Futtermittelunverträglichkeit Hund

Dr. med. vet. Anette Fach, Kleintierpraxis Oberursel

Futtermittelunverträglichkeit beim Hund: Auslöser, Diagnose und Therapie

Gibt es bei der Futtermittelunverträglichkeit beim Hund neben den Symptomen an der Haut und dem Magen-Darm-System auch andere Symptome, z.B. Verhaltensänderungen?

Ausschließen kann man das nicht, allerdings ist dies nur in geringem Maße in Studien untersucht worden.

Bei einer  Unverträglichkeit kommt es im Körper des Hundes zu bestimmten Prozessen. Dies hat Auswirkungen auf das Wohlbefinden des Tieres, aber auch auf den Hormonhaushalt, z.B. die Schilddrüse. So kann die Schilddrüsenproduktion absinken, obwohl das Organ selbst gesund ist, weil eine andere Erkrankung, z.B. auch tatsächlich eine Allergie, vorliegt. Die Schilddrüsenwerte erwecken dann den Eindruck, es läge eine Störung dieses Organs vor, obwohl dies in anderen Ursachen begründet ist. Hunde mit einem relativ niedrigen Schilddrüsen-Hormonstatus sind häufig auch verhaltensauffällig, eventuell auch aufgrund einer anderen Grunderkrankung. Wenn es zu Verhaltensänderungen beim Hund, wie z.B. aggressives oder auch phlegmatisches Verhalten, kommt, merken das die Hundebesitzer sehr schnell und berichten dann auch darüber.

futtermittelunvertraeglichkeit bei bordeauxdogge lilliFuttermittelunverträglichkeit zeigt sich beim Hund auch durch kahle Stellen im FellUnabhängig davon  verhalten sich Hunde, die unter Juckreiz leiden, generell unruhiger. Die Besitzer stellen deshalb häufig fest, dass die Behandlung des Juckreizes auch zu einer Beruhigung des Hundes führt – die Tiere sind dann einfach entspannter und ausgeglichener.

Welches sind die häufigsten Auslöser von Futtermittelunverträglichkeiten beim Hund?

In zahlreichen Studien wird Getreide, vor allem Weizen und Soja, als ein häufiger Auslöser von Futtermittelunverträglichkeiten beim Hund genannt. Vermutlich ist dafür der hohe Glutengehalt des Weizens, der auch den Menschen Probleme bereitet, verantwortlich. Auch Mais kann beim Hund Unverträglichkeiten auslösen.

Beim Fleisch lösen in erster Linie Rind und Huhn Unverträglichkeits-reaktionen aus, aber auch auf Hühnerei kann ein Hund unverträglich  reagieren. Auch Milchprodukte sind häufig unverträglich für Hunde und auch  Unverträglichkeitsreaktionen, auf  z.B. Laktose, Ursache ist hier  eine Enzymmangel, sind beim Hund möglich. Je öfter die jeweiligen Futtermittelbestandteile im Hundefutter eingesetzt werden, desto eher kann es zu entsprechenden Reaktionen kommen. Rind- und Hühnerfleisch z.B., sind also nicht per se „unverträglicher“ als andere Fleischsorten.

Grundsätzlich kann ein Hund auf alle Futterbestandteile eine echte Allergie entwickeln bzw. unverträglich reagieren, die Symptome sind in beiden Fällen gleich.

Spielen Füllstoffe eine Rolle bei den Futtermittelunverträglichkeiten beim Hund?

Es gibt zurzeit viele Diskussionen darüber, ob Hunde getreidefreies Futter benötigen oder nicht – oft ist dies eine Glaubensfrage. Aus wissenschaftlicher Sicht kann ein Hund Getreide durchaus verwerten. Der Darm eines Hundes ist nicht mehr so aufgebaut wie der Darm des Wolfes. In den letzten Jahrtausenden der Domestizierung hat sich der Hundedarm an die veränderte Kost angepasst und kann Getreide durchaus verwerten. Getreide ist für einen Hund eine hochwertige Energiequelle und enthält viele Stoffe, die dem Hund gut tun

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