Allergie auf Bienengiftallergie Hund Wespengiftallergie

Dr. med. vet. Ana Rostaher, dipl. ECVD, Oberärztin Dermatologie an der Klinik für Kleintiermedizin der Vetsuisse Fakultät Universität Zürich zur Allergie auf Bienengift und Wespengift beim Hund!

Allergie auf Bienen- und Wespengift beim Hund, wie gefährlich ist das?

Gibt es Komorbiditäten, die bei Hunden mit Bienengift- oder Wespengiftallergie vermehrt auftreten?

Komorbiditäten wurden nicht so vertieft untersucht wie in der Humanmedizin. Aber wir sehen eine Tendenz, dass atopische Hunde mit 30 Prozent verstärkt von Bienen- oder Wespengiftallergie betroffen sind. Die Besitzer der betroffenen Tiere berichten, dass ihre Schützlinge schon eine vorherige Reaktion auf Bienen oder Wespen gezeigt haben und meistens ist die Intensität der Reaktion bei der Wiederholung gleichbleibend oder gar schlimmer.

Im Gegensatz zum Menschen, ist es aktuell bei Hunden nicht bekannt, welche Rolle die gleichzeitige Gabe von Herzmedikamenten spielt bzw. ob andere Erkrankungen für die Entwicklung einer Allergie auf Bienen- oder Wespengift ein Risiko darstellen. Uns liegen nur sehr niedrige Fallzahlen vor und auf dieser Basis sehen wir keine Assoziationen.

Wie äußert sich eine Allergie auf Bienengift oder Wespengift beim Hund?

Normalerweise äußert sich ein Bienenstich oder Wespenstich beim Hund durch eine lokale Schwellung an der Stichstelle.

Bei einer verstärkten Reaktion auf Bienengift oder Wespengift können sich die Hautschwellungen auf den ganzen Körper des Hundes verteilen. Neben der Haut sind die wichtigsten Schockorgane beim Hund der Darm und die Leber. Das ist anders als beim Menschen, bei dem das respiratorische System und das Herz-Kreislauf System maßgeblich betroffen sein können.

Wie zeigt sich beim Hund nach dem Bienen- oder Wespenstich eine systemische Reaktion?

Die Anzeichen einer systemischen Reaktion sind Erbrechen, Durchfall oder Speicheln. Danach kann es auch zu Kreislaufstörungen kommen. Mögliche Symptome einer Kreislaufstörung sind beim Hund kalte Gliedmaßen, weiße Schleimhäute und die Tiere können auch kollabieren.

Im schlimmsten Fall, wenn die Hunde mit den Insekten spielen möchten, kann es auch zu Stichen im Maul kommen. Das kann lebensgefährlich sein, denn durch lokale Schwellungen kann es zu Atemnot kommen.

 

 

Grading of disease severity in dogs with signs of urticaria and/or anaphylaxis (as adapted)
                 
    Urticaria   Anaphylaxis  
Organ   Grade    
    0   1   2   3
    (Anaphylaxis
absent)
  (Mild)   (Moderate)   (Severe)
        ≤ 1 sign from two different organ systems each   ≤ 1 sign from two different organ systems each   ≤ 1 sign from two different systems each
                 
Skin   Wheals and/or
angioedema

  Wheals, angioedema, flushing, pruritus   Wheals, angioedema, flushing, pruritus   Wheals, angioedema, flushing, pruritus
                 
Gastrointestinal  system   None   Single episode of vomiting/
diarrhoea
  Abdominal pain, Persistent vomiting, Persistent diarrhoea   Abdominal pain, Persistent vomiting, Persistent diarrhoea
                 
Cardiovascular  system   None   None   Tachycardia
Pale mucous  membranes
  Collapse
Bradycardia
Hypotension
Cardiac arrest


                 
Respiratory
system
  None   None   Dyspnoea
Tachypnoea
Panting
  Cyanosis
Bradypnea
Respiratory arrest
Quelle: Rostaher A et al. Triggers, risk factors and clinico-pathological features of urticaria in dogs - a prospective observational study of 24 cases. Vet Dermatol. 2017 Feb;28(1):38-e9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27425644
       

 

Woran erkennt der Besitzer, dass es nötig ist, einen Tierarzt aufzusuchen, nachdem der Hund von einer Biene- oder  Wespe gestochen wurde?

Ein Tierarzt sollte immer sofort aufgesucht werden, wenn die folgenden Situationen vorliegen:

1.    Wenn ein Stich beobachtet wird und der Hund in der Vergangenheit schon Reaktionen gezeigt hat.

2.    Wenn die Schwellung mehr als 10 cm groß wird.

3.    Wenn die Schwellungen an mehreren Stellen auftreten.

4.    Wenn zusätzlich allgemeine Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Atemnot, Schwindel etc. auftreten.

Dabei ist es am besten, den Tierarzt bereits vorab telefonisch zu informieren, damit entsprechende Vorbereitungen getroffen werden können.

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