Allergie Hund und Katze auf Menschen

Fachtierarzt für Dermatologie Dr. Otto W. Fischer von der Tierklinik Korneuburg bei Wien

Menschenallergie: Können Hund und Katze auf Menschen allergisch sein?

Sind von der Allergie auf Menschen mehr Katzen oder mehr Hunde betroffen?

Das kann man nicht genau sagen. Bei der Katze ist es ein bisschen besser untersucht, aber genaue Zahlen haben wir nicht. Auch bzgl. der jeweiligen Rassen gibt es noch keine Hinweise auf unterschiedliche Risiken, eine Allergie auf Menschen zu entwickeln.

Zur Menschenallergie bei Tieren gäbe es noch viel zu forschen, man stößt jedoch auf große Schwierigkeiten bei der Diagnostik. So ist es in der Praxis nicht möglich, zur Allergenvermeidung bestimmte oder alle Menschen aus dem Umfeld der Tiere zu entfernen, um zu sehen, ob die Symptome sich bessern und dann eine Provokationsprobe zu machen.

Umgekehrt wurde das früher ja fast schon reflexhaft praktiziert, Allergologen haben ihren Patienten bei Allergien pauschal stets empfohlen, ihre Haustiere abzuschaffen. Umgekehrt funktioniert das aber nicht, denn wer gibt schon seinen Hund oder seine Katze über Wochen weg, um das Tier vor den eigenen Allergenen zu schützen, möglichst auch noch zu verschiedenen Menschen hintereinander? Das scheitert bereits an den emotionalen Gegebenheiten!

Welches Allergen des Menschen kann bei Tieren Allergien auslösen und was weiß man über die Allergenität?

Ähnlich wie bei den Allergenen der Tiere, sind es beim Menschen die Proteine in den Hautschuppen, die die allergischen Reaktionen verursachen können. Die Haare des Menschen an sich, von denen wir vergleichsweise sowieso nicht so viele haben, spielen weniger eine Rolle.

Auch die Proteine im Speichel, die bei Tieren durch das Lecken im Fell haften und deren Bruchstücke dann in der Luft suspendiert sind, sind beim Menschen als Allergenquelle weniger relevant.

Ob es Unterschiede zwischen den Menschen gibt und wie hoch die Allergenität einzelner Individuen ist kann man zurzeit noch nicht sagen.

Gibt es bereits Extrakte zur Diagnose einer Allergie auf Menschenproteine bei Tieren?

Es gibt eine US Firma, die Extrakte mit "Human Dander" d.h. menschlichen Hautschuppen zur Diagnose einer Sensibilisierung von Hunden oder Katzen auf Menschenallergene herstellt.

Allerdings dient dieses Extrakt nur der Diagnose und nicht zur Therapie, der Hyposensibilisierung. Dieser Umstand ist es auch, der uns zurzeit aus tierärztlicher Sicht von einer Testung der Tiere auf menschliche Allergene abhält, denn wenn man keine Therapie anschließen kann, macht die Diagnostik nicht unbedingt Sinn. Zudem wissen wir, dass Intrakutantests keine 100prozentige Diagnose bieten, sondern immer nur ein Teil im Diagnose-Puzzle sind.

Hinzu kommen sanitätspolizeiliche Gründe. Bei einer Hyposensibilisierung von Hunden oder Katzen auf das menschliche Allergen, würden menschliche Hautschuppen in die Tiere eingebracht. Dadurch stellt sich die Problematik von Retroviren wie HIV, die da vom Menschen auf das Tier übertragen werden könnten.

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