Stichprovokation Bienengiftallergie Wespengiftallergie

Univ.-Prof. Dr. Bernhard Przybilla, Allergiezentrum, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum der Universität München

Stichprovokationen bei Allergie gegen Bienengift oder Wespengift

Könnte man die Stichprovokationen auch ohne die lebenden Insekten mittels Injektion vornehmen?

Eine Stichprovokation ohne lebende Insekten funktioniert nicht. Das Problem scheint in der Aufbereitung zu liegen. Die von uns zur ASIT verwendeten Gifte sind von niedermolekularen Substanzen befreit und, im Vergleich zum natürlichen Gift, verdünnt. Dies sind wohl die Gründe dafür, dass eine "künstliche" Stichprovokation nicht funktioniert.

Gibt es generell Risiken bei den Stichprovokationen?

Bei einer Stichprovokation zur Überprüfung der ASIT-Wirkung besteht immer das Risiko einer Anaphylaxie, auch einer schweren. Glücklicherweise ist dies aber selten - bei unseren Patienten in etwa 3 Prozent. Aus diesem Grund ergreifen wir die erwähnten Vorsichtsmaßnahmen und der Patient muss wissen, dass solche schweren Reaktionen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen auftreten können. Eine lebensbedrohliche Situation kann in der Klinik in Anwesenheit der Notfallbereitschaft allerdings viel besser versorgt werden, als bei einem "zufälligen" Stichereignis im Alltagsleben, das dann wohl tödlich endet. 

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Kann es nur nach dem Stich einer Biene oder Wespe zur Anaphylaxie kommen, oder ist dies auch bei anderen Insekten möglich?

Grundsätzlich sind es die Hymenopteren, die über Gifte verfügen, die systemische Reaktionen, also Anaphylaxie, auslösen können. Dazu gehören z.B. auch die Hummeln. Allergien gegen Hummeln kommen sogar relativ häufig vor, wenn ein intensiver Kontakt zu den Tieren besteht. Hummeln werden in Gewächshäusern zum Bestäuben von Pflanzen eingesetzt und die Menschen, di e dort arbeiten, werden gestochen und können dann eine Hummel-Allergie entwickeln. Hummeln stechen meist nur, wenn man sie reizt, auf sie tritt oder sie anfasst.

Auch Hornissengift kann Allergien auslösen, allerdings sind Hornissen weniger aggressiv als Wespen. In unseren Breiten sehr selten sind Allergien auf Ameisengift. Es gibt aber z.B. in Australien und Südamerika spezielle Spezies, am bekanntesten hier ist die Feuerameise, die schwere anaphylaktische Reaktionen hervorrufen.

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Selten sind systemische Reaktionen auf blutsaugende Insekten. Diese Insekten, z.B. Mücken oder Bremsen, sondern beim Stich kein Gift ab, sondern Speichelsekrete. Es gibt Menschen, die auf die Proteine in den Speichelsekreten sensibilisiert sind und nach Kontakt eine Anaphylaxie entwickeln können.

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