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Wespen wegbleiben

Wespenberater Peter Tauchert zum Thema: was passiert, wenn die Wespen wegbleiben?

Wespen: Was passiert, wenn sie wegbleiben?

Wespen können aufdringlich sein und sie produzieren, anders als die allseits beliebten Bienen, keinen Honig. Viele halten Wespen deshalb für „entbehrlich“ oder sogar „schädlich“. Das führt zu dem seltsamen Phänomen, dass man selbst in schlechten Wespenjahren, wenn die Populationen deutlich dezimiert sind, immer noch von einer „Wespenplage“ spricht. MeinAllergiePortal sprach mit Wespenberater Peter Tauchert aus Rodgau, der die Website Aktion Wespenschutz betreibt, darüber was passiert, wenn die Wespen wegbleiben.

Herr Tauchert, in den Medien liest man vom „Superwespenjahr 2019“, aber man sieht keine, wie kann man das erklären?

Im Gegensatz zum „Supersommer-Wespenjahr 2018“ ist die Saison 2019 sehr entspannt und alles andere als ein „Superwespenjahr“.

Warum gibt es in diesem Jahr weniger Wespen?

Hier kann man von zwei Faktoren ausgehen:

  1. Im „Supersommer 2018“ war es viel zu heiß. Im Hochsommer mussten sich die Wespenvölker deshalb vorrangig um die Klimatisierung des Nestes kümmern. Dabei blieb die Pflege der Brut auf der Strecke. So stagnierte auch das Aufziehen der jungen Königinnen für die Saison 2019. Es wurden also weniger Jungköniginnen und Männchen herangezogen als in den Vorjahren.
  2. Das Frühjahr 2019 war zu wechselhaft.
    Anfang April, tolles Frühlingswetter mit Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad.
    Viele der Wespenköniginnen verließen ihre Winterruhestätte und begannen mit der Nestgründung. Wenn wir uns zurückerinnern, wurde es im Mai kühl und regnerisch. Das ging über gut zwei Wochen. Während dieser Regen- und Kälteperiode erbeuteten die Wespenköniginnen keine oder wenige Insekten, um die gerade geschlüpfte Brut damit zu versorgen. Viele Nestgründungen erlagen somit den schlechten Wetter- und Futterverhältnissen, die jungen Wespen verhungerten und die abgestorbenen Nestanlagen waren natürlich verloren.

Erst ab Ende Mai wurde das Wetter besser. Nun begannen neue Nestgründungen und geschwächte Nester konnten sich erholen. Aber: Nun waren die Nestanlagen bezüglich ihres Zyklus um etwa vier Wochen zu spät. Somit sind heute die Wespennester recht klein und die Wespenstaaten bestehen aus nur wenigen Individuen.

 

Gibt es denn auch weniger solitär lebende Wespen und Hornissen?

Nun, im Allgemeinen kann man in den Medien von einem Insektensterben hören oder lesen.

Das entspricht völlig den Tatsachen und davon ist natürlich ein riesiger Kreislauf betroffen.

  1. Die Insektenfresser leiden unter dem Insektenschwund. Dazu gehören auch die Wespen, die ihre Larven mit erbeuteten Insekten versorgen.
  2. Es gibt sowohl weniger solitär lebende als auch staatenbildende Wespen, zu denen auch die Hornissen gehören. Hornissen sind übrigens die größten heimischen Wespen.

Wespen, solitär lebende Wespen und Hornissen haben ja eine bestimmte „Funktion“.

Wespen sind ein wichtiges Regulativ im Naturhaushalt. Sie bewerkstelligen drei Aufgaben, die dem Menschen sehr von Nutzen sind:

  1. Blütenbestäuber: Als Nektarverwerter helfen Wespen auch bei der Bestäubung von Blüten und Obstgehölzen.
  2. Insektenvertilger: Wespen erbeuten Unmengen an Fliegen, Stechmücken und viele andere Insekten sowie Garten- und Forstschädlinge.
  3. „Gesundheitspolizei“: Wespen helfen bei der Beseitigung von Aas.

Welche Konsequenzen hat es, wenn es dieses Jahr weniger Wespen gibt?

Da es dieses Jahr weniger Wespen gibt, ist die Population der Beute, also unter anderem der Fliegen, Stechmücken und anderer Lästlinge größer. Vielleicht hat der ein oder andere schon bemerkt, dass es in diesem Sommer sehr viele Fliegen gibt. Beim Grillen im Garten fällt dies besonders auf, wenn auf einmal zig Fliegen den Essenstisch belagern. Fliegen sind die Hauptbeute von Wespen.

Handelt es sich beim Wespen-Schwund um ein vorübergehendes Phänomen oder um einen Trend?

Ich denke, dass es ein vorübergehendes Phänomen ist. Ich beschäftige mich seit 26 Jahren mit den heimischen Wespenarten und führe darüber Statistik. Es gab in meinen Aufzeichnungen immer wieder „gute“ und auch „schlechte“ Wespenjahre. Ob es sich allerdings um einen Abwärtstrend handelt, das muss man in den kommenden Jahren beobachten …

Welche Voraussetzungen müssten gegeben sein, damit das nächste Wespenjahr besser wird?

Hauptausschlaggebend für ein gutes Wespenjahr ist das Wetter im Frühjahr und dass es natürlich genügend Beute für die Larven im Nest gibt. Natürlich ist auch der Mensch gefragt, der nicht gleich in Panik geraten muss, wenn er einmal ein Wespennest am Haus oder im Garten entdeckt. Man kann solch ein Nest aus nächster Nähe beobachten und viele interessante Entdeckungen an solch einem Nest machen. Also nicht gleich alles vernichten …

Herr Tauchert, herzlichen Dank für dieses Interview!

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