Flohallergie Hund Katze

Dr. med. vet. Kerstin Wildermuth, tierärztliche Spezialpraxis für Dermatologie, Allergologie und Ohrenerkrankungen in Wiesbaden zur Flohallergie bei Hund und Katze!

Flohallergie bei Hund und Katze: Symptome, Diagnose, Therapie

Ein Mittel zur Flohprophylaxe wird also auch zur Flohbekämpfung befallener Hunde und Katzen eingesetzt?

Ja. Die meisten Präparate die bei einem akuten Flohbefall eingesetzt werden, bieten auch eine weitere Prophylaxe über mehrere Wochen. Man setzt zur Flohbekämpfung bei Hund und Katze meistens adultizide Präparate ein, entweder in Tablettenform oder als Spot-on. Diese Floh-Adultizide töten den erwachsenen Floh ab, der durch seinen Biss das Speichelallergen überträgt. Dabei spielt die Abtötungsgeschwindigkeit der Flöhe eine wichtige Rolle, man nennt das „speed to kill“ (STK). Grundsätzlich kann man sagen, je schneller die Flöhe abgetötet werden, umso besser.2) Desweiteren sind auch Präparate erhältlich, welche die Reproduktion der Flöhe hemmen und somit insbesondere die weitere Entwicklung von Flöhen in der Umgebung vermeiden. Allerdings verhindern diese Präparate nicht den Flohstich durch einen adulten Floh.

Oft leben im Haushalt noch andere Hunde und Katzen. Dann ist es wichtig, dass diese Tiere auch eine Flohbehandlung bekommen, damit auch sie keine Flöhe ins Haus bringen und die Fortpflanzung und Verbreitung von Flöhen in der unmittelbaren Umgebung des flohallergischen Tieres fördern. Ist der Flohbefall sehr stark, kann der Flohdruck in der Umgebung des Tieres dazu führen, dass die antiallergische Behandlung nicht ausreichend wirkt.

Es kommt auch vor, dass die Besitzer von Flöhen befallen werden, allerdings ist der Mensch für den Floh nicht die erste Wahl.

Wann sollte man davon ausgehen, dass Flöhe in der Wohnung sind und wie entfernt man sie?

Wenn man auf dem Hund oder der Katze tatsächlich Flöhe sieht, muss man davon ausgehen, dass es sich um einen akuten Flohbefall handelt. Entsprechend der sogenannten Flohpyramide stellen die Flöhe, die auf Hund oder Katze sichtbar sind, nur ca. 5 Prozent der Flohpopulation dar, d.h. 95 Prozent - Eier, Larven, Puppen - befinden sich in der Umgebung des Tieres. Die erste Maßnahme zur Flohbekämpfung wäre dann, alles, was gut waschbar ist, zu waschen und gründlich staubzusaugen.

Um die Flöhe bzw. die Larvenstadien der Flöhe wirksam abzutöten, sollte man zudem eine Umgebungsbehandlung durchführen. Es gibt verschiedene pestizidhaltige, aber auch pestizidfreie Umgebungssprays. Z.B. gibt es ein Präparat auf Basis des Wirkstoffe Dimeticon, mit dem man Teppiche, Polster etc. einsprühen kann und das die Flohlarven verklebt.

Bei der Umgebungsbehandlung sollte man keinesfalls versäumen, die Mittel auch unter Schränken, in Ecken und Ritzen und im Auto zu versprühen. Flohlarven sind verstecken sich gerne in Ritzen und dunklen, geschützten Bereich. Behandelt man diese Verstecke nicht mit, können sich immer wieder neue Flohpopulationen entwickeln. Bei extrem starkem Flohbefall kann es nötig werden, einen Kammerjäger einzusetzen.

Welche Therapieoptionen gibt es bei der allergischen Flohspeicheldermatitis von Hund und Katze?

Die Flohprophylaxe ist die erste Maßnahme, wenn Hund oder Katze eine Flohallergie haben. Damit tötet man den bestehenden Flohbefall ab und verhindert den weiteren Allergenkontakt. Die allergische Reaktion hat man damit aber noch nicht behandelt.

Um die allergischen Symptome der Flohallergie zu kontrollieren, benötigen viele Hunde und Katzen eine antiallergische, antientzündliche Therapie, je nach Schwere der Symptome, z.B. mit Kortison. Besteht eine Sekundärinfektion mit Bakterien kann eine zusätzliche antibiotische Behandlung angezeigt sein.

Danach sollten Hund und Katze eine permanente Flohprophylaxe erhalten, um einen erneuten Flohbefall zu verhindern. Völlig vermeiden lässt sich ein Flohstich zwar nicht, aber ein Floh, der neu auf das Tier gelangt und zubeißt, wird durch den jeweiligen Wirkstoff sofort abgetötet. So lässt sich die Blutmahlzeit des Flohs möglichst kurz gestalten, damit möglichst wenige Allergene aus dem Speichel übertragen werden.

Frau Dr. Wildermuth, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Quellen:

1)    Bond et al., Survey of flea infestation in dogs and cats in the United Kingdom during 2005 , veterinary record, bmj journals, Volume 160, Issue 15, http://veterinaryrecord.bmj.com/content/160/15/503

2)    Kerstin  Wildermuth, Die Bedeutung der Abtötungsgeschwindig­ keit von Flöhen (speed of kill [SOK]) bei der Behandlung der allergischen Flohspeicheldermatitis, DOl   10.2377/0023-2076-61-366, http://vetline.de/die-bedeutung-der-abtoetungsgeschwindigkeit-von-floehen-speed-of-kill-sok-bei-der-behandlung-der-allergischen-flohspeicheldermatitis/150/3231/96649/

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.