Futtermittelunverträglichkeit Hund

Dr. med. vet. Anette Fach, Kleintierpraxis Oberursel

Futtermittelunverträglichkeit beim Hund: Auslöser, Diagnose und Therapie

Was passiert nach der Eliminationsdiät beim Hund?

Sind die die Symptome des Hundes unter der Eliminationsdiät verschwunden, möchte man sicher gehen, dass es wirklich bestimmte Bestandteile des Futters waren, die die Symptome beim Hund verursacht haben. Deshalb muss man den Hund wieder mit seinem „alten Futter“ füttern, um zu kontrollieren, ob die Beschwerden erneut auftreten. Es könnte ja auch sein, dass auch saisonale Allergene, z.B. Pollen eine Rolle spielen. Besteht tatsächlich eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit, treten die Beschwerden sehr schnell nach dem Provokationstest wieder auf – wesentlich schneller, als umgekehrt!

Studien haben z.B. gezeigt, dass bei Hunden mit einer Getreideallergie bereits nach einer guten Woche wieder Symptome auftreten. Noch schneller treten die Symptome wieder auf, wenn ein Hund Milchprodukte nicht verträgt – hier geht man von vier bis fünf Tagen aus. Die meisten Hunde mit Futtermittelallergie oder –unverträglichkeit reagieren innerhalb der ersten ein bis zwei Wochen allergisch, wenn sie das „alte“ Futter wieder bekommen.

Viele Hundebesitzer sträuben sich allerdings gegen den Provokationstest. Meist hat der Hund eine lange Leidensgeschichte hinter sich, wenn er zu uns kommt und die Besitzer wollen ihrem Hund erneute Leiden ersparen. Damit ist der letzte Beweis zwar nicht erbracht und es besteht die Möglichkeit, dass doch ein anderes Allergen dahintersteckte und die Beschwerden dann wieder auftreten, wenn es zum Allergenkontakt kommt, aber der Wunsch der Hundebesitzer ist verständlich.   

Sie erwähnten die Behandlung der Hautinfektionen...

Häufig haben die Hunde nicht nur eine Unverträglichkeit oder Allergie, die zu Juckreiz und in der Folge zu entzündeter, aufgekratzter Haut führt.  Auf die wunden Stellen setzt sich meist noch eine Infektion, die ebenfalls juckt und zu weiterem Kratzen führt. Deshalb beginnt man parallel zur Eliminationsdiät mit der Behandlung des Juckreizes und eventuell muss der Hund auch eine Halskrause tragen. Auch Parasiten wie Milben, Flöhe etc., die ebenfalls Juckreiz auslösen und die gleichen Symptome verursachen, müssen zu Beginn der Diät ausgeschlossen bzw. behandelt werden. Ob letztendlich das Futtermittel schuld an den Beschwerden war, weiß man oft erst am Ende der Behandlung, das ist manchmal ein langer Weg.

Was passiert, wenn die Eliminationsdiät die Symptome des Hundes zum Verschwinden bringt?

Dadurch, dass man viele Maßnahmen parallel durchführt, weiß man am Ende der Behandlung manchmal nicht genau, welche Maßnahme denn nun geholfen hat. Deshalb baut man – die Diät ausgenommen - die Maßnahmen Stück für Stück wieder ab und beobachtet, ob der Hund stabil bleibt. Mein Ziel ist es stets, den Hund allein über das Futter stabil zu halten, möglichst ohne Medikamente.  Mittlerweile gibt es auch einige Fertignahrungen, auf die man zurückgreifen kann, wenn feststeht, was der Hund verträgt und was nicht.

Damit sichergestellt ist, dass der Hund ausreichend versorgt ist, können wir, individuell auf den jeweiligen Hund abgestimmt, die Rationen berechnen. Der Bedarf kann abgestimmt auf Alter, Gewicht, etc. berechnet werden, auch ob das Tier kastriert ist oder nicht, lässt sich berücksichtigen. Zusätzlich kann man durch eine Blutuntersuchung den Vitamin- und Mineralstoffstatus des Hundes bestimmen und das Futter dementsprechend auf den individuellen Bedarf abstimmen.  

Und wenn die Eliminationsdiät beim Hund keine Besserung der Symptome bringt?

Wenn sich der Verdacht auf Futtermittelunverträglichkeit Allergie zerschlägt, prüft man mittels Bluttest auf Umweltallergene, wie z.B. Pollen. Auch die Flohspeichelallergie ist bei Hunden ein häufiger Auslöser von Hautproblemen.  

Frau Dr. Fach, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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