Allergie auf Penicillin: Häufigkeit, Symptome, Alternativen

Bedeutet das, wenn man einen Wirkstoff dieser Antibiotika-Gruppen nicht verträgt, verträgt man alle anderen auch nicht?

Solange man noch nicht abgeklärt hat, gegen welche Substanz die Unverträglichkeit konkret besteht, würde man dem Patienten keinen Wirkstoff dieser Medikamentengruppe verabreichen. Besteht jedoch eine echte Allergie, bezieht sie sich oft nur auf einen Teil der Wirkstoffe, oft auf die Aminopenicilline, während die anderen verträglich sind.        

                

Wie aufwändig ist die Diagnose einer Penicillinallergie und wie wird sie gestellt?

Die solide Diagnose einer Penicillinallergie ist aufwändig. Zunächst erfolgt die Anamnese in der Absicht, möglichst viele Details zu eruieren. Oft ist dies schwierig, weil es sich häufig um Reaktionen handelt, die in der Kindheit aufgetreten sind, aber erst im späteren Erwachsenenalter abgeklärt werden sollen. Zur Diagnose gehört auch eine Hauttestung mit verschiedenen Penicillinderivaten und bei Bedarf auch Laboruntersuchungen.

Zum letztendlichen Nachweis oder Ausschluss einer Penicillinallergie gehört auch ein Provokationstest. Das bedeutet, man gibt dem Patienten das verdächtige oder ein alternatives Medikament unter Aufsicht und unter Beachtung gewisser Sicherheitsmassnahmen.

Insgesamt kann der Prozess der Diagnosestellung durchaus längere Zeit in Anspruch nehmen.

Gibt es Risikofaktoren für eine Penicillinallergie, wie z.B. andere Allergien?

Die Allergie auf Penicillin ist unabhängig von einer Atopieneigung, die, zum Beispiel, mit Heuschnupfen oder Asthma einhergeht.

Ebenso ist die Penicillinallergie nicht erblich. Als Kind penicillinallergischer Eltern trägt man kein erhöhtes Risiko.

Wie sehen die Symptome einer Allergie auf Penicillin aus und in welchem zeitlichen Abstand zum Penicillin-Kontakt kann sie auftreten?

Bei der Penicillinallergie gibt es unterschiedliche klinische Manifestationsformen. Zum einen kann es zur allergischen Soforttyp-Reaktion in Form von Urtikaria bzw. Nesselsucht kommen. Aber auch Atem- und Kreislaufbeschwerden im Sinne einer anaphylaktischen Reaktion können auftreten.  Eine allergische Reaktion vom Spättyp ist bei der Allergie auf Penicillin ebenfalls möglich. Dann können ein bis drei Tage nach der Behandlung mit Penicillin Arzneimittelexantheme auftreten. Diese Arzneimittelexantheme zeigen sich in Form von roten Flecken an der Haut und gehen mit starkem Juckreiz einher. Sehr selten können die Schleimhäute oder innere Organe mitbetroffen sein.

Sehr selten kommt es zu Reaktionen auf Penicillin, die sich auf die Zusammensetzung des Blutes bzw. die Blutzellen auswirken oder bei denen das Penicillin direkt an der Leber wirkt. Dies sind jedoch Raritäten, meist kommt es zu allergischen Soforttyp- oder Spättyp-Reaktionen.  

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