Spezifische Immuntherapie Hyposensibilisierung Allergie Pferd

Prof. Dr. Ralf S. Mueller, Medizinische Kleintierklinik am Zentrum für klinische Tiermedizin der LMU München zur Hyposensibilisierung bei allergischen Pferden und wann sie helfen kann!

Spezifische Immuntherapie: Hilft Hyposensibilisierung allergischen Pferden?

Welche Allergien finden Sie beim Pferd denn am häufigsten?

Beim Pferd findet man am häufigsten Allergien auf Insekten, gefolgt von Pollenallergien, Schimmelpilzallergien und Vorratsmilbenallergien. Da es in den Ställen durch die Aufbewahrung von Heu und Kraftfutter sehr viele Vorratsmilben gibt, kommt es bei Pferden deutlich häufiger zu Allergien auf Vorratsmilben, als z.B. bei Hunden.

Ein weiterer Allergietest beim Pferd ist die Bestimmung des spezifischen IgE. Auch hier findet man eine hohe Zahl von Sensibilisierungen, die nicht unbedingt gut mit der Klinik korreliert.

Auch der sogenannte Basophilen-Degranulationstest ist ein Test zur Allergiediagnose beim Pferd. Beim Basophilen-Degranulationstest inkubiert man das frische Blut des Pferdes mit dem Antigen. Dies führt zur Degranulation der basophilen Granulozyten und der messbaren Freisetzung von Histamin. Die Testqualität des Basophilen-Degranulationstests ist vergleichbar mit den bereits erwähnten Testungen. Er hat aber den Nachteil, dass die Blutproben sehr schnell im Testlabor sein müssen, denn durch Verzögerungen oder hohe Temperaturen werden die Proben unbrauchbar.

Allergietests bei Pferden werden aktuell generell sehr kontrovers diskutiert, da man bei allen Tests auch bei gesunden Pferden stets Reaktionen auf einige der getesteten Allergene findet. Diese Pferde sind sensibilisiert, zeigen aber keine klinischen Allergiesymptome.

Wie ermitteln Sie beim Pferd, welche der zahlreichen Sensibilisierungen die allergischen Symptome auslösen?

Dafür gibt es die erwähnte Anamnese, die mit Hilfe des Pferdebesitzers durchgeführt wird. Wenn der Besitzer berichtet, dass das Pferd im Winter symptomfrei ist, aber von April bis September stets Probleme hat, schaut man sich die Gräserpollen an.

Zeigen sich die Allergiesymptome bei Pferd bereits im Februar und sind im Mai wieder verschwunden, sind eher die Frühblüher, wie Birken- oder Haselpollen, verdächtig.

Beginnen die Symptome im Sommer und halten bis in den November an, könnten Kräuterpollen, wie z.B. Sauerampfer, eine Rolle spielen.
Ganzjährig präsente gleichbleibende Symptome weisen auf Vorratsmilben hin und Symptome im Sommer, wenn die Tiere auf der Weise stehen, auf Insekten.

Auch Verteilungsmuster der allergischen Hautsymptome können einen Hinweis auf das Allergen geben.

Welche Rolle spielen die Verteilungsmuster der Hautsymptome bei allergischen Pferden?

Bei Pferden mit Insektenallergien findet man die juckenden Hautkrusten an Kopf, Bauch und Rücken, sozusagen von den Augen bis zur Schwanzwurzel. An den Beinen zeigen sich die Hautkrusten bei Insekten-allergischen Pferden hingegen höchst selten, denn da setzen sich die Plagegeister nicht gerne hin. Je nachdem, wo die Pferde im Sommer auf der Weide stehen, berichten die Besitzer, dass die Symptome an heißen feuchten Sommertagen besonders stark ausgeprägt sind und sich bei Abkühlung, auf windigen Weiden oder an windigen Tage bessern.     

Bei den Pferden mit Pollenallergien ist es genau umgekehrt. Zwar ist auch hier der Kopf betroffen, aber ansonsten zeigen sich die Symptome hauptsächlich an den Beinen und nur selten am Rücken. Oft beobachten die Besitzer, dass die Allergiesymptome ihrer Pferde nach einigen Regentagen verschwinden, weil der Regen die Pollen fortspült. Kurze Regengüsse nach langen trockenen Wetterphasen in Kombination mit Wind hingegen, führen häufig zu einer Verschlimmerung, wenn Pferde Pollenallergien haben, weil dann eine vermehrte Pollenfreisetzung erfolgt.

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