Tablette Gräserpollenallergie Verordnungsdaten-Analyse SLIT

Prof. Wahn stellt die Studienergbnisse der Verordnungsdaten-Studie zu Gräsertabletten vor!

Tablette bei Gräserpollenallergie: Datenanalyse zeigt Therapieeffekte

Klassischerweise wird in der Medizin die Wirksamkeit einer Therapie durch die Durchführung von Studien überprüft, möglichst doppelblind und placebokontrolliert. Der Nachteil: Eine Studie ist bestenfalls ein gutes „Modell“ der Wirklichkeit. Einen neuen Weg bei der Überprüfung der Wirksamkeit einer Therapie ging man deshalb mit der Analyse von Verordnungsdaten. Im Fokus standen zwei Tabletten, die zur Immuntherapie bei Gräserpollen Allergie eingesetzt werden und die in Deutschland bereits seit 10 Jahren auf dem Markt sind. Die Ergebnisse der Datenanalyse und die Therapieeffekte stellte Prof. Dr. Ulrich Wahn, Direktor a. D. der Klinik für Pädiatrie Pneumologie/Immunologie an der Charité Universitätsmedizin Berlin, im Rahmen des 12. Deutschen Allergiekongresses 2017 in Wiesbaden vor.

Gräserpollen-induzierte allergische Rhinitis: Eine Analyse der Verordnungsdaten in Deutschland

Um die Wirksamkeit der Therapie der Gräserpollen Allergie mit Tabletten zu überprüfen, führte man keine klassische Studie durch und analysierte auch nicht bereits vorliegende Studienergebnisse. Vielmehr entschloss man sich, durch eine Analyse der deutschen Verordnungsdaten zu untersuchen, wie sich die Therapie „im wirklichen Leben“ bei den Patienten auswirkte. „Verordnungsdaten sind Daten der gesetzlichen Krankenkassen, die alle in Deutschland vorgenommenen ärztlichen Verordnungen enthalten“, führte Prof. Wahn aus, der an der Studie maßgeblich beteiligt war. Die Daten sind anonymisiert, aber nach unterschiedlichen Kriterien selektierbar „Wir nennen das ‚Real World Evidence‘“, so Prof. Wahn.

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Die meisten Gräserpollen Allergiker bleiben unbehandelt

Die erste Erkenntnis der Verordnungsdaten-Analyse lauten: Zwar sind 15,5 Millionen Menschen in Deutschland an einer Gräserpollen Allergie erkrankt, aber nur 105.069 Patienten erhielten die Verordnung einer sublinguale Immuntherapie mit einer der beiden in Deutschland erhältlichen Tabletten. Bereinigt um Ausschlusskriterien wie z.B. schweres Asthma, kam man auf 71.275 Menschen, die keine Immuntherapie erhalten hatten, obwohl sie an einer allergischen Rhinitis auf Gräserpollen erkrankt waren. 2851 Patienten hatten eine Immuntherapie erhalten.

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Kinder bei der Gräserpollen Therapie mit der Tablette überproportional vertreten

Eine weitere interessante Erkenntnis: In der Kontrollgruppe waren Kinder mit 7 Prozent vertreten, in der Therapiegruppe jedoch mit 50 Prozent. Das zeigt, dass bei Kindern die Chance einer frühen Intervention mit der Allergen Immuntherapie zunehmend genutzt wird. „Gerade im Alter zwischen 5 und 17 Jahren sind die Chancen für eine erfolgreiche Immuntherapie im Sinne der Prävention möglicherweise am größten“ betonte Prof. Wahn. Zudem zeigte sich, dass über 20 Prozent der Patienten von Beginn an auch unter einem Pollenasthma litten und somit Asthmamedikamente verordnet bekamen.

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