Allergie Hund und Katze auf Menschen

Fachtierarzt für Dermatologie Dr. Otto W. Fischer von der Tierklinik Korneuburg bei Wien

Menschenallergie: Können Hund und Katze auf Menschen allergisch sein?

Abgesehen von den genannten systemischen Behandlungsmöglichkeiten, was kann man bei Hunden und Katzen zur lokalen Behandlung der Allergien tun?

Zu den lokalen Maßnahmen bei der Allergiebehandlung von Hund und Katze gehören die medizinischen Shampoos. Hier geht es darum, für die Wiederherstellung einer intakten Hautbarriere zu sorgen und ein gesundes Mikroklima auf der Haut herzustellen. Tiere mit Allergien haben sehr häufig Sekundärinfektionen mit Staphylokokken oder mit Sprosspilzen, mit Malassezien und hier gilt es auch diese Sekundärerkrankungen der Allergie mit in das Therapiekonzept einzubeziehen.

Für die Tierbesitzer ist es wichtig zu wissen, dass die Behandlung einer Allergie kein einfaches Konzept ist, bei dem es ausreicht, dem Tier einmal täglich eine Tablette zu verabreichen oder einmal im Monat eine Spritze geben zu lassen. Oft sind es multimodale Therapien, d.h. Therapien, die aus mehreren Modulen bestehen und die sowohl systemische als auch lokale Behandlungsmaßnahmen beinhalten. Oft müssen diese Maßnahmen auch dem ungleichmäßigen Rhythmus der Allergie angepasst werden. Das bedeutet: Die Behandlung einer Allergie erfordert eine sehr intensive Mitarbeit des Tierbesitzers um ein gutes Ergebnis zu erzielen und es dauert eine gewisse Zeit, bis der richtige Therapiemix gefunden ist.

Beim Tierbesitzer setzt dies einen gewissen Lernprozess voraus, er muss lernen  einzuschätzen, welche Medikation wann und in welcher Dosis die richtige ist. Sobald die Symptome sich verbessern, glauben viele, sie könnten die Behandlung abbrechen, aber dann kommt der Rückfall so sicher wie das Amen in der Kirche. Der Tierbesitzer muss verstehen, dass eine Allergie nie wieder weggeht und deshalb ist es beim Erstgespräch mit dem Tierbesitzer so wesentlich, dass sehr klar wird, um welche Art von Erkrankung es sich bei einer Allergie handelt und welche finanziellen Aufwendungen damit verbunden sind. Aus tierärztlicher Sicht ist der Tierbesitzer ein „Sekundärpatient“, der vom Zeitpunkt der Diagnose an genau wissen muss, was bei einer Allergie passiert und wie er sein Tier betreuen muss, damit es symptomfrei leben kann. Ist dies geklärt, fällt die Umsetzung der Therapiepläne wesentlich leichter. Ich erlebe es in der Praxis aber leider relativ häufig, dass Tierbesitzer jahrelang „umherirren“ ohne dass ihnen erklärt wurde, was das Wesen einer Allergie ist und was das für ihr Tier bedeutet.

Wie kommt es zu diesem Mangel an Informationen?

Nicht jeder Tierarzt kennt sich mit Allergien aus. Im Veterinärbereich entsprechen die Dermatologen den Allergologen der Humanmedizin. Es gibt aber in Österreich spezialisierte Tierärzte, die über die Kammer zu finden sind. Deshalb würde ich jedem Tierbesitzer, der schon länger Probleme bei seinem Tier beobachtet, ohne dass diese unter Kontrolle gebracht werden können, raten,  sich von einem Spezialisten beraten zu lassen. Die Beratung erfolgt dann in Absprache mit den Haustierärzten.   

Herr  Dr. Fischer, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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