Allergie bei der Katze

Auf welche Allergene können Katzen allergisch sein? Bildquelle: K. Wildermuth

Welche Allergene verursachen Allergien bei Katzen?

Eine Allergie bei der Katze kann durch eine ganze Reihe von Allergenen ausgelöst werden. Sehr häufig sind sogenannte Aeroallergene, Allergene aus der Luft, wie Pollenallergene, die Ursache, aber auch Futterallergene, Flohspeichel und Kontaktallergene können bei Katzen eine Allergie auslösen. MeinAllergiePortal sprach mit Frau Dr. med. vet. Kerstin Wildermuth, Tierdermatologie Dr. Wildermuth aus Wiesbaden über mögliche Auslöser einer Allergie bei Katzen.

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartner: Dr. med. vet. Kerstin Wildermuth

Frau Dr. Wildermuth, Pollen sind ein häufiger Auslöser von Allergien bei Katzen. Gibt es hier Pollenarten, die besonders häufig allergische Reaktionen auslösen?

Katzen können auf verschiedene Pollenarten reagieren. Dazu gehören Pollen von Gräsern, Bäumen und Unkräutern. Insbesondere wenn die Symptomatik saisonal vorliegt, besteht der Verdacht einer Pollenallergie bei der Katze. Bei Katzen kann man dies jedoch (noch) nicht auf bestimmte Pollenarten festlegen. Symptome einer Pollenallergie äußern sich bei der Katze insbesondere durch Juckreiz, es gibt aber auch Katzen, die an allergischem Asthma leiden.

Können Katzen aufgrund der Allergie auch Niesen?

Ja, Niesen kann ein Symptom einer Allergie sein, allerdings tritt dies bei einer Allergie eher selten auf. Wenn eine Katze regelmäßig niest, sollten andere Ursachen zuerst abgeklärt werden.

Können auch Zimmerpflanzen bei Katzen Allergien auslösen? Gehören Tannenbäume dazu?

Zimmerpflanzen können Kontaktreaktionen bei Katzen auslösen, allerdings ist dies sehr selten. Tannenbäume gehören eher nicht dazu.

Wie häufig sind bei den Katzen Allergien auf andere Allergene aus der Luft, wie zum Beispiel Schimmelpilze oder Hausstaubmilben?

Allergische Reaktionen auf Hausstaubmilben oder Schimmelpilze können bei der Katze genauso häufig auftreten wie eine Pollenallergie. Die Symptome sind dann die gleichen. Die ersten Anzeichen von Symptomen treten oft schon in jungem Alter auf (1-3 Jahren), alleridngs sind manche Katzen auch erst betroffen, wenn sie schon älter sind.

Können Katzen auch auf andere Tiere, zum Beispiel Hunde, oder Menschen allergisch sein?

Auch Allergien auf andere Tiere sind bei Katzen möglich, auch auf Hunde. Zudem können Katzen auch auf die Hautschuppen des Menschen überempfindlich oder allergisch reagieren. Dies ist jedoch nicht ganz so häufig.

Die Symptome einer Tierhaarallergie bei der Katze sind identisch zu denen der Pollenallergie, jedoch besteht die Symptomatik hier meist ganzjährig. Viele Katzen haben eine Kombination aus einer Allergie auf Pollen und anderen Aeroallergenen.

Wenn die Allergie der Katze von Allergenen im Katzenfutter ausgelöst wird, welche Auslöser kommen dann in Frage?

Wenn eine Katze eine Futterallergie hat, kann sie potentiell auf ALLES allergisch sein, was sie in ihrem Leben schon einmal gefressen hat. Bei den meisten Katzen handelt es sich dabei um tierische Eiweißsstoffe wie zum Beispiel Hühnchen, Rindfleisch, Fisch oder Milchprodukte - eben alles, was im jeweiligen Katzenfutter enthalten ist. Dabei spielt es jedoch keine Rolle, ob es sich um ein kommerzielles Futter handelt oder ob der Besitzer selbst für seine Katze kocht. Es kommt allein auf die Inhaltsstoffe an.

Als zweithäufigste Allergene kommen Kohlenhydrate in Frage. Dazu gehören zum Beispiel Weizen, Mais oder Reis. Zusatzstoffe lösen eher selten Allergien aus, dies kann aber in Einzelfällen vorkommen.

Kann eine Katze auch eine Kontaktallergie haben?

Aufgrund des dichten Haarkleids haben Katzen selten Kontakt zu solchen Allergenen und eine Kontaktallergie ist äußerst selten. Wenn, dann sind haarlose Stellen am ehesten betroffen. Bisher konnten bei Katzen noch keine definitiven Inhaltsstoffe identifiziert werden. Jedoch kommt es ab und zu vor, dass auch Katzen auf bestimmte Salben, Shampoos oder lokale Medikamente mit einer Allergie reagieren. DAS auslösende Allergen gibt es bei Katzen (noch) nicht.

Auf was reagieren Katzen, wenn sie auf Salben, Shampoos oder lokale Medikamente allergisch sind?

Dies tritt zum Glück sehr selten auf. Prinzipiell können diverse Inhaltsstoffe eine Reaktion auslösen. Leider ist die Forschung nicht so weit, dass man das auf einen speziellen Inhaltsstoff festlegen kann.

Können Katzen auch auf Waschmittel eine Allergie entwickeln?

Das ist eher selten.

Können Katzen auch auf Katzenstreu eine Allergie entwickeln?

Auch dies ist sehr selten. In den meisten Fällen gibt es eine andere Ursache.

Feliway ist ja bei manchen Katzenbesitzern zur Beruhigung der Katze sehr beliebt, können Katzen darauf auch allergisch sein?

Das ist ebenfalls eher selten.

Sind Allergien bei Katzen vererbbar?

Bei Hunden gibt es Studien, die belegen, dass Allergien vererbbar sind. Bei Katzen ist dies noch nicht ausreichend erforscht. Es ist jedoch anzunehmen, dass auch hier eine familiäre Häufung auftritt. So erleben wir ab und zu, dass mehrere Katzen aus einem Wurf unter Allergien leiden.

Gibt es bei Katzen Rassen, die ein höheres Allergierisiko haben als andere?

Bisher gibt es keine Katzenrassen die insbesondere betroffen sind. Andere Erkrankungen spielen im Zusammenhang mit Allergien bei Katzen meist keine Rolle.

Drohen Folgeerkrankungen, wenn eine Allergie bei der Katze nicht rechtzeitig behandelt wird? Wenn ja, welche?

Eine Allergie ist bei jeder Katze unterschiedlich. Manche Katzen zeigen nur milde Symptome und können damit ohne weiteres leben. Bei Katzen mit stärkeren Symptomen entstehen häufig sekundäre Infektionen der Haut oder der Ohren mit Bakterien und/oder Hefepilzen. Dies kann sehr plötzlich auftreten, oder aber erst nach Monaten bis Jahren. Symptome einer Allergie können sich insgesamt mit dem Älterwerden verschlimmern, wenn sie nicht behandelt werden. Da dies bei jedem Tier unterschiedlich ist, kann man hierbei keinen konkreten Zeitraum festlegen.

Frau Dr. Wildermuth, herzlichen Dank für das Interview!

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.