Allergie gegen Bienengift oder Wespengift

Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Kleine-Tebbe, Allergie- u. Asthma Zentrum Westend, Berlin.

Diagnose und SIT bei Allergie gegen Bienengift oder Wespengift

Sie erwähnten das Stichwort Kreuzreaktionen – was bedeutet das bei der Allergie gegen Bienengift oder Wespengift?

Kreuzreaktionen können zwischen Wespen- und Bienengiften vorkommen, genauer gesagt zwischen Proteinen, die in beiden Insektengiften vorkommen. Die Extrakte, die in der herkömmlichen Diagnose genutzt werden, enthalten sämtliche Proteine der jeweiligen Gifte. Dadurch wird es schwerer, das allergieauslösende Allergen zu identifizieren.

Zu Kreuzreaktionen kann es auch dadurch kommen, dass an der Oberfläche mancher Proteine sogenannte Zuckerketten sitzen, die in ähnlicher Form auch z.B. bei Pollenallergenen oder Lebensmittelallergenen vorkommen können. Diese Kreuzreaktionen auf die Zuckerseitenketten können bei der Diagnose positive Reaktionen vortäuschen, sie beziehen sich jedoch nur auf bestimmte Zuckerseitenketten, die zu einer Bindung der IgE-Antikörper führen und nicht auf ein Allergen in Bienengift oder Wespengift.

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Bei der Pollenallergie beginnt das SIT vor dem Start der Pollensaison. Beginnt die Hyposensibilisierung gegen Bienengift oder Wespengift auch vor Beginn der warmen Jahreszeit?

Ausschlaggebend für den Beginn der Spezifischen Immuntherapie (SIT) ist die Schwere der allergischen Reaktion. Z.B. würde man im Sommer sofort mit einer SIT beginnen, wenn ein Patient eine sehr schwere allergische Reaktion auf einen Bienen- oder Wespenstich gezeigt hat. Im Sommer ist die Gefahr, gestochen zu werden, besonders groß und da sollte man keine Zeit verlieren.

Wie sieht die Spezifische Immuntherapie genau aus?

Die Behandlung erfolgt meist zunächst stationär. Innerhalb von drei bis fünf Tagen wird dem Patienten das auslösende Allergen in zunehmender Dosis subkutan, also unter der Haut, zugeführt. Ausgehend von sehr kleinen Mengen steigert sich die Dosierung auf eine Menge, die mindestens zwei Stichen entspricht. Danach ist der Schutz bereits 100prozentig gegeben, d.h. die Gefahr, durch einen Insektenstich einen anaphylaktischen Schock zu erleiden, besteht nicht mehr.

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Danach wird die Höchstdosis weiter ambulant in wöchentlichen Abständen, später in monatlichen Abständen für mindestens drei bis fünf Jahre verabreicht.

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