Biologika Precision Medicine monoklonale Antikörper

Prof. Margitta Worm, Charité, zum Einsatz von Biologika zur Therapie von atopischer Dermatitis!

Precision Medicine: Individuellere Therapien mit den neuen Biologika

Die Frage, ob die „Precision Medicine“ in der Allergologie schon Realität ist, stellt sich nicht wirklich. Die „Präzisonsmedizin“ und damit die Biologika, waren das zentrale Thema beim 12. Deutschen Allergiekongresses 2017, der Anfang Oktober in Wiesbaden stattfand. In zahlreichen spannenden Vorträgen wurden die neusten Studienergebnisse vorgestellt und es wurde deutlich, dass das Anwendungsspektrum der monoklonalen Antikörper zur Therapie entzündlicher Erkrankungen weit über die Behandlung von Asthma, dem ersten Anwendungsgebiet, hinausgeht. Das sind gute Nachrichten, insbesondere für Patienten mit schwereren Erkrankungsformen.

Precision Medicine – Biologika: Die Rolle der Endotypen

Auch für die Biologika gilt: Nicht alle helfen jedem. Ausschlaggebend für den Behandlungserfolg ist das individuelle immunologische Entzündungsmuster der Patienten. So können z.B. Patienten mit Asthma sehr unterschiedliche immunologische Muster aufweisen. Die Mechanismen die einem Asthma zugrunde liegen sind nicht bei allen Betroffenen gleich. Das bedeutet, die Patienten repräsentieren unterschiedliche „Endotypen“, und der jeweilige Endotyp ist ausschlaggebend dafür, welche Therapie erfolgversprechend ist. Für den behandelnden Mediziner heißt dies, dass eine bessere Charakterisierung der Patienten am Beginn einer Therapie stehen muss. Das ist in Teilen bereits möglich, die Definition relevanter Biomarker gehört jedoch zu den Herausforderungen, denen sich die Forschung stellen muss.

 

Asthma – die Therapie wird individueller

Sehr differenziert geht man bereits jetzt mit der Stufen-Therapie bei Asthma vor. Während die Basistherapie in einer inhalativen Therapie besteht, ist beim allergischen Asthma mit der Allergen Immuntherapie (AIT) bereits eine maßgeschneiderte Behandlung möglich, das haben Studien, z.B. für Patienten mit einer Hausstaubmilbenallergie, gezeigt. Für schwere Formen des Asthmas gibt es aktuell bereits individuelle Therapieoptionen mit Biologika. Wie Prof. Dr. Christian Taube, Direktor der Klinik für Pneumologie der Universitätsmedizin Essen-Ruhrlandklinik, dem Westdeutschen Lungenzentrum, ausführte, steht zur Therapie eines schweren allergischen Asthmas die anti-IgE-Therapie zur Verfügung, für schweres eosinophiles Asthma der monoklonale Antikörper anti IL-5, für schweres Asthma mit T2-Entzündung der anti-IL-4Rα und für schweres Asthma ohne T2-Entzündung anti-TSLP. Die treffende Charakterisierung der Patienten, die für eine Behandlung mit Biologika in Frage kommen, ist auch hierbei ausschlaggebend, wie Prof. Karl-Christian Bergmann, Leiter der interdisziplinären allergologisch-pneumologischen Ambulanz im Allergie-Centrum-Charité Berlin und Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin ausführte.

Biologika bei atopischer Dermatitis – duale Wirkung auf Entzündung und Juckreiz

Nicht nur bei der Asthma-Therapie, sondern auch bei der entzündlichen Erkrankung „atopische Dermatitis“ erweisen sich Biologika als mögliche Erweiterung des therapeutischen Instrumentariums. So wurde der anti-IL-4 Rezeptor alpha - Dupilumab im September 2017 auch zur Behandlung von mittlerer und schwerer Neurodermitis zugelassen, wie Prof. Dr. Margitta Worm, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin informierte. In der vorausgegangenen großen Phase-III Therapiestudie zeigten sich laut Prof. Dr. Thomas Werfel, Stellvertretender Direktor der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover, ein rascher und deutlicher Therapieeffekt und ein günstiges Nebenwirkungsprofil. „Für die schwer betroffenen Patienten, die unter offenen Ekzemen, Juckreiz und Schmerzen leiden, ist dies eine deutliche Verbesserung der Therapieoptionen“, so Prof. Worm, „Gerade bei schwereren Formen der atopischen Dermatitis standen zur systemischen Immunsuppression neben Ciclosporin bisher lediglich im off-label einsetzbare Medikamente zur Verfügung“. Die Verträglichkeit von Dupilumab ist laut Studien gut. Lediglich Augenreizungen - und seltener - Entzündungen traten im Rahmen der Studien bei den Verum-Patienten häufiger auf. Weitere monoklonale Antikörper zur Behandlung der atopischen Dermatitis werden derzeit in klinischen Studien geprüft.

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