Veterinärdermatologie Allergie Tiere DGVD

Dr. Patricia Werhahn, Klinik für Kleintiere in Sottrum und Präsidentin der Deutsche Gesellschaft für Veterinärdermatologie zu Allergien bei Tieren und der Rolle der DGVD!

Fokus Veterinärdermatologie: Ein Portrait der DGVD!

Kann man daraus schließen, dass Hundemischlinge seltener Allergien entwickeln?

Das kommt darauf an, wie groß der genetische Anteil der Rasse ist, die von Allergien betroffen ist. Eine Garantie, dass der Hund keine Allergien entwickelt, gibt es auch bei Mischlingen nicht.

Sieht man beim Tier, ähnlich wie beim Menschen, den „western Lifestyle“ als eine mögliche Ursache?

Man vermutet, dass bei den Tieren ähnliche Mechanismen greifen, wie bei den Menschen.

Auch die Tiere werden heutzutage hygienischer gehalten, als früher. Tiere wurden früher in der Regel auf Höfen gehalten und hatten wesentlich mehr Freiheiten, als heutzutage. Heute leben Tiere in schicken Wohnungen, werden sauberer gehalten und haben ein  anderes Umfeld. Die Allergenexposition ist dadurch reduziert.

Deshalb geht man davon aus, dass auch das Immunsystem der Tiere, ähnlich wie beim Menschen, weniger Reize erfährt.  Gerade in jungen Jahren sollte das Immunsystem gefordert werden und sich unter anderem auch mit vielen verschiedenen Allergenen auseinandersetzen, um trainiert zu werden. Dies ist auch bei Tieren immer seltener der Fall und so kann es zu Überreaktionen und zur Entwicklung von Allergien kommen.

Wir hören häufig von Tierhaltern, dass ihre an Hauterkrankungen leidenden Vierbeiner bereits seit langer Zeit ohne Erfolg behandelt werden, warum werden Allergien bei Tieren manchmal nicht erkannt?

Hauterkrankungen bei Tieren können sehr vielfältig sein. So gibt es Hauterkrankungen, die sich zwar auf die gleiche Art und Weise zeigen, aber völlig unterschiedliche Ursachen haben.  Die Untersuchung dieser Patienten erfordert sehr viel Zeit und einige Erfahrung .  Auch besonders die Diagnostik von Allergien setzt eine intensive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Krankeitsfall   voraus.

An erster Stelle steht eine ausführliche Anamneseerhebung (Vorgeschichte) des Patienten.

Es geht um die Lebensumstände des Tieres, die Fütterung, das Erscheinungsbild der Haut am Anfang und zum jetzigen  Zeitpunkt, die durchgeführten Therapien und ihre Auswirkungen usw.
Daraufhin erfolgt eine Allgemeine klinische Untersuchung und eine spezielle dermatologische Untersuchung. Dabei werden verschiedene Hautproben (u.a. Hautgeschabsel,  Tesafilmproben, Abklatschpräparate, Haarproben) gesammelt und untersucht . Soweit erforderlich folgen Blutuntersuchungen, spezielle Tests, Biopsien usw..

Der Weg bis zur endgültigen Diagnose, besonders bei Allergien, kann einige Zeit in Anspruch nehmen und erfordert viel Geduld von Seiten des Tierbesitzers.

Steht die Diagnose wird gemeinsam  ein Behandlungsplan erstellt .    Auch bei der Therapie, wie schon erwähnt,  ist eine hohe Compliance von Seiten der Tierbesitzer wünschenswert, da manche Therapien aufwendig  sind und eine Verbesserung der Symptome nicht von heute auf morgen zu erwarten ist .

Besonders bei Allergien ist eine lebenslange Therapie mit verschiedenen Medikamenten  erforderlich.

Bei komplizierteren Fällen, d.h. wenn  die Symptome des Tieres trotz Behandlung nicht besser werden oder immer wieder von neuem auftreten, ist es sinnvoll, sich an einen spezialisierten Tierdermatologen zu wenden, auf unserer Homepage gibt es hierfür eine Tierarztsuche.

Frau Dr. Werhahn, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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