Allergie gegen Bienengift oder Wespengift

Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Kleine-Tebbe, Allergie- u. Asthma Zentrum Westend, Berlin.

Diagnose und SIT bei Allergie gegen Bienengift oder Wespengift

Ist ein stationärer Aufenthalt für eine SIT grundsätzlich nötig?

Wenn keine akute Gefahr droht, z.B. im Winter, besteht auch die Möglichkeit, die gesamte spezifische Immuntherapie ambulant durchzuführen, ähnlich wie bei der Pollenallergie. Dann wird in wöchentlichen Abständen über 12 bis 16 Wochen die Allergendosis gesteigert. Nach Erreichen der Höchstdosis erfolgt die Behandlung dann in 4 bis 6 wöchentlichem Abstand über 3 bis 5 Jahre.

Bleibt die Desensibilisierung gegen Bienengift bzw. Wespengift durch die Spezifische Immuntherapie nach den 3 bis 5 Jahren ein Leben lang bestehen?

Die SIT wirkt langfristig. Allerdings gibt es auch Fälle, bei denen es nach vielen Jahren durch einen Bienen- oder Wespenstich erneut zu einer allergischen Reaktion kommt. Dann sollte man erwägen, die SIT zu wiederholen.

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Gibt es bei der Spezifischen Immuntherapie gegen Bienengift bzw. Wespengift auch Risiken?

Insbesondere zu Beginn der Therapie kann es zu leichten systemischen anaphylaktischen Reaktionen kommen – wirklich schwere Reaktionen sind selten – jedoch ist dies der Grund für die anfängliche stationäre Durchführung der Behandlung.

In den besonderen Fällen, wo es zu schwereren Reaktionen kommt, besteht die Möglichkeit einer begleitenden medikamentösen Behandlung mit dem monoklonalen Antikörper Omalizumab, der die Immunantwort unterdrückt. Dies ermöglicht es, mit der Therapie fortzufahren.

Weiter sollte man parallel zur SIT bestimmte Medikamente nicht einnehmen, z.B. Betablocker oder ACE Hemmer, das sind Blutdruckmedikamente, die ein bestimmtes Enzym hemmen.

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Auch bei bestimmten seltenen Erkrankungen oder bei akuten Krebserkrankungen würde man keine SIT durchführen und im Falle einer Schwangerschaft ist bei sehr starken gefährlichen allergischen Reaktionen abzuwägen, welches Risiko zu vertreten ist.   

Herr Priv.-Doz. Kleine-Tebbe, vielen Dank für das Gespräch!

Quellen:

*Leitlinie „Diagnose und Therapie der Bienen und Wespengiftallergie“ der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA), der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umwelt¬medizin (GPA), der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ) in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI) und der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI) Allergo, J 2011; 20: 318-39, www.dgaki.de

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