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Allergie Narkosemittel Auslöser Risikofaktoren Maßnahmen

Dr. med. Julia Elisabeth Pickert zum Thema: Allergie auf Narkosemittel - Auslöser, Risikofaktoren, Maßnahmen!

Allergie auf Narkosemittel: Auslöser, Risikofaktoren, Maßnahmen!

Kann das der Patient die Abklärung der Ursachen für seine allergischen Reaktionen bei Operationen selbst in Angriff nehmen?

Ja, und er sollte es vor allem rechtzeitig in Angriff nehmen. Wir haben häufig Fälle, in denen sich Patienten bei uns melden und sagen, dass sie in einer Woche eine Operation haben und mögliche Allergien zuvor abgeklärt werden sollen. Das ist dann schwierig, da die Abklärung einer Allergie auf Narkosemittel langwierig ist. Es ist meist nicht mit nur einem Besuch im Allergiezentrum getan. Die allergologische Diagnostik einer Allergie auf Narkosemittel setzt sich zusammen aus einer gründlichen Anamnese und aufwändiger Hauttestung. Häufig kommt im Anschluss auch noch eine stationäre Provokationstestung hinzu. Sobald man also weiß, dass unter Umständen eine Allergie auf Narkosemittel vorliegt, sollte man sich frühzeitig an ein Allergiezentrum wenden, um diese medizinisch abklären zu lassen.

Heißt das, man sollte die Ursachen für eine allergische Reaktion unmittelbar danach und nicht erst vor der nächsten Operation abklären lassen?

Richtig. Das hat auch noch andere Vorteile. Einige Tests schlagen immer schlechter an, je länger die allergische Reaktion zurückliegt. Der beste Zeitraum der Abklärung einer Allergie auf Narkosemittel liegt zwischen 1 bis 6 Monaten nach der Narkose, bei der es zu einer allergischen Reaktion kam. Dieser eine Monat sollte aber unbedingt eingehalten werden, da die während der Operation verabreichten anti-allergischen Medikamente die Testergebnisse verändern könnten. Generell sollte man sich mit der Abklärung der Allergie nicht jahrelang zeitlassen, da dies die Diagnostik erschwert.

 

Welche Informationen benötigt der Patient, wenn er eine allergische Reaktion auf Narkosemittel abklären lassen möchte?

Ganz wichtig ist, dass der Patient das Narkoseprotokoll zum Erstgespräch mitbringt. Meistens erfolgt die Abklärung in einem Allergiezentrum und nicht unbedingt in der Klinik, in der die Operation stattfand. Das bedeutet, dass der Arzt keinen Zugriff auf die Operationsdokumente hat. Daher ist es wichtig, dass der Patient sich nach einer nicht vertragenen Narkose eine Kopie des Narkoseprotokolls aushändigen lässt. So kann der abklärende Allergologe später genau sehen, welche Medikamente zu welchem Zeitpunkt verabreicht wurden und zu welchen Symptomen es daraufhin kam.

Vielen Patienten ist gar nicht so bewusst, wie viele unterschiedliche Medikamente in Operationen eingesetzt werden und wie komplex eine Narkose tatsächlich ist. Nur mit diesen Informationen ist es dem Allergologen möglich, eine Testung sinnvoll zu planen.

Welche Informationen sollte der Patient dem Arzt noch geben?

Die Diagnostik besteht ja aus Anamnese, Hauttests und Provokationstests. Am Ende der Diagnostik steht auch immer ein Allergiepass. Wenn nach der Allergieabklärung ein Pass ausgestellt wird, muss der Patient diesen natürlich immer mit sich führen und bei sämtlichen Narkosevorgesprächen beziehungsweise Aufklärungsgesprächen vorlegen. Häufig werden in diesem Pass dann auch schon mögliche Ausweichmedikamente angegeben.

Frau Dr. Pickert, herzlichen Dank für dieses Gespräch!