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Arthrose Arthritis Symptome, Diagnose, Therapie

Dr. Nicolas Gumpert zum Thema Arthrose - Arthritis: Symptome, Diagnose, Therapie

Arthrose/Arthritis: Unterschied, Symptome, Diagnose, Therapie

Wie sieht die Diagnose bei der Arthrose bzw. Arthritis aus?

Bei einer Diagnose einer Arthrose bzw. Arthritis geht man wie folgt vor:

1. Mittels Anamnese erhebt man die Krankengeschichte: Was ist das auslösende Agens?

2. Dann folgt die Untersuchung. Besteht eine Arthrose, findet man häufig

a. entzündlichen Prozesse,

b. Wasser im Gelenk,

c. Schwellung der Schleimhaut und dadurch auch verminderte Bewegungsumfänge

3. Dann kommen die bildgebenden Verfahren, klassischerweise:

a. der Ultraschall für die Schwellung,

b. das Röntgenbild für den Zustand des Gelenks in der Achse, das heißt Fehlstellungen spielen eine Rolle.

c. Den Kernspin (MRT) zur Beurteilung von Knorpeln und Bändern.

Mittels Kernspin lässt sich der eigentliche Knorpelzustands, der Schweregrad der Arthrose, bestimmen.

Und wie sieht bei Arthrose bzw. Arthritis die Therapie aus?

Die Therapie richtet sich individuell nach dem Ausmaß der Knorpelschäden. Entscheidend ist jedoch auch der Anspruch des Patienten. So hat zum Beispiel ein Schachspieler eine deutlich andere Erwartungshaltung an die Therapie als ein Marathonläufer. Der Marathonläufer muss deutlich offensiver und umfangreicher behandelt werden. Es gilt also die Therapie situativ auszurichten, und nicht einfach nur den einzelnen Knorpelschaden zu betrachten. Einen schlafenden Knorpelschaden muss man teilweise gar nicht behandeln und eine Arthritis, also ein wacher Knorpelschaden, der muss immer sofort behandelt werden.

In der Arthritistherapie, gerade in der modernen Orthopädie, dominieren Lokaltherapien. Das heißt, wenn zum Beispiel eine Schwellung des Knies vorliegt, injiziert man entzündungshemmende Medikamente lokal, um das systemische NSAR zu vermeiden. „Lokal“ bedeutet hier „direkt ins Kniegelenk“. Dabei arbeitet man mit Entzündungshemmern. Die Dosierung ist hierbei so niedrig, dass sie in der Regel sogar bei NSAR-Unverträglichkeit vertragen wird. Das liegt daran, dass der Wirkstoff lokal wirkt, also genau da, wo er wirken soll. Bei oraler Gabe durch Tabletten benötigt man hingegen exponentiell höhere Dosierungen, um im Kniegelenk die gleiche Wirkung wie bei einer lokalen Gabe zu erreichen.

Mit „Entzündungshemmern“ ist Kortison gemeint, oder?

Das kommt auf den Einzelfall an. In der Regel beginnt man mit einem niederpotenten Kortison. Wenn der Knorpelschaden dies zulässt, wird das Kortison mit einem Hyaluron-Derivat kombinieren, das im Gelenk indirekt entzündungshemmend wirkt.

Wird das Hyaluron gegeben, um den Knorpel wieder aufzubauen?

Dass Hyaluron den Knorpel „aufbaut“ würde ich nicht unterschreiben. Vielmehr wirkt Hyaluron „aufquellend“. Das gilt für den Knorpel im Knie genauso wie für den kosmetischen Einsatz von Hyaluron, zum Beispiel im Bereich der Lippen. Auch hier wirkt Hyaluron nicht aufbauend, sondern quellend. Hyaluron gilt als guter Wasserbinder.

Das bedeutet, Hyaluron hat einen zeitlich begrenzten Effekt?

Genau! Im Knorpelgewebe kommt Hyaluron natürlicherweise vor - 25 Prozent des Gelenkknorpels bestehen aus Hyaluron. Wenn man diesen Anteil an Hyaluron aufsättigt, steigert dies dessen Fähigkeit, Wasser zu binden und es kommt zum Aufquellen des Knorpels. Da dies jedoch ein reversibler Effekt ist, heißt das, dass es weder zu einem Aufbau des Knorpels noch zur Heilung kommt.

Aber: Temporär positive Effekte lassen sich mit Hyaluron durchaus erzielen. So verbessern sich die stoßdämpfenden Eigenschaften des Knorpels und möglicherweise vorhandene Risse im Knorpel schließen sich aufgrund des Hyaluron-Quelldrucks. Ist der Knorpel jedoch bereits abgebaut, bringt Hyaluron gar nichts.

Herr Dr. Gumpert, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

 

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