige“ Begegnungen mit dieser Art für den Menschen eher die Ausnahme sein werden.

Angeblich soll Vespa velutina Bienenstöcke angreifen. Diese Beobachtungen sind aber zwiespältig zu beurteilen. Richtig ist, dass Vespa velutina vor Bienenbauten lauernd entdeckt wurde, weil sie dort heimkehrende  Honigbienen abfangen wollte. Überfälle und ganze Vernichtungen von Bienenvölkern verwechselt man sicher mit der Japanischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia), die aber in Europa nicht präsent ist.

Wo in Deutschland findet man die die Vespa velutina? Welche Konsequenzen hat das?

Erstmals wurde Vespa velutina im September 2014 als einzelnes Tier in Waghäusel bei Karlsruhe an einer Dahlienblüte entdeckt. Im November 2014 wurden drei weitere Funde aus dem südlichen Rheinland-Pfalz - bei Jockgrim, Minfeld und Herxheim - bekannt gegeben.  

Die Konsequenzen, d.h. die Vor- oder Nachteile, die mit dem Einwanderer Vespa velutia entstehen könnten, sind spekulativ. Man kann das bis jetzt noch nicht absehen.

Ich persönlich sehe der Sache eher etwas gelassen entgegen. Vespa velutina nigrithorax ist ein tierischer Einwanderer mehr, wie es auch schon in der Vergangenheit vorkam und weiter vorkommen wird.

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Was tun, wenn Hornissen im Garten ihr Nest bauen?

Wer einen Garten hat, sollte auch damit rechnen, dass Insekten und andere Tiere sich dort nieder lassen.

Es kommt natürlich darauf an, wo Hornissen ihr Nest bauen und wie die Gartenbesitzer zu den großen Wespen eingestellt sind. Mittlerweile belassen viele Leute eine Hornissenansiedlung und beobachten die imposanten Tiere bei der Nestversorgung.  In den allermeisten Fällen kann man sich tatsächlich den Garten mit einem Hornissennest teilen, ohne dass es zu irgendwelchen Konfrontationen kommt. Wie schon erwähnt, hat man mit den Hornissen im Garten einen guten „Schädlingsbekämpfer“ und „Blütenbestäuber“. Besonders wenn die Wespen im September beginnen, die Speisen anzufliegen, wehren die Hornissen solche lästigen Besuche ab.

Sollte allerdings doch einmal ein äußerst ungünstiger Platz von einer Hornissenkönigin ausgesucht worden sein, so kann man in den meisten Fällen mit Sicherungsmaßnahmen oder Flugumlenkungen die Sachlage entspannen.

Wenn gar nichts mehr geht, besteht die Möglichkeit, ein Hornissennest umzusiedeln. Solche Umsiedlungen müssen allerdings von einem Fachmann vorgenommen werden, der eine Umsiedlung fachgerecht durchführen kann. Diese Fachleute haben vorher spezielle Seminare besucht und haben Umsiedlungen in der Praxis, bei einem erfahrenen Umsiedler erlernen können. Solche Spezialisten sind den Umweltämtern bekannt, die ihrerseits eine Umsiedlungsgenehmigung  für die Befreiung  aus dem Bundesnaturschutzgesetz erstellen können.

Herr Tauchert, herzlichen Dank für dieses Interview!

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