Allergologie im Kloster 2017

Kongresspräsident Prof. Ludger Klimek!

Allergologie im Kloster 2017: Von der Forschung zur Praxis II

Diäten bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Therapie oder Modeerscheinung?

dr imke reese nahrungsmittelunvertraeglichkeitenDr. Imke Reese zu Nahrungsmittelunvertraeglichkeiten!Bei Unverträglichkeitssymptomen, die mit bestimmten Nahrungsmitteln in Verbindung gebracht werden, ist der erste Impuls oft, die verdächtigen Nahrungsmittel einfach wegzulassen. Während bei Kindern bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie in der Regel eine fundierte Diagnostik und eine ernährungstherapeutische Beratung erfolgt, werden Beschwerden bei Erwachsenen oftmals nicht ernst genommen. Eine Zuweisung zur Ernährungstherapie erfolgt nur in Einzelfällen. „Die Beschwerden von Erwachsenen mit oralem Allergiesyndrom, aber auch Bauchbeschwerden, werden häufig bagatellisiert“ so Dr. rer. medic. Imke Reese, Diplom-Oecotrophologin, Ernährungsberatung Schwerpunkt Allergologie in München. Die „selbstverordneten Diäten“ haben jedoch ihre Tücken, so kann es aus Unkenntnis zum versehentlichen Konsum des unverträglichen Nahrungsmittels und damit zu Beschwerden kommen andererseits führt das „Weglassen“ bestimmter Nahrungsmittel „auf Verdacht“ zu unnötigen Einschränkungen und ggf. zu einer unzureichenden Nährstoffzufuhr. Problematisch sind insbesondere „gehypte“ Pauschaldiäten. Dazu gehört z.B. das pauschale Propagieren einer „low-FODMAP-Diät“, die ursprünglich zur Diagnostik bei Reizdarm entwickelt wurde. „Bei der low-FODMAP-Diät werden zahlreiche Nahrungsmittel eliminiert, die jedoch für ein gesundes Darm-Mikrobiom eine wichtige Nahrungsgrundlage darstellen.“ So Dr. Reese, „ebenso sollte eine glutenfreie oder -reduzierte Diät zur Behandlung des Reizdarmsyndroms nicht ohne den vorherigen gesicherten Ausschluss einer Zöliakie durchgeführt werden, denn eine Reduzierung von Gluten macht die Diagnose einer bislang nicht erkannten Zöliakie unmöglich“. Eine für den Patienten sinnvolle Ernährungstherapie sollte auf einer fundierten Anamnese, ergänzt durch die Auswertung eines Ernährungs- und Symptomtagebuches erfolgen und auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten sein.

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ASS-Intoleranz-Syndrom (AIS): Die adaptive Desaktivierung

ASS-Intoleranz-Syndromprof ludger klimek ass intoleranz syndromProf. Ludger Klimek zum ASS-Intoleranz-Syndrom!, Samter-Trias, Morbus-Samter, Morbus Widal – es gibt viele Bezeichnungen in der Medizin für eine Erkrankung, bei der eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Acetylsalicylsäure (ASS) und andere nicht-steroidale Antiphlogistika, zusammen mit Nasenpolypen und Asthma auftreten. Ursache der Erkrankung ist wahrscheinlich eine Fehlleitung des Arachidonsäurestoffwechsels. Dies führt zu einer erhöhten Leukotrienproduktion und geht mit chronisch entzündlichen Schleimhautveränderungen einher. Bestimmte Medikamente und Salicylate aus der Nahrung können verstärkend wirken, sind jedoch nicht ursächlich.

Neben Symptomen an den Atemwegen in Form von Asthma und Nasenpolypen kann es beim ASS-Intoleranz-Syndrom auch zu Symptomen an der Haut und am Gastrointestinaltrakt kommen. “An der Haut kann sich die Erkrankung in Form von Urtikaria und Angioödemen zeigen, so Prof. Klimek, „am Magen-Darm-Trakt kann es zu Schleimhautentzündungen, Geschwüren, Schmerz, Blähungen, Durchfällen, entzündlichen Veränderungen des Dickdarms, Nahrungsmittelintoleranzen und Fisteln kommen“. Die adaptive ASS-Desaktivierung ist zurzeit die einzige kausale Therapie der Erkrankung. Ziel der Behandlung ist es, beim Patienten durch die wiederholte Gabe von ASS eine Toleranz zu erzeugen.

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