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Medikamentenunverträglichkeit beim Hund

Auf welchem Impfstoff können Hunde unverträglich reagieren?

Bei einem bestimmten Impfstoff gegen Tollwut gibt es Befürchtungen, dass es dadurch, speziell beim Jack Russel, zu einer Vasculitis kommen könnte. Dabei handelt es sich um eine Entzündung kleiner und mittlerer Gefäße verschiedener Organsysteme, die durch eine Immunreaktion hervorgerufen wird. Dadurch kommt es, vor allen Dingen in Endgebieten, an den Extremitäten, zu verstopften Blutgefäßen. Die verstopften Blutgefäße wiederum führen zu einer Unterversorgung mit Blut, Blutarmut und, im schlimmsten Fall, zu Nekrosen, d.h. zum Absterben des Gewebes. Die Reaktion kann auch Wochen nach der Impfung auftreten, sowohl an der Injektionsstelle als auch an den Extremitäten. Bei kurzhaarigen Hunden können die Besitzer die Veränderungen relativ früh bemerken. Bei Hunden mit dickem Fell und langen Haaren kann es sein, dass die Vasculitis nicht so schnell bemerkt wird.

Auch hier wissen wir nicht, ob es der Virus bzw. dessen Bruchstücke oder das Adjuvans ist, das für diese Symptome verantwortlich ist.

Könnten Sie bitte die möglichen Hautsymptome einer Medikamentenunverträglichkeit beim Hund nochmals zusammenfassen?

Zu den dermatologischen Symptome bei Hunden, die auf Arzneimittel unverträglich reagieren, gehören Juckreiz, Rötungen, Entzündungen, Hautläsionen und Bläschenbildung. Auch Nesselsucht oder Schwellungen können im zeitlichen Zusammenhang mit Medikamentengaben auftreten. Durchfälle wären dann eher gastrointestinale Reaktionen, zum Beispiel aufgrund einer Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Eine absolute Sicherheit gibt es bei der Medikamentenunverträglichkeit beim Hund nicht, weil auch viele andere Faktoren die Ursache für die Symptome sein können. Dazu gehören zum Beispiel Insektenstiche, weshalb der zeitliche Zusammenhang zu einer Medikamentengabe oft der maßgeblichste Hinweis ist. Aber: Schon wenn man nur vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen allergischen Reaktionen und einem Medikament bestehen, ist es sicherer, es nicht erneut zu verabreichen.

Gibt es für die Medikamentenunverträglichkeit Risikofaktoren?

Wenn der Hund bereits ein allergisches Grundproblem und somit eine gestörte Hautbarriere hat, ist das Risiko einer Unverträglichkeitsreaktion auf irritierende Substanzen höher. Bei Hunden mit atopischer Dermatitis werden sehr gerne Hautprodukte eingesetzt, um die Hautbarriere zu stärken. Diese Produkte müssen jedoch sorgfältig ausgewählt werden, damit es nicht zu zusätzlichen Hautirritationen kommt. Pflegeprodukte für Menschen sollten bei Hunden auf keinen Fall zu Einsatz kommen, da sie nicht zum pH-Wert der Haut des Hundes passen.

Bei den typischen Nebenwirkungen von Medikamenten, also nicht bei den Medikamentenunverträglichkeiten, gibt es auch durchaus Unterschiede je nach Rasse, aber auch individuell.

Gibt es denn für Hunde alternative Medikamente, wenn sie sie nicht vertragen?

Wenn ein Hund auf den Tollwut-Impfstoff allergisch reagiert, gibt es keine Alternative. Dann sollte der Hund sollte keine Tollwut-Impfungen mehr erhalten, was innerhalb Deutschlands kein Problem darstellt, aber der Hund kann dann bei Auslandsurlauben nicht mitkommen.

Bei Medikamenten in Form von Tabletten gibt es die Möglichkeit, zum Beispiel die Antibiotika-Gruppe zu ändern. Bei Antiphlogistika bzw. entzündungshemmenden, schmerzlindernden Medikamenten kann man ebenfalls die Wirkstoffgruppe wechseln oder Präparate finden, die zum Beispiel weniger Durchfall verursachen.

Bei Cremes und Salben gibt es ebenfalls ausreichend Alternativprodukte.

Frau Dr. Köbrich, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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