Allergologie im Kloster 2017

Kongresspräsident Prof. Ludger Klimek!

Allergologie im Kloster 2017: Von der Forschung zur Praxis II

Neurodermitis – atopische Dermatitis – welchen Einfluss hat das Mikrobiom?

Zwischen der atopischen Dermatitis und dem Mikrobiom der Haut besteht ein Zusammenhang. Man weiß, dass sich die Bakterienzusammensetzung der Haut bei Neurodermitikern bereits ändert, bevor ein Schub sichtbar wird. Dann findet man vermehrt das Bakterium Staphylococcus aureus auf der Haut der Patienten und die Diversität der Bakterien insgesamt ist reduziert. Umgekehrt verzeichnet man eine Zunahme der Bakterienvielfalt, wenn der Neurodermitis-Schub abgeklungen ist. „Was hierbei Ursache und was Wirkung ist, ist jedoch zurzeit noch offen“ so Prof. Ring. Zur Behandlung eignet sich eine antimikrobielle Therapie, Antiseptika und silberbeschichtete oder antiseptikabeschichtete Textilien – „Functional Textiles“ oder „Textiles as Drugs“ könnten in Zukunft neue Therapieoptionen bieten - mit probiotischen Cremes werden zurzeit Studien durchgeführt.

 

Neurodermitis – atopische Dermatitis: Schützt sie vor anderen Erkrankungen?

Bei Neurodermitis ist oft von Komorbiditäten die Rede, d.h. von anderen Erkrankungen, die mit der atopischen Dermatitis assoziiert sind. „Eine Arbeitsgruppe um Prof. Kilian Eyerich hat jetzt jedoch herausgearbeitet, dass es auch eine „Ko-Protektion“ gibt, d.h. Erkrankungen, die bei Neurodermitis-Patienten seltener auftreten. Zum Beispiel scheinen Neurodermitis und Psoriasis einander auszuschließen“, führte Prof. Ring aus. Auch insulinabhängiger Diabetes, das metabolische Syndrom und Rheuma treten bei Neurodermitis-Patienten weniger häufig auf. Es gibt nur sehr wenige Patienten, die sowohl von Neurodermitis als auch von Psoriasis betroffen sind. Bei diesen Patienten hat man jedoch festgestellt, dass die Botenstoffe aus T-Zellen an den jeweiligen Läsionen, d.h. ausgerichtet am Mikromillieu, unterschiedlich exprimiert waren. So sind möglicherweise das NOS2 für Psoriasis und das CCL27 für Neurodermitis Markermoleküle, die in Zukunft von diagnostischer Bedeutung sein könnten.

Erderwärmung - Klimawandel: Was bedeutet das für Allergiker?

prof karl christian bergmann klimawandelProf.Karl-Christian Bergmann zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Allergien! Schon immer war das Klima auf der Erde einem natürlichen Wandel unterzogen und viele glauben, dass dies auch heutzutage so ist. „Gegenwärtig verändern sich die Temperaturen aber so stark, dass es beängstigend ist“ so Prof. Dr. Karl-Christian Bergmann von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Relevant für Allergiker ist das Thema Klimawandel deshalb, weil die zunehmende Erderwärmung, vermutlich in Verbindung mit einer steigenden CO2-Menge in der Luft, das Pflanzenwachstum beeinflussen. So nimmt die produzierte Pollenmenge durch diese Einflüsse zu und die Pollensaison setzt früher ein. Deutlich wird dies unter anderem auch an den Auswertungen der Pollenfallen, die die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PiD) seit über 30 Jahren betreibt. Ozon und die UV-Strahlung  spielen hierbei eine Rolle und wirken zusätzlich stimulierend auf die Allergenbildung. Auch sieht man immer häufiger, dass Pollen aufgrund der durch den Klimawandel hervorgerufenen vertikalen Veränderungen, extrem weite Strecken von hunderten Kilometern zurücklegen.

Pollenallergiker sind dadurch zusätzlichen Belastungen ausgesetzt“ so Prof. Bergmann. Zudem zeigt sich, dass durch den Klimawandel auch Allergene relevanter werden, die bisher weniger von Bedeutung waren. „Für die Buche konnten wir zeigen, dass bereits ein Anstieg von 1,5 bis 1,6 °C im Jahresmittel dazu führte, dass die Pollensaison 14 bzw. 15 Tage früher einsetzte, als dies normalerweise der Fall war“ erklärte Prof. Bergmann. Für Buchenpollenallergiker bedeutet der Klimawandel deshalb eine zunehmend längere und intensivere Konfrontation mit dem Allergen.

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