Immuntherapie SIT Katze Neurodermitis Asthma

Prof. Dr. Ralf S. Mueller, Medizinische Kleintierklinik am Zentrum für klinische Tiermedizin der LMU München zur SIT bei der Katze!

Immuntherapie der Katze: Hilft sie bei Neurodermitis und Asthma?

Wie reagieren Katzen auf die Hyposensibilisierung?

Zur Therapie einer atopischen Dermatitis bei Katzen hat sich die Hyposensibilisierung als sehr positiv erwiesen. Die Alternative wäre eine Behandlung mit Tabletten. Einer Katze zwei Mal täglich ein Antihistaminikum zu geben, ist jedoch ausgesprochen schwierig. Eine subkutane Spritze alle drei Wochen wird von Katzen deutlich besser toleriert.

Allerdings: Prinzipiell ist bei der Katze das Schockorgan die Lunge und nicht, wie beim Hund, der Darm. Das bedeutet, bei der Katze können sich eventuelle Nebenwirkungen der Hyposensibilisierung gravierender auswirken – im schlimmsten Fall kann es zum Ersticken kommen. Man sollte deshalb bei Katzen durchaus mehr „Respekt“ vor potenziellen Nebenwirkungen haben.

Wann wissen Sie bei der Katze, ob die Immuntherapie bei Neurodermitis oder bei Asthma erfolgreich ist?

Wann die Wirkung der Immuntherapie bei einer Katze eintritt, variiert sehr stark. Bei manchen Katzen stellt sich sehr schnell eine Verbesserung der Allergiesymptome ein. Bei anderen Katzen passiert über sechs Monate nichts. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Immuntherapie nicht wirkt, möglicherweise dauert es nur länger, bis die Wirkung eintritt.

Ähnlich wie beim Hund desensibilisieren wir Katzen auch mindestens für ein Jahr. Wenn sich nach einem Jahr noch keine Verbesserung der Symptome eingestellt hat, geben wir auf, Bei Besserung therapieren wir weiter, unter Umständen auch mehrere Jahre.

Wie häufig sind Katzen denn von Allergien betroffen?

Allergien sind bei Katzen gar nicht so selten. Wir sehen relativ häufig allergische Katzen, entweder (häufiger) in Form von Neurodermitis oder in Form von Asthma.

Es ist jedoch schwer zu sagen, ob es bei Katzen tatsächlich häufiger zu Allergien kommt. Sicher ist lediglich, dass wir Katzen generell häufiger in der Tierarztpraxis sehen, als früher. Vor 50 Jahren war es einfach nicht üblich, mit einer Katze zum Tierarzt zu gehen, und wenn dann höchstens zum Impfen. Damals waren Katzen Mäusefänger und nicht Haustiere. Heute sind Katzen gerade in größeren Städten als Haustier beliebt, weil sie „pflegeleicht“ sind. Man muss nicht Gassi gehen, kann die Katze auch mal allein lassen und das macht sie als Haustier attraktiv. So werden Katzen mehr und mehr als Familienmitglieder gesehen und die Besuche beim Tierarzt nehmen zu. Es gibt mittlerweile sogar Katzenpraxen, d.h. Tierärzte, die ausschließlich auf Katzen spezialisiert sind.

Herr Prof. Mueller, herzlichen Dank für dieses Interview!

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