Asthma Katze erkennen behandeln

Univ. Prof. Dr. Reinhard Hirt, Interne Medizin Kleintiere, Veterinärmedizinische Universität Wien untersucht eine Großkatze

Asthma bei der Katze: Wie erkennt man es? Wie wird es behandelt? - Wie erfolgt die Diagnose des Asthmas bei Katzen?

Wie erfolgt die Diagnose des Asthmas bei Katzen?

Diese basiert auf dem Nachweis der chronischen Atemwegsentzündung und dem Ausschluss anderer Ursachen. Klinische Symptome sind nicht spezifisch und beweisen nicht das Vorliegen von Asthma.

Blutuntersuchungen können auch keinerlei eindeutigen Hinweis liefern.

Röntgenuntersuchungen des Brustkorbes, d.h. der Lunge, können mitunter Hinweise auf eine Lungenüberblähung und verdickte Atemwege liefern, bei Asthma mitunter jedoch auch unauffällig sein.

Wiederholte Untersuchungen des Stuhls auf Parasitenlarven und –eier (parasitologische Kotuntersuchung) dienen der Bestätigung eines allfälligen Wurmbefalls als Differentialdiagnose.

Der definitive Nachweis der dem Asthma zugrundeliegenden allergischen Atemwegsentzündung kann nur durch eine Probennahme aus den Atemwegen (Bronchoalveolarlavage) und anschließende Untersuchung des Materials unter dem Mikroskop erfolgen. Diese Probenentnahme kann mit „Blindtechniken“ oder unter Sicht (Bronchoskopie, Atemwegsspiegelung) erfolgen. An speziell eingerichteten Institutionen können darüber hinaus auch noch bestimmte Lungenfunktionstests durchgeführt werden, die nicht auf aktive Patientenmitarbeit angewiesen sind.

Bei Menschen helfen Asthmasprays – wie behandeln Sie Asthma bei Katzen bzw. welche Medikamente helfen und wie macht man sie der Katze „schmackhaft“?

In Ländern, in denen eine Medikamentenverabreichung, anders als in Tabletten- oder Zäpfchenform, d.h. das „Spritzen“ von Medikamenten durch den Besitzer legal ist, kann  im Notfall (Atemnotanfall) ein rasch wirkendes bronchienerweiterndes Medikament, z.B. Terbutalin, unter die Haut (ähnlich wie bei Insulin) verabreicht werden.

Alternativ kann die Verabreichung als Pumpspray (Dosieraerosol, z.B. Salbutamol) über eine Speicherkammer und eine Atemmaske, wie bei Kleinkindern mit Asthma, die auch nicht „auf Befehl“ während der Aktivierung des Sprays tief einatmen können, erfolgen. Diese rasch wirkenden Aerosol-Bronchodilatatoren dürfen aber nicht zur Dauertherapie verwendet werden.

Die langfristige Therapie erfolgt mit entzündungshemmend wirkenden Glukokortikoiden, die entweder in Tablettenform oder, seit einigen Jahren, ebenfalls als Dosieraerosol über eine Speicherkammer und eine Atemmaske 2x pro Tag verabreicht werden können.

Die Eingewöhnung kann am besten durch das alleinige Aufsetzen der Maske, gefolgt von einer Belohnung für mehrere Tage, und erst sukzessive Medikamentenzugabe erfolgen. Die Therapie kann  mit langwirksamen Bronchodilatatoren, z. B. Salmeterol, kombiniert werden.

Bei vielen Katzen kann diese Inhalationstherapie mit Pumpsprays als alleinige Behandlung erfolgen, der Vorteil: Weniger Nebenwirkungen. Bei besonders schwer betroffenen Katzen ist die Kombination mit Tablettengabe, wie gerade besprochen, in Phasen der Verschlimmerung (Exazerbation) oder dauerhaft erforderlich.

Ganz allgemein ist eine Verminderung und Verhinderung zusätzlich belastender Faktoren wie Luftverschmutzung in den Wohnräumen durch Passivrauchen, Staubbelastung, Parfums, Reinigungsmittel, etc. dringend zu empfehlen.

Herr Prof. Hirt, herzlichen Dank für dieses Interview!

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