Kinderärzte Blog

Dr. Gerald Hofner und Dr. Stefan Schwarz - die Kinderärzte

Die Kinderärzte: Medizinische Infos und Alltagstipps für Eltern im Blog

Nach wie vor gibt es noch sehr viele Arztpraxen, die im Internet nicht mit einer Website für ihre Praxis vertreten sind. Kinderärzte, die zusätzlich auch noch einen Blog betreiben und auf Facebook vertreten sind, sind eine große Ausnahme. Übervolle Praxen sind heutzutage die Regel, was also bringt Dr. Gerald Hofner und Dr. Stefan Schwarz dazu, neben ihrer eigentlichen Arbeit als Kinderärzte auch noch zu Bloggen? MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Gerald Hofner über das innovative Projekt derkinderarztblog.com.

Herr Dr. Hofner, Sie haben für Ihre Gemeinschaftspraxis, die Sie zusammen mit Dr. Stefan Schwarz betreiben, einen Blog eingerichtet und sind auf Facebook vertreten – wie kam es zu dieser innovativen Idee?

Der Blog war die logische Verbindung zweier Ideen: Einmal hatten wir schon seit Beginn unserer Praxistätigkeit den Wunsch, die Themen, für die wir in der Praxis gefühlt nicht genug Zeit haben, ausführlicher darzustellen und auch eine persönliche Einschätzung zu geben. Zum anderen wollten wir unsere Vorerfahrung im Bereich von eHealth weiter verfolgen, also der Nutzung elektronischer Medien im Gesundheitswesen. Das Format „Blog“ fanden wir dann sehr spannend, weil es mit den modernen Plattformen simpel aufzubauen ist und vielfältig nutzbar.

Seit wann betreiben Sie Ihren Blog und wer sind Ihre Leser?

Wir haben den Blog im Herbst 2014 gestartet. Zunächst kamen die Leser aus dem Freundeskreis, dann zunehmend aus der näheren Umgebung und aus dem eigenen Patientenkreis. Inzwischen hat sich das aber erfreulich ausgedehnt, sogar über die deutschen Grenzen hinaus. Selbst in der Google-Suche erscheinen wir bei manchen Themen schon erstaunlich weit vorne.

Welche Reaktionen bekommen Sie von Ihren Lesern?

Die wichtigste Rückmeldung ist, dass wir treue Leser haben, was sich in 60 bis 100 Aufrufen je Tag widerspiegelt. Das ist schon mehr als wir an täglichen Patienten in der Praxis versorgen. Via Facebook und via derkinderarztblog.com bekommen wir auch Likes und Kommentare. Jede Form von Rückmeldung freut uns da natürlich, weil sie uns weiter hilft die Themen auszuwählen und noch genauer auf das Interesse der Leser abzustimmen.


Auf Ihrer Seite schreiben Sie, eines Ihrer Ziele sei „der Wunsch, qualitativ hochwertige Medizin einfach und eingängig dem Patienten nahe zu bringen“. Heißt das, dass Patienten oft unzureichend informiert sind?

Genau dieses Problem sehen wir. Die Zeit für den Patienten ist in der Praxis knapp – aufgrund unserer wirtschaftlichen Zwänge und aufgrund der Verknappung ärztlicher Leistung überhaupt. Patienten bzw. die Eltern der kleinen Patienten nutzen deshalb häufig andere Quellen, um sich weiter zu informieren, etwa auch Dr. Google. Die Qualität der dort zu erhaltenen Auskünfte ist aber sehr unterschiedlich. Mit dem Blog wollen wir dieses Problem ein wenig auffangen. Es sind genau die Themen, die wir in der Praxis gerne ausführlicher darstellen wollten, wofür aber zu wenig Zeit da ist. Dennoch sind die Beiträge „hochwertig wie ein Praxisbesuch“: Alle Blogbeiträge geben den aktuellen Stand der Wissenschaft wieder und sind fachärztlich geschrieben oder überprüft. Und es lässt noch genug Spielraum um unsere persönliche ärztliche Meinung, also die von erfahrenen Praxisärzten, einfließen zu lassen, eben wie auch im persönlichen Gespräch in der Praxis.

Nach welchen Kriterien suchen Sie Ihre Themen aus?

Die Themen des Blogs stammen direkt aus dem Praxisalltag. Wir erleben die Fragen und die Probleme der Familien. Da gibt es Vieles, was wir gerne verdeutlichen wollen. Das Spektrum ist groß: Von Randthemen, die keinen richtigen Platz in der Sprechstunden haben, bis zu großen Themen von allgemeingültiger Bedeutung, die einer größeren Leserschaft zugeführt werden sollten. Aber auch unsere persönliche Meinung zu bestimmten Fragen ist ein Kriterium.


Bei welchen Themen besteht der größte Informationsbedarf? Welche Themen wünschen sich Ihre Leser?

In unserem Blog ist ein Formular enthalten, mit dem unsere Leser Themen anregen können. Damit oder durch Kommentare, dürfen uns unsere Leser gerne noch mehr Rückmeldung geben, zu der Auswahl der Themen selbst und natürlich auch zu unserer Bearbeitung der Themen. Wir würden uns freuen.

dr schwarz und dr hofner die bloggenden kinderaerzteSie behandeln auch „nicht-medizinische“ Themen wie z.B. „Übertritt an weiterführende Schule“ oder „Erziehung zum Umweltschutz“. Greifen Sie damit Problemstellungen auf, die Ihnen in Ihrer Praxis begegnen?

Ja, genau.

Gerade zum Thema Schule wird der Kinderarzt sehr häufig in Anspruch genommen. Zum Ausschluss von echten Entwicklungsstörungen mit Einfluss auf die Schulfähigkeit. Aber die Eltern suchen auch oft allgemeinen Rat. Es gibt da ja wenige „neutrale“ Stellen, die hier beraten. Der Staat hat seine Philosophie zum Thema Schule. Das muss nicht immer mit dem Interesse der Eltern für ihr Kind übereinstimmen. Wir versuchen hier, Ängste zu nehmen, zu vermitteln und Lösungen zu finden – in der Sprechstunde und im Blog.

Erziehungsthemen sind der andere große „nicht-medizinische“ Komplex, der uns in der Praxis begegnet. Unsere Blogbeiträge dazu spiegeln das wider.

Und hin und wieder muss ein Blog auch einmal durch anderes Nicht-Medizinisches aufgelockert werden, sei es etwas Lustiges aus dem Familienleben oder Spannendes vom Kindsein. Und auch die genialen Graphiken von Dr. Schwarz sind in unserem Blog immer ein hervorragender Blickfang.

Herr Dr. Hofner, herzlichen Dank für dieses Interview!

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