Düsseldorfer Allergietage 2015

Prof. Dr. med. Bernhard Homey, Sprecher des UniversitätsAllergieZentrums, Düsseldorf

Düsseldorfer Allergietage: Neues aus der Forschung und Praxistipps!

prof dr antje schuster zentrum fuer kinder und jugendmedizin universitaetsklinikum duesseldorfErdnussallergie: Cut-off-level identifizieren mit der molekularen Allergiediagnostik?

Interessantes zum Thema Erdnussallergie berichtete Frau Prof. Dr. med. Antje Schuster, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf. Zunächst die Ausgangslage: Die KiGGS-Studie, eine große deutsche Studie zur Kindergesundheit, hat ergeben, dass bei 10 Prozent der deutschen Schulkinder Sensibilisierungen auf Erdnuss vorliegen. Klinisch relevante Erdnuss-Allergien bestehen nur bei 1 bis 2 Prozent der Kinder. Um zu ermitteln, ob tatsächlich eine Erdnussallergie besteht, steht zurzeit nur die orale Provokation zur Verfügung, eine aufwändige Untersuchung. Ziel der Forschung ist es deshalb, einen Marker zu finden, mit dessen Hilfe man das Risiko einer anaphylaktischen Reaktion ermitteln kann.

Eine Gruppe um Frau Prof. Beyer und Herrn Prof Niggemann an der Charité Berlin hat untersucht, ob sich bei Allergien auf Haselnuss und Erdnuss mit Hilfe der molekularen Allergiediagnostik anhand des spezifischen IgE-Wertes Cut-off-level identifizieren lassen, die aufwendige Provokationstestungen überflüssig machen. Dazu wird ein großes Register geführt, in dem Kinderallergologen aus Deutschland die Daten und Befunde ihrer  Provokationstestungen eingeben. Die Ergebnisse: Es kommt für die Erdnussallergie mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit zu einer positiven Provokationstestung, wenn das spezifische IgE gegen Ara h2 ≥ 42,2 kU/l beträgt. Bei der Haselnuss liegt eine 90 prozentige Wahrscheinlichkeit für eine positive Provokationstestung vor bei einem spezifischen IgE gegen Cor a14 ≥ 47,8 kU/l.

prof dr natalja novak klinik fuer dermatologie und allergologie universitaetsklinik bonnAtopische Dermatitis – neue Erkenntnisse - unterschiedliche Endophänotypen – Antikörpertherapien

Prof. Dr. Natalja Novak, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinik Bonn, führte aus, dass die Diagnose der Atopischen Dermatitis zwar gut erstellt werden kann, dass aber die Ursachen der Erkrankung von Patient zu Patient sehr unterschiedlich können. Atopische Dermatitisist nicht gleich atopische Dermatitis und auf die unterschiedlichen Endophänotypen gilt es bei der therapeutischen Strategie Rücksicht zu nehmen.

Die Hautbarrierefunktion spielt bei der atopischen Dermatitis eine sehr wichtige Rolle, auch bereits in frühen Lebensphasen. So ist lässt sich z.B. bereits am 2. Lebenstag der transepidermale Wasserverlust an der Haut eines Säuglings feststellen. Dieser gilt als ein prädikativer Wert für die Entstehung von atopischer Dermatitis. Dementsprechend kann sich die Unterstützung der Hautbarrierefunktion bei Risikokindern deutlich auf die Manifestation einer atopischen Dermatitis auswirken.

Bei bestehender Neurodermitis weiß man heute auch, dass die nicht-läsionale Haut der Patienten nicht der „normalen“ Haut entspricht. Auch in der gesund erscheinenden Haut besteht bei den Patienten eine subklinische Inflammation. Im Zentrum der klinischen Praxis steht deshalb zunehmend ein proaktives Vorgehen durch die Basistherapie zur Schubvermeidung.

Zurzeit werden mehrere Studien durchgeführt, die die Wirkung von Antikörpertherapien bei atopischer Dermatitis untersuchen. Bei einer dieser Studien wurde die Alphakette des IL-4-Rezeptors als Target genutzt, mit durchschlagendem Erfolg. Es gibt also positive Signale im Hinblick auf neue, wirksame und individualisierte Therapien bei Neurodermitis.

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