Flohallergie Hund Katze

Dr. med. vet. Kerstin Wildermuth, tierärztliche Spezialpraxis für Dermatologie, Allergologie und Ohrenerkrankungen in Wiesbaden zur Flohallergie bei Hund und Katze!

Flohallergie bei Hund und Katze: Symptome, Diagnose, Therapie

Wie genau stecken sich Hund und Katze denn mit Flöhen an?

Viele gehen davon aus, dass Flöhe von einem Tier auf das andere übertragen werden, aber dies ist nicht der Fall. Tatsächlich spielt sich das Heranreifen des Flohs vom Ei bis zum erwachsenen Floh in der Umgebung ab. Der herangereifte erwachsene Floh wartet dann darauf, dass ein Hund oder eine Katze vorbei kommen und er aufspringen kann. Hat der Floh seinen Wirt einmal gefunden, verbleibt er dort, nimmt seine Blutmahlzeit auf und startet die Eiablage – er wechselt meistens nicht das Wirtstier. Die Floheier fallen dann in die Umgebung und entwickeln sich zu erwachsenen Flöhen – dann beginnt der Kreislauf von neuem.

Somit gelangen die Flöhe, ähnlich wie Zecken, auch aus der Umgebung auf das Tier. Da die Zecken aber, wie erwähnt, deutlicher zu sehen sind, führen viele Besitzer hierfür in den Sommermonaten eine Zeckenprophylaxe durch und diese ist oft mit einer Flohprophylaxe kombiniert. Da Zecken im Winter nicht aktiv sind, unterbrechen die Besitzer die Prophylaxe dann häufig – eine Chance für die Flöhe! Hunde und Katzen mit einer Flohspeichelallergie sollten deshalb ganzjährig eine Flohprophylaxe erhalten. Das gilt ebenso für Tiere, die bereits durch eine Allergie auf Pollen oder Hausstaubmilben vorbelastet sind. Studien haben gezeigt, dass diese Tiere ein vierfach höheres Risiko tragen, auch noch eine Flohallergie zu entwickeln. Außerdem können Flöhe auch andere Erkrankungen übertragen, u.a. Bandwürmer oder Bartonellen.  

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß des Flohbefalls und dem Risiko, dass Hund oder Katze eine Flohallergie entwickeln?

Wenn der Hund oder die Katze auf Flohspeichel sensibilisiert ist, reicht ein einziger Flohbiss aus, um allergische Reaktionen hervorzurufen. Den Floh muss man nicht einmal sehen, denn Flöhe werden von den Tieren auch weggeknabbert oder weggeschleckt, gerade Katzen sind da sehr schnell. Das bedeutet: Auch ohne sichtbaren Flohbefall können Hund oder Katze Symptome einer allergischen Flohspeichelallergie zeigen.

Wie genau sehen die Symptome einer allergischen Flohspeichelallergie aus?

Bei der allergischen Flohspeichelallergie kann es zu einer ganzen Bandbreite von Symptomen kommen, die nicht gemeinsam auftreten müssen.

Ein Leitsymptom bei der allergischen Flohspeichelallergie ist der Juckreiz, d.h. Hund oder Katze kratzen sich sehr intensiv. Oft ist der Juckreiz bei Hund und Katze auf die hintere Körperhälfte begrenzt. Typische Körperstellen bei Hund und Katze, an denen sich eine Flohspeichelallergie manifestiert, sind insbesondere der Hüftbereich, der Schwanzansatz und der obere Schwanzbereich, das Sitzbein, Oberschenkel, die Flanken und der hintere Rückenbereich. Manchmal zeigen sich Symptome der Flohallergie bei Hund oder Katze auch im Bauch- oder Genitalbereich. Bei Katzen kann sich eine Flohallergie auch an Kopf und Hals zeigen und eine miliare Dermatits sowie Symptome des eosinophilen Granulomkomplexes verursachen.   

Es gibt Hunde und Katzen, bei denen bei einer Flohallergie lediglich Juckreiz auftritt. Bei anderen ist die Haut gerötet oder es entwickeln sich sogenannte „Hotspots“. Hotspots sind eitrige Entzündungen, die von einem Tag auf den anderen entstehen können. Es gibt auch Hunde und Katzen, bei denen der Juckreiz so stark ist, dass sie sich das Fell wegschlecken oder wegknabbern. Auch können Krusten entstehen, die auf sekundäre Infektionen mit Bakterien hinweisen. Diese Sekundärinfektionen müssen ebenfalls behandelt werden.

Sie sagten, dass die Diagnose bei der Flohallergie nicht leicht sei…

Die Diagnosestellung der allergischen Flohspeicheldermatitis ist leider nicht einfach. Es gibt zwar Allergietests auf Flöhe, sowohl Hauttests, als auch Bluttests. Studien haben jedoch gezeigt, dass diese Tests auch falsch negative Resultate ergeben können. Das heißt, das Tier hat eine Flohspeichelallergie, obwohl der Test negativ ist und somit sind die Tests zur Diagnose nicht uneingeschränkt geeignet.  

Der beste Weg, eine allergische Flohspeicheldermatitis zu diagnostizieren, ist deshalb die typische passende klinische Symptomatik und ein Ansprechen auf die Therapie. Besteht aufgrund der Klinik der Verdacht, dass Hund oder Katze eine Flohspeichelallergie haben, erhält das Tier eine Flohprophylaxe und, falls angezeigt, eine Behandlung der Sekundärinfektion. Verbessert sich daraufhin der Hautzustand, bestätigt dies den Diagnoseverdacht.

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