Relevante Beeinträchtigung Immunfunktion SARS-CoV-2 Rheuma Patienten

Relevante Beeinträchtigung der Immunfunktion? SARS-CoV-2: Was Rheuma-Patienten wissen sollten

SARS-CoV-2: Was Rheuma-Patienten wissen sollten

COVID-19 verläuft sehr unterschiedlich: von einer unbemerkten, weil symptomlosen Infektion bis hin zu einem tödlichen Lungen- oder Multiorganversagen. Zu den vom Robert Koch Institut (RKI) zusammengestellten Risikogruppen für einen schweren Krankheitsverlauf zählen auch Menschen mit aktiven entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und unter immunsuppressiver Therapie, worauf die DGRh hinweist. Ob dies tatsächlich der Fall ist, lässt sich nicht sicher sagen, da es bisher keine Daten dazu gibt. Rheumapatienten sollten sich deshalb sehr konsequent vor einer SARS-CoV-2-Infektion schützen, indem sie die empfohlenen Maßnahmen des RKI sorgfältig beachten.

Die amerikanische Johns Hopkins University in Baltimore registriert die weltweiten Corona-Fälle. Auf der nahezu stündlich aktualisierten Website geht die Zahl der Infizierten auf die 200.000 zu, in Deutschland sind es mehr als 12.500 (Stand 19.03.). Bislang gelten hierzulande 71 Menschen als geheilt. Ihnen stehen 26 auf das Virus zurückgeführte Todesfälle gegenüber. „Das Geschehen ist sehr dynamisch, und wir müssen mit einer hohen Dunkelziffer rechnen“, sagt Prof. Dr. med. Hendrik Schulze-Koops, Präsident der DGRh und Leiter der Rheumaeinheit am Klinikum der LMU München. Entsprechend könne sich auch die Einschätzung noch ändern, dass die Infektion bei rund einem Prozent der Patienten tödlich verläuft.

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Derzeit gibt es auch keine belastbaren Zahlen dazu, ob – und wenn wie – sich eine entzündlich-rheumatische Vorerkrankung auf den Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion auswirkt. „Wir wissen aber, dass Patienten mit aktivem Rheuma generell infektanfälliger sind“, gibt Schulze-Koops zu bedenken. Das liege zum einen am entzündlich-rheumatischen Geschehen selbst, denn auch durch ein aktiviertes Immunsystem kann die Infektabwehr geschwächt sein: Entzündungszellen, die sich gegen körpereigene Strukturen richten, verursachen die Rheuma-typischen Symptome, fallen damit aber für die Infektabwehr aus. Zum anderen nehmen viele Rheumapatienten Medikamente, die die Immunabwehr unterdrücken, dies gilt insbesondere für Kortisonpräparate.

Menschen, die an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung leiden, sollten die von der DGRh und vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Hygiene- und Schutzmaßnahmen genau befolgen, um eine Infektion zu vermeiden, empfiehlt die DGRh: Dazu gehört unter anderem regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife, das Vermeiden von Menschenmengen und nicht notwendigen Sozialkontakten sowie der Verzicht auf nicht notwendige Reisen. Wie andere Risikopatienten auch sollten Menschen mit Rheuma ihren Impfschutz überprüfen und in Abstimmung mit ihrem Rheumatologen vervollständigen. „Besonders die Impfungen gegen andere Atemwegserkrankungen wie Influenza, Pneumokokken und Keuchhusten sind derzeit wichtig“, mahnt Schulze-Koops. Wichtig sei auch die sogenannte Umgebungsprophylaxe: Angehörige und enge Kontaktpersonen sollten prinzipiell auch über die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Schutzimpfungen verfügen.

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