Tablette Gräserpollenallergie Verordnungsdaten-Analyse SLIT

Prof. Wahn stellt die Studienergbnisse der Verordnungsdaten-Studie zu Gräsertabletten vor!

Tablette bei Gräserpollenallergie: Datenanalyse zeigt Therapieeffekte

Führt die Gräsertabletten-Therapie zu einer Reduktion der Medikamente?

Ziel der Datenanalyse war es, zu untersuchen, ob eine zweijährige sublinguale Immuntherapie mit einer Tablette, die Medikation der allergischen Rhinitis bei Gräserpollen Allergikern langfristig günstig beeinflussen kann. Man wollte sehen, inwiefern eine sublinguale Immun-Therapie dazu führt, dass die Behandelten zukünftig weniger verschreibungspflichtige Medikamente benötigen. Das sekundäre Ziel der Datenanalyse war herauszufinden, inwiefern diese zweijährige Therapie mit der Gräsertablette das Auftreten von Asthma oder die Progression eines bereits bestehenden Asthmas verhindern kann. „Dabei kann man es als eine Schwäche der Datenanalyse bewerten, dass die freiverkäuflichen Medikamente in der Datenbank nicht erfasst werden“, so Prof. Wahn. Dafür bieten die Datenmenge und die Tatsache, dass es sich um „echte“ Patienten und nicht um streng selektierte Studienteilnehmer handelt, einen deutlichen Vorteil. „Als der Evidenz verpflichtete Ärzte neigen wir dazu, die Ergebnisse hochselektiver Studien auf die Gesamtpopulation zu extrapolieren“, so Prof. Wahn, „eine Vorgehensweise, die durchaus fehleranfällig ist“.

 

Gräserpollen-Tabletten-Immuntherapie: Was bringt sie bei allergischer Rhinitis und Asthma?

Wie die Analyse der Verordnungsdaten zeigte, wurden den Patienten, die über zwei Jahre mit einer Gräsertablette therapiert wurden, 18,8 Prozent weniger rezeptpflichtige Medikamente zur Therapie der allergischen Rhinitis verordnet als bei der nicht mit der SLIT therapierten Gruppe.

Beim Asthma zeigte sich anhand der Verordnungsdaten der gleiche Effekt, den man bereits in der GAP-Studie nachweisen konnte: Die Inzidenz neu auftretender Asthma Symptome bei Kindern kann durch eine Allergen Immuntherapie reduziert werden. So war es eine Erkenntnis aus der Verordnungsdaten-Analyse, dass während der zweijährigen Behandlung mit der Gräsertablette eine 28,6 prozentige Reduktion des Neuauftretens von Asthma erreicht werden konnte. Nach Ende der zweijährigen Immuntherapie blieben sogar 42,5 Prozent der Behandelten frei von Asthmasymptomen. Dieser Effekt war stabil und ließ sich anhand der Verordnungen bestimmter Wirkstoffe, wie z.B. Salbutamol, eindeutig nachweisen. „Für die Immuntherapie mit den Gräsertabletten bedeutet die Analyse der Verordnungsdaten eine völlige neue Art und Weise, den ‚Disease Modifying-Effekt‘ nachzuweisen“, betonte Prof. Wahn.

Gräsertablette zur Immuntherapie: Lässt sich Asthma verhindern?

Auch präventive Effekte der Gräsertabletten-Immuntherapie lassen sich aus der Verordnungsdaten-Studie ableiten. Aus den Geburtskohorten Studien, wie z. B. der deutschen MAS-Studie, weiß man zudem, dass allergische Rhinitis im Alter zwischen 5 und 13 Jahren jedes Jahr das Risiko, an Asthma zu erkranken verstärkt, die Asthma-Neuinzidenzen liegen nach 5 Jahren bei ca. 6 Prozent. Die Analyse der Verordnungsdaten konnte zeigen, dass durch eine sublinguale Immuntherapie mit den Gräsertabletten die Inzidenz des Pollen- Asthma etwa halbiert werden konnte.

Für die Patienten, die bereits ein Gräserpollen-Asthma hatten, zeigte sich anhand der Verordnungsdaten-Analyse während der Behandlung eine Medikamentenreduktion von 20 Prozent und nach dem Ende der Immuntherapie eine Reduktion der verordneten Medikamente um 16 Prozent.

Quellen:

S. Zielen, P. Devillier, J. Heinrich, H. Richter, U. Wahn, Sublingual immunotherapy provides long-term relief in allergic rhinitis and reduces the risk of asthma: A retrospective, real-world database analysis, Allergy 2017;00:113, https://doi.org/10.1111/all.13213 http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/all.13213/epdf

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