Wespenstich und Allergie

Wespenexperte Peter Tauchert aus Rodgau

Wespen und ihr Verhalten: Bei welchen Arten droht ein Wespenstich?

hornissen lecken austreteden pflanzensaftHornissen lecken austreteden Pflanzensaft © Peter TauchertWarum kommen die Wespen eigentlich erst ab Mitte August "auf die Teller"?

Je nach Jahreszeit finden die Wespen bis Mitte August ausreichend Nahrung in der Natur. Nektar, Obst und Insekten sind dann im Überfluss vorhanden und in vielen Fällen knabbern Wespen auch die Rinde der Bäume und Pflanzen an, um Baum- und Pflanzensäfte zu ernten. Für die Hornisse ist z.B. im August der Saft des Flieders ein beliebtes "Flugbenzin". Übrigens ist auch der Honigtau der Blattlaus bei Wespen sehr beliebt.

Die letzten Nektartankstellen des Jahres sind wilder Wein und Efeu, die ab August blühen, aber ab August/September sinkt die Zahl der Nahrungsquellen. Es blühen dann deutlich weniger Blumen, die Blattläuse sterben ab, es gibt immer weniger Früchte und die Saftbahnen der Bäume werden geschlossen.

Hinzu kommt: Die Wespenlarven geben bei der Fütterung ein Sekret ab, das reich an Aminosäuren ist und den Arbeitswespen als Nahrung dient. In Japan hat man daraus sogar einen Energy Drink für Sportler namens VAAM (Vespa Amino Acid Mixture) entwickelt. Gegen Ende des Jahres legt die Königin aber immer weniger Eier und stirbt irgendwann. Das bedeutet, es gibt immer weniger Larven und damit auch kein Sekret mehr. Die Arbeitswespen verlieren so auch noch diese Futterquelle im eigenen Nest.

All diese Faktoren führen letztendlich dazu, dass die Wespen ihr Futter vermehrt an den gedeckten Tischen der Menschen suchen. 

Was passiert wenn die Königin tot ist und die Nester langsam absterben?

Bis zum Zeitpunkt des Absterbens haben die Arbeiterinnen große Zellen im unteren Nestbereich angelegt. Darin wurden von der Königin befruchtete als auch unbefruchtete Eier eingelegt. Aus den befruchteten Eiern schlüpfen die Wespenköniginnen, aus den unbefruchteten Eiern die Männchen, die Drohnen. Diese "Geschlechtstiere" werden bis zum Anfang Oktober von den Arbeiterinnen großgezogen. Die Drohen verlassen als erste das Nest und gehen auf den Hochzeitsflug. Die Königinnen werden noch so gefüttert, dass sie auf das Überwintern gut vorbereitet sind. Bis Mitte Ende Oktober, verlassen dann auch die jungen Königinnen das Nest, um sich zu paaren. Pro Nest fliegen bis zu tausend Königinnen aus. Nach der Paarung sterben die Drohnen und die Königinnen suchen ein passendes Quartier für die Winterruhe. Die Mortalität der Wespenköniginnen während der Winterruhe und auch in der Nestgründungsphase ist sehr hoch – von den tausend Königinnen kommen nur ca. ein bis fünf Königinnen durch.   

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Wo finden die Königinnen ihr Winterquartier?

Da gibt es viele Möglichkeiten. Wespenköniginnen überwintern in Holzstapeln, auf dem Kompost. In der Dachisolierung, in Handtaschen, in den Taschen von Arbeitshosen, die im Schuppen aufgehängt waren. Im Frühjahr, wie gesagt, wenn für 15 Tage Temperaturen von ca. 15 °C herrschen - in diesem Jahr war das bereits im März der Fall - erwachen die Königinnen aus dem Winterschlaf und der Kreislauf beginnt von Neuem.   

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Herr Tauchert, herzlichen Dank für dieses Gespräch!     

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