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Covid-19 Sterblichkeit Zahlen

Prof. Lucas Böttcher zum Thema "COVID-19 & Sterblichkeit: Was sagen Zahlen?"!

COVID-19 & Sterblichkeit: Was sagen Zahlen?

Die Frage, was die Zahlen zur Sterblichkeit durch COVID-19 wirklich aussagen, beschäftigt Viele und macht Angst. Interessant ist deshalb der Ansatz, sich dem Thema aus mathematischer Sicht zu nähern. Dies hat Prof. Lucas Böttcher, Professor of Computational Social Science an der Frankfurt School getan. Er hat die Aussagekraft der Fallstatistiken im Zusammenhang mit COVID-19 untersucht und mit Prof. Tom Chou und Prof. Maria D‘Orsogna von der University of California, Los Angeles mathematische Modelle entwickelt, die die Zahlen präziser machen.

COVID-19-Sterblichkeit: Gemeldete Zahlen sind nicht vergleichbar!

Die erste Überraschung: Ein Vergleich der mit COVID-19 in Verbindung stehenden Sterbezahlen ist länderübergreifend gar nicht möglich. „Aktuell gibt es keine Standards, nach denen diese Zahlen ermittelt werden“, erklärt Prof. Böttcher. So werden in manchen Ländern Tote, bei denen ein Verdacht auf COVID-19 besteht, post mortem getestet, in anderen nicht. „Auch in Deutschland kann man zwar post mortem testen, man muss es aber nicht, um einen Todesfall als COVID-19 bedingt zu klassifizieren“, so Prof. Böttcher. So verwundert es nicht, dass in manchen Ländern die gemeldeten COVID-19-Toten nicht deckungsgleich mit der dort beobachteten Sterblichkeitsrate ist.

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COVID-19-Sterblichkeit: Hilft die Übersterblichkeit weiter?

Zur Ermittlung der Übersterblichkeit zieht man das historische Mittel der Sterblichkeitsraten der letzten drei bis fünf Jahre heran und vergleicht diese mit den aktuellen Sterberaten. Ab einer gewissen Abweichung nach oben spricht man für den betreffenden Zeitraum von einer Übersterblichkeit. „Die Übersterblichkeit kann im Vergleich zu den offiziell gemeldeten COVID-19-Toten Hinweise geben, ob sich die offiziell gemeldeten COVID-19-Toten in der aktuellen Sterblichkeitsrate wiederspiegeln“, so Prof. Böttcher.

So lassen sich Diskrepanzen schnell feststellen. Zum Beispiel erreichte die Mortalität in New York City im Jahr 2020 am Peak des Ausbruchs einen 8 Mal höheren Wert als in den Vorjahren. Die Übersterblichkeit in der Zeit von März bis Dezember 2020 betrug ca. 28.000 Menschen. Im gleichen Zeitraum wurden offiziell nur 20.000 COVID-19 Tote gemeldet. „Das liegt signifikant unter dem Wert der Übersterblichkeit“, resümierte Prof. Böttcher. Im Gegensatz dazu fanden die Forscher für die Schweiz und Deutschland keine größeren Abweichungen zwischen offiziell gemeldeten COVID-19 Toten und der Übersterblichkeitsrate.

COVID-19: Was sagen eigentlich die Tests?

Eine weitere Fehlerquelle bei der Klassifizierung von COVID-19-Toten, sind die dafür verwendeten Tests, so sie denn durchgeführt werden. Aber auch für die generelle Ermittlung der Gesamtzahl der Corona-Infizierten ist es wichtig, auf die Tests zu schauen. Zum einen spielt es eine Rolle, ob es sich, zum Beispiel, um PCR-Tests, Antigen-Schnelltests oder Antikörper-Bluttests handelt.  Verschiedene Tests führen zu verschiedenen Anteilen von falsch positiven und falsch negativen Testergebnissen. Um diese Messfehler quantifizieren zu können, muss man die Testarten kennen. „Wir haben Methoden entwickelt, wie man diese Effekte wieder herausrechnen kann“, informierte Prof. Böttcher. Ein weiterer dominanter Effekt bei den Testungen ist eine Überrepräsentation bestimmter Gruppen innerhalb der Getesteten, zum Beispiel überwiegend Risikogruppen oder überwiegend nicht-Risikogruppen. „Auch hierzu haben wir mathematische Methoden entwickelt, wie man diesen Bias wieder herausrechnen kann“, erläuterte Prof. Böttcher.

Um in Zukunft verlässlichere Zahlen zu COVID-19 zu generieren bedarf es einiger Veränderungen. „Aktuell werden oft nur positive Testresultate in den Statistiken berücksichtigt“, kritisierte Prof. Böttcher, „für die weitere Analyse fehlen andere wichtige Kenngrößen wie Testart, die Gesamtzahl der durchgeführten Tests und die Cycle Thresholds bei PCR Tests“.