Bienengiftallergie Qualität Bienengift-Allergenextrakte

PD Dr. Simon Blank, Leiter Molekulare und Translationale Allergologie am Helmholtz Zentrum München zur Qualität von Bienengift-Allergenextrakten!

Bienengiftallergie: Qualität der Allergenextrakte variiert!

Für den Erfolg der Allergen Immuntherapie (AIT) bzw. Hyposensibilisierung ist es entscheidend, dass der Patient genau mit dem richtigen Allergen therapiert wird. Das bedeutet, das verwendete Therapieallergenextrakt muss genau die Allergene enthalten, die bei diesem Patienten die Beschwerden auslösen, und das in ausreichender Menge. Relevante Allergene für Bienengiftallergiker sind die Majorallergene mit der Allergenbezeichnung  Api m 1, Api m 2, Api m 3, Api m 5 und Api m 10. Einige davon, so entdeckte ein Forscherteam um PD Dr. Simon Blank, Leiter Molekulare und Translationale Allergologie am Helmholtz Zentrum München, sind jedoch nicht in allen Allergenextrakten in ausreichendem Maße enthalten. Mit MeinAllergiePortal sprach Simon Blank über die Qualität der Allergenextrakte zur Therapie der Bienengiftallergie.

Herr Privatdozent Blank, die Qualität der Therapieallergene wird unter Experten seit einiger Zeit generell intensiv diskutiert, warum haben Sie sich für Ihre Studie gerade die Allergenextrakte zur Therapie der Bienengiftallergie ausgesucht?

Wir arbeiten seit vielen Jahren an der Erforschung der Allergene des Bienengiftes, da lange Zeit nur wenige Informationen über die Zusammensetzung relevanter Allergene bekannt waren und insbesondere die Komponenten gut erforscht waren, die in sehr großer Menge im Gift vorhanden sind. Wir konnten einige neue Allergene identifizieren und ausführlich charakterisieren. Schließlich konnten wir dann auch an großen Patientenzahlen zeigen, dass das Bienengift mehr relevante Majorallergene enthält, als man ursprünglich vermutet hatte und zudem, dass die verschiedenen Patienten auch die unterschiedlichsten Sensibilisierungsprofile mit diesen Allergenen aufweisen können. Da viele dieser Allergene schon im reinen Bienengift in nur sehr geringen Mengen vorkommen, haben wir uns als Konsequenz dann den Gehalt in den in Deutschland verfügbaren wässrigen Immuntherapiepräparaten angeschaut.

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Ihre Untersuchungen an vier Bienengift-Allergenextrakten haben gezeigt, dass nicht alle zur Therapie der Allergie gegen Bienenstiche ausreichende Mengen der relevanten Majorallergene enthalten. Gilt dies jeweils  grundsätzlich für die untersuchten Produkte oder gab es auch Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Chargen des gleichen Produktes?

Für die meisten Produkte waren unsere Ergebnisse für verschiedene Chargen sehr gut reproduzierbar. Dabei konnten wir in 2 Produkten alle 5 Allergene in verschiedenen Chargen gut nachweisen. Bei einem weiteren Produkt waren im Vergleich dazu 3 der 5 Allergene reproduzierbar unterrepräsentiert. Nur beim vierten Produkt konnten wir 2 der 5 Allergene in 2 Chargen sehr gut detektieren und in einer weiteren vorherigen Charge waren beide stark unterrepräsentiert, wobei sich bei den anderen Allergenen keine Unterschiede zeigten.

Man muss dazu auch sagen, dass wenn ein Produkt erst einmal zugelassen ist, die Hersteller keinen großen Spielraum mehr haben, den Herstellungsprozess zu modifizieren, da dies auf eine Neuzulassung hinauslaufen würde. Aber natürlich ist die Grundlage für jede verfügbare Immuntherapie das reine Bienengift, dass wie jeder Naturstoff eventuell auch eine natürliche Variabilität zeigen könnte.  

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Enthält Bienengift neben den Allergenen auch andere Substanzen?

Bienengift ist eine komplexe Mischung der unterschiedlichsten Substanzen, die zusammen die Giftwirkung vermitteln. Hierzu gehören niedermolekulare Verbindungen wie biogene Amine, z.B. Histamin oder Noradrenalin, kleine Peptide und eine ganze Reihe größerer Proteine und somit potentieller Allergene.

Niedermolekulare Verbindungen und die meisten kleinen Peptide stellen keine Allergene dar, können aber bei der Immuntherapie zu Nebenwirkungen wie Hautirritationen führen. Deshalb trennen manche Hersteller niedermolekulare Substanzen komplett vom Gift ab und reduzieren auch den Gehalt an kleinen Peptiden und werben dann damit, ein besonders hochreines Gift für die Therapie zu verwenden.

Wir vermuten aber, dass gerade diese Prozedur auch zum Verlust einzelner Allergene führen könnte. Einzelne Allergene im Gift scheinen nicht sonderlich stabil zu sein, so dass es sein könnte, dass bestimmte Aufarbeitungsmethoden zum Verlust oder zur Degradierung führen könnten.

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