Zecken Katze Allergie Zeckenallergie

Priv.-Doz. Dr. med. vet. Michael Leschnik, Abteilung Interne Medizin Kleintiere an der Universitätsklinik der Veterinärmedizinischen Universität Wien zum Thema „Zecken bei der Katze, was tun? Gibt es eine Allergie auf Zecken?

Zecken bei der Katze, was tun? Gibt es eine Zeckenallergie?

Welche Maßnahmen zur Zeckenprophylaxe sind bei der Katze sinnvoll?

Zur Zeckenprophylaxe bei Katzen gibt es Spot-on-Präparate, die auf die Haut aufgebracht werden und Zecken-Halsbänder. Für beide Methoden gibt es sehr wirksame Präparate. Halsbänder wirken länger, mehrere Monate, das heißt die Besitzer müssen sich weniger um das Thema kümmern, vor allem, wenn die Katzen nur unregelmäßig nach Hause kommen. Die Wirkung von Spot-on Präparaten hält in der Regel drei bis vier Wochen an - die Frage ist, was für die eigene Katze am besten ist.

Das Risiko, dass die Katzen im Freien mit den Halsband irgendwo hängen bleiben und sich strangulieren, ist mit den modernen Zecken-Halsbändern durch die Sollbruchstellen schon deutlich reduziert worden. Aber: Eine 100prozentige Wirkung haben weder Zecken-Halsbänder noch Spot-on Präparate. Die Katzen sollten deshalb regelmäßig auf Zecken abgesucht bzw. beim Streicheln oder Kämmen abgetastet werden, und die Zecken sollten dann schnell vernichtet werden.

Sind Kleinkinder in der Umgebung der Katze, die alles in den Mund nehmen und mit der Katze spielen, sind Zecken-Halsbänder nicht zu empfehlen und auch in den ersten beiden Tagen nach der Spot-on Applikation sollte man Kleinkinder von der Katze besser trennen. Egal ob Halsband oder Spot-on, vom Menschen aufgenommen werden sollten diese Präparate grundsätzlich nicht. Diese Mittel wirken über die Haut und helfen nur dann gegen Zecken, wenn sie giftig sind.

Übrigens: Bei Spot-on Präparataten, aber auch bei den Zecken-Halsbändern, muss man sehr aufpassen, dass man keinesfalls für Hunde gedachte Produkte verwendet.

Warum darf man Zecken-Spot-on Präparate und Zecken-Halsbänder für Hunde nicht für Katzen verwenden?

Zecken-Spot-on Präparate und Zecken-Halsbänder für Hunde, können bei Katzen zu schwersten Vergiftungen führen! Deshalb sollte man sichvom Tierarzt informieren lassen, welches Präparat für die jeweilige Katze geeignet ist.

Wie bewerten Sie alternative Empfehlungen zur Zeckenprophylaxe bei der Katze wie z.B. Kokosöl, Schwarzkümmelöl, Teebaumöl, Bierhefe?

Es gibt offizielle Studien, die belegen, dass diese Substanzen bei Katzen gegen Zecken nicht wirksam sind. Zudem belasten diese Mittel die Katzen extrem durch ihren Geruch, und Katzen sind sehr geruchsempfindlich. Katzen, aber auch Hunde, werden in der Regel durch solche alternativen Maßnahmen mehr behindert, als durch die Zecken selbst.

Wenn man einer Katze Öle aufs Fell appliziert, wird sie immer versuchen, es abzuschlecken. Im Falle von, zum Beispiel Teebaumöl, kann man sich vorstellen, wie unangenehm das für die Katze in der Mundhöhle sein muss. Teilweise sind diese Mittel sogar giftig für die Katze.

Sie hatten empfohlen, die Katze regelmäßig auf Zecken abzusuchen, wie entfernt man sie, wenn sie schon gestochen hat?

Zecken sollte man auf jeden Fall entfernen und nicht warten, bis sie von selbst abfallen. Je länger eine Zecke an der Katze bleibt umso länger hat sich die Möglichkeit, Speichel zu injizieren und Krankheitserreger zu übertragen.

Man entfernt Zecken am besten mit einer einzigen, leicht ziehenden, leicht drehenden Bewegung. Das Ziehen ist wichtiger als das Drehen und zu viel Drehen sollte man auf keinen Fall. Am besten ist es, gleichmäßig und nicht ruckartig zu ziehen, obwohl das zugegebenermaßen bei Katzen nicht so einfach ist, weil sie nicht stillhalten. Man kann auch Zeckenzangen oder Pinzetten verwenden, um die Zecken zu entfernen. Dabei sollte man aufpassen, dass man nicht die Haare der Katze erwischt, denn das mögen Katzen nicht so gerne.

Sollte der Kopf der Zecke in der Haut stecken bleiben, so ist das nicht tragisch und muss auch nicht behandelt werden. Eventuell kann es ein wenig eitern, aber das wird sich auswachsen.

Herr Privatdozent Leschnik, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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