Adjuvantien  spezifische Immuntherapie SIT

Prof. Carsten Schmidt-Weber zu Adjuvantien und ihrer Rolle bei der spezifischen Immuntherapie!

Adjuvantien: Ihre Rolle bei der spezifischen Immuntherapie

Was macht die Entwicklung effektiver und nachhaltiger Therapieallergenextrakte schwierig?

Die pharmazeutische Industrie muss für jedes Präparat und für jede Dosis eine eigene Studie durchführen um die richtige Balance von Allergendosis und Adjuvansmenge zu finden. Das heißt, es sind zwei Parameter zu berücksichtigen und bei jeder einzelnen Kombinationsmöglichkeit fallen für die klinischen Studien Millionenbeträge an.

Hinzu kommt, dass durch die unterschiedlichen Adjuvantien noch weitere Kombinationsmöglichkeiten hinzukommen, die ebenfalls jeweils zu untersuchen sind.

Welche Adjuvantien werden für die spezifische Immuntherapie eingesetzt?

Unterschiedliche Hersteller verwenden unterschiedliche Adjuvantien. Zudem wird zurzeit auch viel an neuen Adjuvantien geforscht.

Auch wir am Helmholtz Zentrum München forschen hier intensiv und favorisieren ein Hydrogel-basiertes Adjuvans, das immunneutral ist und ein abbaubares Depot darstellt. Dieses Adjuvans ist jedoch noch nicht auf dem Markt verfügbar.

Auch der Einsatz von Liposomen und Nanopartikeln wird zurzeit untersucht aber auch diese sind noch nicht einsatzbereit.

Bereits seit langem verfügbar ist das Alum, Aluminiumhydroxid-Salz. Alum hat den Vorteil, dass es das Allergen kovalent bindet und außerdem kommt es zur Bildung von Kristallstrukturen, die das Immunsystem aktivieren. Zudem gibt es beim Aluminiumhydroxid ein Depot, über das eine kontinuierliche Immunaktivierung erfolgt, wodurch eine deutlichere Prägung stattfindet. Ein weiterer Vorteil des Alum ist, dass es schon seit sehr langer Zeit bei den Schutzimpfungen eingesetzt wird, so dass man über eine große Erfahrung verfügt. Alum gilt im Hinblick auf Adjuvantien bei Viren-Schutzimpfungen als der Goldstandard.

Allerdings wurde Aluminium von der Neurobiologie als Problem identifiziert. Erkrankungen wie Alzheimer oder Autismus wurden mit Aluminium in Zusammenhang gebracht, wobei die Datenlage hier noch nicht überzeugend ist.

In einer Stellungnahme zu Alum als Adjuvans erklärt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zu Recht, dass die Evidenz noch nicht ausreicht, um mit Sicherheit sagen zu können, dass man Aluminiumhydroxid nicht mehr als Adjuvans bei Impfstoffen einsetzen sollte. Da es unzählige gut funktionierende Impfstoffe gibt, bei denen Alum als Hilfsstoff eingesetzt wird, würde dies auch zu großen Problemen führen.

Andererseits hat man bei Patienten mit Alzheimer, Autismus und anderen neurodegenerativen Erkrankungen Aluminiumansammlungen im Gehirn gefunden. Diese Erkrankungen nehmen zu und entwickeln sich über eine sehr langen Zeitraum, oft mehr als 20 Jahre. Es ist ausgesprochen schwierig, hier eine Beweisführung zu erbringen, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Aluminium und neurodegenerativen Erkrankungen herstellt. Meiner Meinung nach wäre es deshalb angemessen, die Beweisführung umzukehren, und den Nachweis zu erbringen, dass Aluminium keine schädlichen Nebenwirkungen hat. Ich persönlich würde deshalb Aluminium eher meiden. Zwar wird Aluminium auch sehr effizient vom Körper ausgeschieden, aber andererseits gibt es sowohl bei Impfungen als auch bei der SIT Alternativen, auf die man zurückgreifen kann.

 

Weiß man denn, aus welcher Quelle die Aluminiumansammlungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten oder Menschen mit Autismus stammen?

Meines Wissens nach kann man nicht feststellen, ob die Aluminiumansammlungen im Gehirn von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen aus Medikamenten stammen oder aus Gegenständen des täglichen Bedarfs, wie Kaffeekapseln, Aluminiumtöpfen, Alufolie Deo etc.. Ebenso ist es noch nicht geklärt, warum sich Aluminium manchmal ansammelt und nicht so effizient wie sonst ausgeschieden wird. Prinzipiell ist Aluminium ein Metall mit molekularen Eigenschaften ähnlich zum Eisen, und wird im Blut offenbar auch durch Ferritin gebunden - einem wichtigen Eisen-Transporter. Eisen braucht der Körper für wichtige Funktione, wie etwa den Sauerstofftransport.

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