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Allergien Vitamin D-Mangel Zusammenhang

Allergien und Vitamin D-Mangel, gibt es einen Zusammenhang?

Allergien und Vitamin D-Mangel, gibt es einen Zusammenhang?

Experten gehen davon aus, dass der Mangel an Vitamin D in den nördlichen Ländern aufgrund veränderter Lebensbedingungen sehr verbreitet ist. Welche Auswirkungen hat das auf den Körper? Was hat Vitamin D mit Allergien zu tun und was kann man machen, um die Vitamin D-Speicher aufzufüllen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Autor: Irene Brandenburg

Wozu benötigt man Vitamin D und woher bekommt der Körper Vitamin D?

Vitamin D ist kein Vitamin im eigentlichen Sinne. Es ist die Vorstufe eines Hormons. Der Mensch nimmt nur eine geringe Menge Vitamin D mit der Nahrung auf. Es ist zum Beispiel in fettreichem Fisch, Eiern und Milch enthalten. Den größten Teil stellt der Körper aber mithilfe der UVB Strahlung der Sonne in der Haut selbst her. Aus diesem Grund wird Vitamin D auch häufig als "Sonnenhormon" bezeichnet. Vitamin D ist in erster Linie an der Regulation des Kalzium- und Phosphathaushaltes beteiligt und spielt daher für die Knochengesundheit eine bedeutende Rolle. Diese Funktion von Vitamin D ist schon sehr lange bekannt. Inzwischen hat man aber festgestellt, dass fast überall im Körper Rezeptoren zu finden sind, an die sich aktivierte Formen des Vitamin Ds, binden können – auch in Geweben, die mit dem Kalzium- und Phosphat-Haushalt nichts zu tun haben. Vitamin D kann also auch bei zahlreichen anderen Prozessen im Körper eine Rolle spielen. Auch an der Regulation von Genen scheint Vitamin D beteiligt zu sein. Man geht davon aus, dass Vitamin dadurch unter anderem einen Einfluss auf das Immunsystem hat.

Wieviel Vitamin D benötigt der Körper?

Zum Bedarf an Vitamin D gibt es unterschiedliche Ansichten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung schreibt, dass ein normalgewichtiger erwachsener Mensch etwa 800 IE Vitamin D pro Tag benötigt6. Manche Wissenschaftler gehen aber von weit höheren Werten von bis zu 4000 IE Vitamin D pro Tag aus.

Welche Krankheiten könnten durch Vitamin D-Mangel entstehen?

Bereits seit langer Zeit weiß man, dass Vitamin D -Mangel zu Knochenerkrankungen führen kann. Bekommen Kleinkinder zu wenig Vitamin D, so können sie an Rachitis erkranken.

Dabei werden in die Knochen nicht ausreichend Mineralstoffe eingelagert und sie verformen sich.

Bei Erwachsenen wird eine Knochenerweichung durch Vitamin -Mangel als Osteomalazie bezeichnet. Auch bei der Entstehung von Osteoporose kann Vitamin D eine Rolle spielen. In wissenschaftlichen Studien hat man inzwischen außerdem einen Zusammenhang zwischen Vitamin D- Mangel und unterschiedlichsten anderen Erkrankungen gezeigt. Hiervon sind fast alle Organsysteme betroffen. Das Spektrum reicht von Herz-Kreislauferkrankungen über Magen-Darm-Erkrankungen zu unterschiedlichsten neurologischen Krankheitsbildern. Auch zur Entstehung von Krebserkrankungen könnte ein Vitamin-D- Mangel beitragen.

Allerdings konnte bisher nicht immer bewiesen werden, dass die Einnahme von Vitamin D tatsächlich vor den entsprechenden Erkrankungen schützt. Auch therapeutische Studien mit Vitamin D kamen nicht immer zu eindeutigen Ergebnissen.

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Welche Rolle spielen die Lebensbedingungen bei der Entstehung eines Vitamin-D-Mangels? Was ist heute anders als früher?

Mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass die Menschen es heute schwerer haben, genügend Vitamin D zu produzieren: Zum einen arbeitet der überwiegende Teil der Bevölkerung in Räumen, wo die Sonne nicht hinkommt. Wenn man sich im Freien aufhält, hat man häufig Freizeitkleidung an, die nahezu den ganzen Körper bedeckt. Im Sommer nutzt man zudem Sonnencreme, damit man keinen Sonnenbrand bekommt. Dadurch wird die Produktion von Vitamin D in der Haut eingeschränkt. Eine Studie des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 20161 zeigte, dass bei 30,2 Prozent der Erwachsenen die Konzentration von Vitamin D im Blut zu gering ist.

Kann man durch Vitamin-D-Mangel Allergien bekommen?

Tatsächlich hat man einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D und Allergien festgestellt. Allerdings gibt es auch zu diesem Thema unterschiedliche Meinungen und Ergebnisse. Verschiedene Übersichtsarbeiten kamen zum Beispiel zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Vitamin D in der Schwangerschaft das Kind vor der Entstehung von Atembeschwerden und Asthma schützt.2,3 Weniger klar ist der Zusammenhang von Vitamin-D-Mangel mit anderen allergischen Erkrankungen. Hier muss die Wissenschaft noch vieles klären.

Ebenso gibt es bezüglich der Therapie der Erkrankungen durch die Gabe von Vitamin D noch einiges zu erforschen. So hat man zum Beispiel festgestellt, dass die Einnahme von Vitamin D dabei helfen kann, schlimme Asthmaanfälle zu verhindern.4 Ob dies allerdings für alle Betroffenen gilt oder nur für Menschen mit erniedrigten Vitamin D-Werten ist nicht klar. Konkrete Empfehlungen zur Dosis und Dauer einer Therapie kann man bisher nicht geben.

Was kann man tun, um seinen Vitamin D-Spiegel zu normalisieren bzw. um einen zu niedrigen Vitamin D-Spiegel zu verhindern?

Um den Vitamin D-Speicher aufzutanken, sollte man auf jeden Fall Sonne an die Haut lassen. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, in den wärmeren Monaten, also zwischen März und Oktober zwei bis dreimal in der Woche ein kleines Sonnenbad zu nehmen5. Dabei soll man Gesicht, Arme und Hände ohne Sonnenschutz der Sonne aussetzen, allerdings nur für kurze Zeit. Sonnenbrände sind unbedingt zu vermeiden, da sie das Hautkrebs-Risiko erhöhen. Ob zusätzlich ein Vitamin D-Präparat angezeigt ist, sollte man mit einem Arzt besprechen. Er kann den Vitamin D Spiegel im Blut bestimmen lassen und darauf basierend Empfehlungen abgeben.

Kann Vitamin D Nebenwirkungen haben?

Ja, Vitamin D kann auch Nebenwirkungen haben, wenn man zu viel davon einnimmt. Der Körper selbst produziert nie zu viel Vitamin D - auch nicht wenn man viel Sonne an die Haut lässt. Bei einer normalen Ernährung kann es daher nicht zu überhöhten Vitamin D-Werten im Blut kommen.

Anders sieht es aus, wenn man Vitamin D-Präparate in sehr hoher Dosierung einnimmt. Dann kann sich das Vitamin im Körper ansammeln. Ist der Vitamin D-Spiegel dauerhaft zu hoch, so steigt der Kalzium-Gehalt im Blut an.

Die Beschwerden sind unspezifisch und sehr variabel. Häufig kommt es durch zu viel Vitamin D zum Beispiel zu:

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Gewichtsabnahme
  • Schwäche
  • Nervosität
  • Herzrhythmusstörungen
  • vermehrter Urinausscheidung

Kann ein Vitamin D-Präparat eine Allergie auslösen?

Es kann vorkommen, dass man ein bestimmtes Vitamin D-Präparat nicht verträgt. Dann sollte man unbedingt prüfen, welche Hilfsstoffe in dem Präparat enthalten sind. In der Regel sind es die Hilfsstoffe, die zu Allergien oder Unverträglichkeiten führen, und nicht das Vitamin D.

 

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Quellen:

1. Robert Koch-Institut. Vitamin-D-Status von Erwachsenen in Deutschland. Published online 2016. DOI: 10.17886/RKI-GBE-2016-036

2. Venter C, Agostoni C, Arshad SH, et al. Dietary factors during pregnancy and atopic outcomes in childhood: A systematic review from the European Academy of Allergy and Clinical Immunology. Pediatr Allergy Immunol Off Publ Eur Soc Pediatr Allergy Immunol. 2020;31(8):889-912. DOI: 10.1111/pai.13303

3. Beckhaus AA, Garcia-Marcos L, Forno E, Pacheco-Gonzalez RM, Celedón JC, Castro-Rodriguez JA. Maternal nutrition during pregnancy and risk of asthma, wheeze, and atopic diseases during childhood: a systematic review and meta-analysis. Allergy. 2015;70(12):1588-1604. DOI: 10.1111/all.12729

4. Martineau AR, Cates CJ, Urashima M, et al. Vitamin D for the management of asthma. Cochrane Database Syst Rev. 2016;(9). DOI: 10.1002/14651858.CD011511.pub2

5. Bundesamt für Strahlenschutz, (Abruf am 17. 02.2022) https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/akut/empfehlung-vitamin-d.html

6. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Abruf am 17.2.2022) https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/

7. Institute of Medicine (US) Committee to Review Dietary Reference Intakes for Vitamin D and Calcium; Ross AC, Taylor CL, Yaktine AL, et al., editors. Dietary Reference Intakes for Calcium and Vitamin D. Washington (DC): National Academies Press (US); 2011. DOI: 10.17226/13050

 

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.