Allergiediagnose bei der Katze

MV Dr. Lucia Panakova, DipECVD Dermatologin an der Veterinärmedi-zinischen Universität in Wien

Allergiediagnose bei der Katze - wie geht man vor?

Wie wird die Eliminationsdiät bei einer Katze durchgeführt?

Man wählt für die Eliminationsdiät der Katze ein Protein und evtl. einer Kohlenhydratquelle aus, die die Katze bisher noch nie gefressen hat, denn dann kann sie darauf auch nicht allergisch reagieren. Die Ausschlussdiät wird über einen Zeitraum von sechs Wochen durchgeführt, vorausgesetzt die Katze verweigert dieses Futter nicht. Sollte dies der Fall sein, muss man andere Maßnahmen ergreifen.

Außerdem darf die Katze während der Ausschlussdiät nicht aus dem Haus, damit sie nicht evtl. Mäuse oder anderes, z.B. beim Nachbarn, frisst. Sie darf auch keinen Zugang zum Futter anderer Tiere im Haushalt haben, und alle Personen, die mit der Katze in Kontakt kommen, müssen wissen, dass sie die Katze auf keinen Fall füttern dürfen.

Ist die Eliminationsdiät durchführbar und hat die Katze nach sechs Wochen keine Beschwerden mehr, oder deutlich mildere, überprüfen wir das Ergebnis durch eine Provokation mit ihrem ursprünglichen Futter. So sehen wir, ob sich die Symptome danach wieder verschlechtern.  

Sollte die Katze jedoch auch nach sechs Wochen Eliminationsdiät noch immer unter Juckreiz leiden, wissen wir, dass eine Futtermittelallergie nicht die Ursache sein kann. Dann bleibt nur die Diagnose einer Allergie auf Umweltallergene.

Welche Möglichkeiten hat man, wenn die Katze die Eliminationsdiät nicht annimmt?

Sollte die Katze die Eliminationsdiät verweigern, lässt sich nicht ermitteln, ob die Katze unter einer Futtermittelallergie leidet. Man kann zwar einen Allergietest auf Umweltallergene durchführen, aber selbst wenn dieser Test positiv ist, heißt dies nicht, dass die Katze nicht auch zusätzlich eine Futtermittelallergie hat. Eine sichere Diagnostik ist in diesem Fall nicht möglich.

Man hat in diesem Fall jedoch die Möglichkeit, die Katze mit juckreizstillenden Medikamenten symptomatisch zu behandeln, denn dann spielt es kaum eine Rolle, welches die auslösenden Allergene waren. Diese Behandlung muss nicht unbedingt mit kortisonhaltigen Präparaten erfolgen, denn es gibt auch andere modernere Präparate, mit deren Hilfe man den Juckreiz sehr gut in den Griff bekommen kann. Allerdings funktioniert dies nicht bei allen Katzen. Es gibt Fälle, in denen man dann doch auf Kortikoide zurückgreifen muss.

Angenommen die Eliminationsdiät konnte bei der Katze durchgeführt werden und der Juckreiz besteht weiter, was wäre der nächste Schritt?

Eine Allergie auf Umweltallergene kann mit Hilfe eines Bluttests oder mit Hilfe eines Intradermaltests erfolgen. Beide Tests sind bei Katzen etwas problematischer als bei Hunden. Zum einen ist die Studienlage zu Allergietests bei Katzen sehr dünn.

Zur Hyposensibilisierung von Katzen gibt es zwar einige Studien, aber deutlich weniger, als bei Hunden. Einige dieser Studien berichten von sehr guten Erfolgen durch eine Hyposensibilisierung gegen Umweltallergene bei atopischen Katzen, für die das auslösende Allergen anhand eines Serumtests, d.h. eines Bluttests, ermittelt wurde. Es ist aber auch möglich, das Allergen mit einem Intradermaltest zu ermitteln. Die meisten Dermatologen nutzen den Intradermaltest jedoch nicht so gerne, wie bei den Hunden.

Der Grund dafür ist, dass hier die Reaktionen abgeschwächt auftreten und so viel schwieriger zu interpretieren sind. Zur Interpretation der Intradermalen Tests benötigt man  als Hauttierarzt schon sehr viel Erfahrung, um das Testergebnis richtig zu interpretieren. Aber auch für die Bluttests gibt es nicht genug wissenschaftliche Publikationen, um einen Nachweis zur Verlässlichkeit erbringen.

Wie gesagt ist ein Grund für die dürftige Studienlage, dass die Tests schwierig abzulesen sind und eine gewisse Gefahr der Fehlinterpretation besteht. Ein weiterer Grund ist, dass es für Katzen mit Allergien auch sehr gut verträgliche Therapieoptionen gibt. Katzen vertragen z.B. Kortikoide deutlich besser als Hunde und es gibt weitere meist gut verträgliche Medikamente für Katzen (perorales Cyklosporin A), die für einen mittleren oder grösseren Hund aus Kostengründen häufig entfallen.

Welche weiteren Allergien oder Unverträglichkeiten kommen bei Katzen vor?

Unverträglich können Katzen auch auf unterschiedlichste Medikamente, z.B. topische "Anti-Floh"-Mittel reagieren. Es gibt auch Katzen, die auf Mückenstiche allergisch reagieren, z.T. mit recht heftigen Symptomen. Meist zeigen sich diese an den Spitzen der Ohren und auf der Nase. Aber diese Krankheitsbilder sind eher selten.

In Bezug auf Medikamentenunverträglichkeiten muss ich auch die nicht immunologischen Medikamentenunverträglichkeiten gegenüber den meisten systemischen Permethrinen, die bei der Katze kontraindiziert sind, erwähnen. Dabei handelt es sich aber nicht um allergische Reaktion, sondern um eine voraussehbare Unverträglichkeit.

Frau Dr. Panakova, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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