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Allergie und Nahrungsmittelunverträglichkeit – was erstatten die Kassen?

Wenn es um die Kostenübernahme für Leistungen im Bereich Allergien und Nahrungsunverträglichkeiten geht, ist die Bandbreite bei den privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen groß. Das ergibt eine aktuell im August 2013 durchgeführte Umfrage von MeinAllergiePortal.

Einige Krankenversicherer nehmen sich des Themas "Allergie" in besonderem Maße an und bieten den Betroffenen einen besonderen Service. Die Techniker Krankenkasse hält beispielsweise auf ihrer Website zum Stichwort „Allergie“ zahlreiche Informationen bereit und schickt auf Wunsch die von dem anerkannten Allergologen Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann verfasste Broschüre „Allergien. Erkennen, behandeln und vermeiden“ zu. Auch bei der Gothaer Krankenversicherung kann man sich die Broschüre "Allergien der Atemwege und der Haut" die umfassend über viele Allergien und Unverträglichkeiten informiert, herunterladen. Die DAK informiert zum Stichwort "Allergien", und man kann dort über den "Arztlotsen" einen geeigneten Allergologen in der Nähe finden. Bei der Barmer GEK gibt es sogar ein Expertenforum "Allergie", in dem Fragen zu dem Thema behandelt werden.

Was leisten die Krankenkassen bei Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten grundsätzlich?

Prinzipiell sind, nach dem 5. Sozialgesetzbuch, alle verschreibungspflichtigen Medikamente von den Krankenkassen zu erstatten. Dagegen sind nicht verschreibungspflichtige Medikamente grundsätzlich ausgeschlossen. Dennoch können die Kassen in Ausnahmeregelungen von diesem Grundsatz abweichen. Die gesetzliche Grundlage für mögliche Kostenübernahmen für Medikamente, Hilfsmittel und alternative Heilmethoden stellt sich so dar:


Gesetzliche Grundlagen

Kostenübernahme: Der Ermessensspielraum der Krankenkassen bei Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist groß!

Die Umfrage von MeinAllergiePortal ergab unter den angeschriebenen Krankenversicherungen deutliche Unterschiede in Bezug auf Kulanz und Entgegenkommen - sowohl bei den gesetzlichen als auch privaten Kassen.


Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente werden ersetzt

Kosten verschreibungspflichtiger Medikamente werden sowohl von den gesetzlichen als auch von den privaten Krankenversicherern erstattet. Das gilt zum Beispiel für  antiallergische Nasensprays, für antiallergische Augentropfen oder Asthmamedikamente. Cremes für die allergische Haut sind nur dann erstattungsfähig, wenn es sich um Arzneimittel gemäß der Arzneimittelrichtlinie handelt, z.B. Kortisoncremes.

Vom Arzt verschriebene homöopathische Mittel gegen Heuschnupfen werden von einer Reihe von Kassen übernommen, teilweise jedoch mit Einschränkungen. So grenzt die Axa beispielsweise die Erstattungsfähigkeit auf „Mittel der klassischen Homöopathie nach Samuel Hahnemann und Anthroposophische Mittel“ ein, bei der IKK classic können sich Versicherte durch einen „Vertrag Homöopathie“ Kostenzuschüsse bis maximal 50,00 Euro pro Kalenderjahr sichern. Generell können die gesetzlichen Kassen die Übernahme solcher Kosten in ihren Satzungen und Bedingungen frei regeln und den Versicherten gegen gesonderte Prämienzahlungen anbieten. Es kann sich also für Allergiker und Nahrungsmittelintolerante lohnen, bei der eigenen Kasse nachzufragen, ob es solche Angebote gibt.

Kosten für Allergietests sind erstattungsfähig

Die gängigen vom Arzt verordneten Testverfahren wie Prick-, Prick-to-Prick-, Reibe- und Scratch-Test, IGE-Test-, Intrakutan-Test, Epikutan-Test und Provokations-Test werden von nahezu allen Kassen übernommen. Eine Ausnahme ist hier die BIG direkt gesund, die eine Kostenübernahme für den Prick-to-Prick-Test und den IGE-Test ablehnt.

Falls dann eine Spezifische Immuntherapie (SIT) erforderlich wird, werden deren Kosten von allen Krankenversicherern erstattet.  

Ohne Rezept keine Erstattung

Die Kostenerstattung für Medikamente, die ohne eine ärztliche Verordnung gekauft wurden, wird bei allen Krankenversicherungen klar ausgeschlossen. Wer also auf eigene Faust Medikamente kauft, kann nicht mit Kostenerstattung rechnen, auch nicht auf dem Kulanzweg. Das Gleiche gilt für Hilfsmittel wie Nasenduschen, Encasings oder einen Neurodermitis-Overall. Es muss also dringend davon abgeraten werden, solche Produkte ohne ein Rezept des Arztes zu kaufen, es sei denn, man legt auf eine Erstattung der Kosten keinen Wert.


Spezielle Therapien und Leistungen

Deutlichere Unterschiede gibt es bei besonderen Leistungen wie der Kostenübernahme für

1. Spezialnahrung für Personen mit Nahrungsmittelallergien
2. klassische Akupunktur
3. einen Aufenthalt in Höhekliniken
4. eine psychologische Beratung
5. eine Ernährungsberatung.

Spezialnahrung für Personen mit Nahrungsmittelallergien erstattet nicht jede Kasse

Bei der Kostenerstattung von Spezialnahrung gehen die Meinungen auseinander. Während die meisten Krankenversicherer eine Übernahme ablehnen und die Barmer GEK feststellt „Die Versorgung mit Lebensmitteln gehört grundsätzlich nicht zu den Aufgaben der GKV“, signalisieren andere Kassen Kulanz. So sind die Axa und die BIG direkt gesund bereit, Zuschüsse bei Säuglingen (Axa) bzw. Kindern bis 2 Jahren (BIG) bei erwiesener Lactoseintoleranz zu gewähren. Auch Allianz und Gothaer lehnen diese Leistung nicht rundweg ab, sondern stellen die Kostenübernahme nach einer Einzelfallprüfung in Aussicht. Die Versicherungskammer Bayern hält nach einer solchen Prüfung eine Kulanzleistung von bis zu 50 Prozent der eingereichten Kosten für möglich. Die Techniker Krankenkasse leistet hier sogar grundsätzlich gemäß § 23 der Arzneimittelrichtlinie über verordnungsfähige Standard- und Spezialprodukte, die unter anderem eine Erstattung vorsieht bei „Elementardiäten (so genannte Trinknahrung) mit hochhydrolysierten Eiweißen oder Aminosäuremischungen für Säuglinge und Kleinkinder mit Kuhmilcheiweißallergie oder Patientinnen und Patienten mit multiplen Nahrungsmittelallergien“.    

Wenige Versicherer erstatten Kosten für Akupunktur bei Allergien

Genauso uneinheitlich stellt sich die Erstattungsbereitschaft der Kassen beim Thema „klassische Akupunktur“ im Zusammenhang mit Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten dar. Der Großteil der Kassen lehnt die Kostenübernahme von Akupunktur ab bzw. übernimmt nur Kosten für die Anwendung als Schmerztherapie und nicht zur Behandlung von Allergien. Hingegen ist die Axa bereit, die Erstattung von bis zu 12 Behandlungen pro Versicherungsfall zu übernehmen und die Gothaer ist zuschusswillig, wenn die Behandlung durch Ärzte erfolgt und nach dem Hufelandverzeichnis abgerechnet wird. Die Versicherungskammer Bayern ist sogar grundsätzlich beim Thema Akupunktur leistungsbereit.

Der Aufenthalt von Allergikern in Höhekliniken wird meist bezahlt

Einen ärztlich verordneten Aufenthalt in Höhekliniken vergüten die meisten Kassen. So ist die IKK classic bereit, bei "sozialmedizinischer Indikation" eine Kostenübernahme im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben  vorzunehmen. Auch Allianz, Axa, Gothaer, Süddeutsche, DAK, IKK gesund plus, Barmer GEK, BIG direkt gesund und TKK sind prinzipiell bereit, hierfür die Kosten zu übernehmen.


Psychologische Beratung und Ernährungsberatung müssen von Allergie-Experten durchgeführt werden

Die Kosten für psycholgische Beratung und Ernährungsberatung übernehmen die meisten Kassen dann, wenn sie ärztlich verordnet und von einem fachlich versierten Personenkreis wie z.B. einem Psychiater bzw. einem Arzt oder einem Ernährungswissenschaftler durchgeführt werden. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Die Axa vertritt beispielsweise die Auffassung, "da psychologische Beratung nicht der Behandlung von Krankheiten dient, liegt kein Versicherungsfall im Sinne der Versicherungsbedingungen vor" da sich diese auf die "medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen" beschränken. In jedem Fall sollten solche Maßnahmen mit der Versicherung vorab besprochen werden, um im Zweifelsfall nicht die teilweise erheblichen Kosten selbst tragen zu müssen.

Sachmittel für Allergiker werden selten erstattet

Die Kosten für Sachmittel, wie Encasings, Nasenduschen, Pollengitter oder Neurodermits-Overalls werden grundsätzlich nur erstattet oder bezuschusst, wenn sie ärztlich verordnet werden. Aber selbst dann erstatten nicht alle Kassen die Kosten. So lehnt eine Reihe von Kassen die Kostenerstattung bei Nasenduschen ab, da sie kein Arznei- oder Hilfsmittel im Sinne der Bedingungen des Vertrages mit der Krankenversicherung sind. Auch Encasings und Neurodermitis-Overall werden von den Kassen oft nicht finanziert. So lehnt die Gothaer die Kostenerstattung die Kostenübernahme mit dem Hinweis ab, es handele sich nicht um "Arznei- bzw. Hilfsmittel im Sinne der Bedingungen". Kassen, die hier grundsätzlich leistungsbereit sind, wie z.B. die IKK classic oder die DAK, legen aber Obergrenzen der Zuschüsse fest.

Alternative Heilverfahren bei Allergien werden sehr unterschiedlich bezuschusst

Bei den alternativen Heilverfahren lohnt es sich für die Versicherten, genau hinzusehen. Viele Krankenversicherer sind bereit, auch die Kosten für solche Verfahren ganz zu erstatten oder zu bezuschussen. Allerdings werden einige Verfahren von allen oder fast allen Kassen abgelehnt, wie aus Tabelle ersichtlich ist (nicht jeder Versicherer hat bei jedem Heilverfahren eine Angabe gemacht). Die Häufigkeitsverteilung der Angaben kann als Indikator für die Chancen einer Kostenübernahme durch die Kassen für die jeweilige Maßnahme gesehen werden. Wer also beispielsweise die Kosten für eine Bachblütentherapie oder eine Farbtherapie einreicht, kann recht sicher davon ausgehen, dass sie nicht übernommen werden. Dagegen bestehen bei Homöopathie, Entspannungstherapien und Phytotherapie gute Chancen auf Kostenübernahme.

Dennoch finden sich bei den meisten Therapien Versicherer, die auch Therapieformen, die von den meisten anderen Kassen nicht bezuschusst werden, finanzieren. So geben beispielsweise die Debeka, die IKK Südwest und die Allianz an, Kosten für Badetherapien zu erstatten, DAK, TKK, Nürnberger KV, Debeka und Allianz erstatten auch die Kosten für die Eigenbluttherapie.

Welcher Krankenversicherer was erstattet geht aus den angefügten Einzeltabellen hervor, deren Angaben von den jeweiligen Unternehmen selbst stammen.

 Kostenuebernahme Alternative Heilverafhren

Gute Angebote der Krankenversicherer für Allergiker und Nahrungsmittelintolerante

Eine Reihe von Krankenversicherungen haben das Thema "Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten" bereits als relevant entdeckt. Sie haben verstanden, dass eine Unterstützung sinnvoller Therapiemaßnahmen mittel- und langfristig die Kosten senkt und insofern auch für die Kassen lohnend ist. Das sollten die Versicherten wissen und ihre Kasse aktiv um Unterstützung auch bei besonderen Therapiemaßnahmen bitten. Die Umfrage hat gezeigt, dass viele Versicherer eine ganze Reihe von Maßnahmen unterstützen.
  


Die ausgefüllten Tabellen der einzelnen Krankenversicherungen:

Allianz

Axa

Barmer GEK

BIG Direkt Gesund

DAK

Debeka

Gothaer

IKK classic

IKK gesund

IKK Südwest

Nürnberger Versicherung

Süddeutsche Krankenversicherung

Techniker KK

Versicherungskammer Bayern