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Juckreiz Katze Ursache

Juckreiz bei Katzen: Was kann die Ursache sein?

Juckreiz bei der Katze: Was kann die Ursache sein?

Juckreiz bei der Katze zeigt sich daran, dass sich eine Katze ständig kratzt – das würden viele Katzenhalter vermuten. Neben dem Kratzen können aber auch andere Anzeichen darauf hinweisen, dass die Katze unter Juckreiz leidet. Nicht immer, aber häufig steckt eine Allergie dahinter, wenn die Katze von Juckreiz geplagt wird.

Autor: Sabine Jossé M.A. 

Juckreiz bei der Katze – woran erkennt man das?

Juckreiz bei der Katze äußert sich durch Kratzen, verstärktes Putzen, Lecken, Reiben oder Beißen.

Bei manchen Katzen kommt es zusätzlich zu Haarverlust. Der Juckreiz kann mit oder ohne Läsionen (Gewebeschädigung) auftreten. Oft sind auch Krusten zu sehen.

Haarverlust und Läsionen entstehen entweder durch das Kratzen selbst oder durch die zu Grunde liegende Erkrankung.

Ein weiteres Anzeichen von Juckreiz bei der Katze ist das Auftreten eines eosinophilen Granuloms. Dazu kommt es, wenn bei der Katze eine Allergie vorliegt. Läsionen des Eosinophilen-Granulom-Komplexes kommen vor allem im Gesicht und auf der Zunge der Katze vor und zeichnen sich durch erhabene gerötete, oft knotige Stellen aus.

Juckreiz bei der Katze – welche Ursachen gibt es?

Was spricht für eine Allergie?

Juckreiz bei der Katze wird häufig durch eine allergische Reaktion ausgelöst. Bei ungefähr 10 bis 20 Prozent der Katzen mit Juckreiz ist der Juckreiz auf eine Futtermittelreaktion zurückzuführen(1). Meist reagieren die Katzen auf ein im Futter enthaltenes Eiweiß, seltener auf einen Futterzusatz.

Außerdem leiden einige Katzen an einer Umweltallergie (Atopie). Hierbei handelt es sich um eine Überempfindlichkeit gegen Allergene, die in der Umgebung vorkommen, zum Beispiel Pollen, Gräser, Hausstaubmilben oder Schimmelsporen.

Am häufigsten ist die Flohbissallergie. Es genügen ein paar Flohbisse, um einen starken Juckreiz bei der Katze auszulösen.

Manche Katzen entwickeln auch eine Allergie gegen Insektenstiche. Hier reagieren sie allergisch auf Bestandteile des Speichels der Insekten.

Selten kommt eine Kontaktallergie vor – beispielweise bei Kontakt Putzmittel.

Juckreiz bei der Katze – wann sind es Parasiten?

Eine andere Ursache für Juckreiz bei der Katze sind Parasiten. Eine sehr ansteckende Erkrankung ist die Kopfräude der Katze. Der Erreger der Kopfräude ist eine kleine Milbe, Notoedres cati, die fast nur Katzen befällt.

Herbstgrasmilben können ebenfalls Juckreiz verursachen.

Eine Besiedlung der Haut mit Bakterien ist ein weiterer Grund, der bei Katzen zu Juckreiz führen kann. Hier handelt es sich meist um Staphylokokken. Auch sekundär nach anderen Erkrankungen, die die Haut schädigen, kann es zu einer bakteriellen Infektion mit Bakterien kommen. Ein Befall der Haut mit Pilzen ist ebenfalls möglich.

Und last but not least: Juckreiz bei Katzen wird auch nach Verletzungen, vor allem in der Heilungsphase, beobachtet.

Juckreiz bei der Katze – wie lässt sich die Ursache feststellen?

Es ist nicht immer einfach, die Ursache für den Juckreiz bei der Katze zu finden. Katzenbesitzer sollten daher einen Tierarzt aufzusuchen, der die Katze genau untersucht.

Für den Tierarzt ist es hilfreich, die genaue Vorgeschichte zu kennen. Wenn Verletzungen der Haut vorliegen, ist es wichtig zu wissen, was zuerst auftrat, die Verletzungen oder der Juckreiz.

Auch das Alter der Katze kann erste Hinweise geben. Bei sehr jungen Katzen kommen häufiger Milben oder Pilzinfektionen vor.

Ein wichtiger Punkt ist auch, ob die Katze ein Freigänger ist oder Kontakt zu anderen Tieren hat.

Ein saisonaler Juckreiz kann auf eine Pollenallergie oder Herbstgrasmilben hindeuten.

Auch Insektenstichallergien werden im Sommer schlimmer.

Ein plötzlich auftretender starker Juckreiz ist typisch für Räudemilben. Räude und eine Pilzinfektion sind ansteckend. Wenn mehrere Tiere im Haushalt leben, sind diese oft auch betroffen.

Andere Probleme, zum Beispiel Niesen, Husten oder Magen-Darmerkrankungen können für Allergien sprechen.

Juckreiz bei der Katze – was macht der Tierarzt?

Der Tierarzt untersucht die ganze Katze gründlich. Er legt besonderes Augenmerk auf die Stellen, an denen der Juckreiz und die Veränderungen der Haut auftreten.

Eine Flohbissallergie betrifft meist die hintere Körperhälfte und die Region um die Schwanzwurzel.

Juckreiz bei Umweltallergien und bakterielle Erkrankungen kommen häufig an Kopf und Hals vor.

Bei Herbstgrasmilbenbefall sind vor allem die Pfoten und der Zwischenzehenbereich betroffen.

Räude tritt typischerweise an den Ohrmuscheln, Kopf und Hals der Katze auf.

Um Hautläsionen besser beurteilen zu können, nimmt der Tierarzt Proben von veränderten Hautstellen und schaut sie unter dem Mikroskop an. Manchmal muss er hierfür oberflächlich etwas Haut abschaben. Danach werden die Präparate meist gefärbt. So können zum Beispiel Bakterien, Hefen, Entzündungszellen, Pilze oder Milben entdeckt werden.

Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie der Katze kann eine Eliminationsdiät versucht werden. Hierbei wird der Katze ausschließlich eine Proteinquelle gefüttert, mit der sie vorher noch keinen Kontakt hatte, zum Beispiel Kaninchen oder Pferd. Es ist wichtig, dass in dieser Zeit nichts anderes gefüttert wird. Nach sechs bis acht Wochen werden die Symptome meist besser. Danach kann eine Provokation versucht werden. Hierbei wird das vorherige Futter wieder gefüttert. Treten dann die Symptome erneut auf, ist die Diagnose bestätigt.

Auch eine Räudebehandlung kann bei Verdacht durchgeführt werden. Nach ungefähr vier Wochen sollten die Beschwerden abklingen.

Flöhe kann man meistens mit Hilfe eines Flohkammes entdecken. Oft sieht man auch den Flohkot als schwarze Pünktchen Im Fell. Wenn keine Flöhe entdeckt werden, ist auch hier eine Verdachtsbehandlung möglich, denn bei Katzen mit einer Flohspeichelallergie lösen auch sehr wenige Flohbisse eine Allergie aus. Es ist wichtig, auch die Umgebung und andere Tiere im Haushalt mitzubehandeln.

Juckreiz bei der Katze – wie sieht die Therapie aus?

Ist der Grund für den Juckreiz bei der Katze gefunden, versucht man die Ursache zu vermeiden.

Bei Flöhen oder Verdacht auf eine Flohbissallergie muss eine gründliche Flohbekämpfung über vier bis sechs Wochen erfolgen.

Gegen Milben gibt es Präparate, die als Tropfen in den Nacken appliziert werden können.

Ist eine Futtermittelallergie durch eine Eliminationsdiät und anschließende Provokation bestätigt, wird weiterhin die Diät gefüttert und das allergieauslösende Futter weggelassen.

Bei einer Umweltallergie es oft nicht möglich das Allergen zu vermeiden. In diesen Fällen kann eine Hyposensibilisierung versucht werden.

Oft müssen aber auch Medikamente eingesetzt werden. Bei Katzen mit allergisch bedingtem Juckreiz wirken Antihistaminika gut, sie müssen jedoch häufig und oral verabreicht werden, was bei Katzen eine Herausforderung darstellt.

Auch Glukokortikoide sind wirksam und in vielen Fällen nötig, da sie einen stark entzündungshemmenden Effekt haben. Sie sollten jedoch immer so niedrig wie möglich dosiert werden.

Essentielle Fettsäuren können die Heilung der Haut mit unterstützen.

Antibiotika werden gegeben, wenn es zu einer Besiedelung der Haut mit Bakterien gekommen ist.

 

Quellen:

(1) Müller R.S. et al. (2016). Critically appraised topic on adversefood reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats. BMC Veterinary Research, 2016;12:9

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.