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Katzen Angst Tierarzt

Dr. med. vet. Angelika Drensler betreibt eine anerkannte „Catfriendly Clinic Gold“

Katzen und Angst vorm Tierarzt: Wann sind Praxen katzenfreundlich?

Katzenbesitzer kennen die Situation: Die Katze muss zum Tierarzt, hat Angst und alle sind enorm gestresst. Was Viele nicht wissen: Es gibt auch katzenfreundliche Tierarztpraxen, die sich sehr viel Mühe geben, den Tierarztbesuch für Katzen so angenehm wie möglich zu machen. Dabei sollte man allerdings wissen, was genau den Katzen solche Angst macht und wie eine katzenfreundliche Tierarztpraxis aussieht. Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Dr. med. vet. Angelika Drensler. Sie betreibt eine von der ISFM anerkannte „Catfriendly Clinic Gold“ in Elmshorn und ist Leiterin der AG-Katzenmedizin in der Deutschen veterinärmedizinischen Gesellschaft (DGK-DVG).

Frau Dr. Drensler, warum haben Katzen oft so große Angst vor dem Tierarzt?

Katzen sind als Einzelgänger darauf angewiesen, jeder Gefahr aus dem Weg zu gehen, um nicht verletzt zu werden. Deshalb fühlen Sie sich am wohlsten, wenn sie in ihrem Territorium sind, sich auskennen und die Situation kontrollieren. Ein Grund, weshalb sie auch erhöhte Plätze lieben. In der Tierarztpraxis erfahren sie fremde Gerüche, Geräusche und andere Sinneseindrücke, die in der Summe bedrohlich wirken. Dazu gehören Hunde, Desinfektionsmittel, Edelstahltische, fremde Menschen etc.. Normalerweise würden sie die Flucht ergreifen, doch daran werden sie durch den Katzenkorb oder durch fremde Hände gehindert.

Es sind verschiedene Emotionen, die in ihnen dann toben:

  • 1. Angst vor dem Fremden, Bedrohlichen
  • 2. Stress, weil sie nicht adäquat, nämlich mit Flucht, reagieren können
  • 3. Frustration, weil sie die Kontrolle über Ihre Situation verloren haben

 

Sie führen eine katzenfreundliche Tierarztpraxis, wie unterscheidet sie sich von „normalen“ Tierarztpraxen?

dr.angelika drensler cattitude buchcoverIm Buch "Cattitude" erklärt Dr. Angelika Drensler unter anderem, was eine katzenfreundliche Tierarztpraxis ausmacht!Das ist eine große Frage, mit deren Beantwortung ich ein ganzes Buch gefüllt habe - Cattitude.

Katzenfreundlich geht nur, wenn wir uns in die Katze hineinversetzen und uns klar machen, was sie empfindet und wie wir die gefühlte Bedrohung für die Katze minimieren können.

Es beginnt an der Anmeldung, an der möglichst die Katzenkörbe nicht auf dem Fußboden platziert werden, damit nicht Hunde daran schnuppern. Das Katzenwartezimmer ist hundefrei. Der Behandlungsraum frei von Hunde- und Desinfektionsmittelgeruch. Aber auch Softskills sind superwichtig, z.B. die Sprechlautstärke, die Art und Weise, wie die Katze aus dem Korb „gebeten“ wird und gehandelt wird, die Elimination von Telefonen aus dem Behandlungsraum usw.. Ich könnte nun stundenlang weiterreden, von Kuscheldecken, Pheromonen, Wickeltechnik, leisen Schergeräten, Katzentransporttraining, meinem Mantra „Ruhe und Geduld“, doch das sprengt diesen Rahmen und ist in meinem Buch nachzulesen.

Auch die Unterbringung in der Station und das Handling rund um Narkose und OP unterliegen strengen katzenfreundlichen Maßstäben. Die Größe der Boxen und die Einrichtung sind in einer Empfehlung der ISFM festgelegt.

Abgesehen von der Umgebung, welche medizinischen Aspekte sind bei einer katzenfreundlichen Tierarztpraxis zu berücksichtigen?

Ein weiterer Punkt der katzenfreundlichen Praxis ist ohne Zweifel eine umfangreiche laufende Weiterbildung in der Katzenmedizin, nicht nur für den Tierarzt/die Tierärztin, sondern auch für die TFAs, die sich in erster Linie mit den samtpfötigen Patienten der Praxis beschäftigen. Und nicht nur das Knowhow, sondern auch die Ausrüstung müssen eine medizinische Versorgung von Katzen auf hohem Niveau möglich machen. Ein Beispiel: Die Mitarbeiter müssen in der Lage sein, Blutdruck bei Katzen zu messen, bei Katzen ab acht Jahren mindestens einmal jährlich.

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