Erdnuss-/Baumnuss-Allergie

 

Erdnussallergie – Baumnussallergie – was ist das?

Man spricht allgemein von „Nüssen“, wenn von Erdnüssen, Mandeln, Haselnüssen, Walnüssen und Co. die Rede ist jedoch ist. Tatsächlich gehört die Erdnuss jedoch zu den Hülsenfrüchten. Zu allergischen Reaktionen kann es bei jeglicher Art von „Nüssen“ kommen. Dr. Frank Friedrichs erklärt dies so:

„Die Allergie auf Erdnüsse bzw. Baumnüsse gehört zu den Soforttyp-Allergien. Das heißt, dass allergische Reaktionen direkt nach dem Kontakt mit dem Allergen auftreten können. Zudem besteht die Gefahr eines Allergischen Schocks, der schlimmstenfalls lebensbedrohlich sein kann.“

Was passiert bei einer Erdnuss-/Baumnussallergie-Anaphylaxie-Schulung?

und Dipl. oec. troph. Krisztian Mark Koczor erklärt:

„Bei Kindern, die allergisch auf Nüsse reagieren, ist oft das Allergen der Erdnuss der Auslöser. Bei Erwachsenen ist die Baumnuss Allergie eine häufig vorkommende Form der Nussallergie. Unabhängig davon, auf welche Nuss man allergisch ist, ist die Meidung des Allergens ein schwieriges Unterfangen.“

Allergisch auf Nüsse: Was heißt das für Betroffene?

Allergie auf Erdnüsse - was ist das?

Eine Erdnuss Allergie gehört zu den allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Das Immunsystem reagiert dabei auf die Allergene der Erdnuss, die eigentlich zu den Hülsenfrüchten gehört, Ara h1, Ara h 2, Ara h3 und Ara h 6 gelten als die Majorallergene der Erdnuss.

Bei der Allergie auf Erdnüsse handelt es sich um eine Allergie vom Soforttyp, eine Typ1 Allergie, denn die Symptome treten unmittelbar oder kurz nach dem Allergenkontakt auf.

Die Allergene der Erdnuss gelten als gefährliche Allergene. Allergische Reaktionen können bei manchen Betroffenen von geringsten Spuren des Erdnuss Allergens ausgelöst werden und sehr heftig ausfallen, bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Allergie-Wiki: Erdnuss-Allergie

Allergie auf Baumnüsse – was ist das?

Eine Allergie auf Baumüsse kann eine primäre Allergie auf ein Allergen einer Nuss sein. Es kann aber auch durch Kreuzreaktionen zu allergischen Reaktionen auf Nüsse kommen. Dipl. oec. troph. Krisztian Mark Koczor sagt hierzu:

„Nüsse haben in der Betrachtung der allergischen Potenz von Lebensmitteln deshalb eine hohe Bedeutung, weil sie bei einem außerordentlich großen Teil der Pollenallergiker ein schwerwiegendes Problem bei der adäquaten Gestaltung der täglichen Mahlzeiten darstellen.

Die Ursache für allergische Kreuzreaktivitäten sind entweder ziemlich ähnliche oder sogar identische Eiweißbausteine in einer bestimmten Pollensorte und in dem jeweiligen kreuzreaktiven Nahrungsmittel. Die eigentliche Allergie fußt auf den Allergenstrukturen in den jeweiligen allergieauslösenden Pollen. Unser Immunsystem erkennt mit der Zeit gewisse Ähnlichkeiten zwischen Pollen- und Lebensmittelallergenstrukturen und auf einmal reagiert ein Gräserpollenallergiker, z.B. auf Tomaten, und generell auf alle Hülsenfrüchte – mitunter sogar extrem heftig. Dieses Phänomen nennt man "pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie".

Reaktionen auf pollenassoziierte Nahrungsmittel sind während des entsprechenden Pollenfluges, also in der jeweiligen Pollensaison, besonders stark ausgeprägt. Bei einer Allergie auf Birkenpollen kommt es häufig zu Reaktionen auf Nüsse, aber auch eine Reaktion auf Sojabohnen kann in diesem Fall vorkommen, so dass auch eine Kreuzreaktion auf weitere Hülsenfrüchte denkbar ist, wie z.B. Erdnüsse.

Bei Gräserpollenallergie ist, wie gesagt, mit einer Kreuzreaktion mit Hülsenfrüchten zu rechnen. Da Erdnüsse in diese Gruppe gehören, ist äußerste Vorsicht geboten, denn die allergischen Reaktionen können bereits beim erstmaligem Verzehr auftreten.“

Allergisch auf Nüsse: Was heißt das für Betroffene?

Erdnuss oder Baumnuss – welche Nüsse gehören in welche Kategorie?

Nüsse sind sogenannte „trockenschalige Früchte“ und lassen sich in verschiedene Kategorien einordnen, wie Dipl. oec. troph. Krisztian Mark Koczor erklärt:

„Pistazie, Walnuss, Pekannuss, Cashewnuss, Kokosnuss und Mandeln gehören zu den sogenannten Steinfrüchten. Die australische Queenslandnuss, oder anders Macadamianuss, ist eine Balgfrucht. Eine Muskatnuss heisst zwar "Nuss", gehört jedoch zu den Samen. Eine Erdnuss ist bloß eine Art "ganz, ganz fette Bohne" – sie gehört nämlich zu den Hülsenfrüchten. Paranüsse sind verkapselte Einzelfrüchte in einer gemeinsamen Schale, deswegen nennt man sie Kapselfrüchte. Und noch etwas - selbst wenn manche sie in die Familie der Nüsse einstufen würden, weil man sie ja auch oft direkt neben all den Knabberprodukten im Supermarket findet, und man sie allabendlich ähnlich gerne auf dem Sofa vor dem Fernseher "wegfuttert", wie die Nüsse auch - Sonnenblumenkerne, Pinienkerne und Kürbiskerne sind Pflanzensamen, die jedoch nicht zu den Nüssen gehören.“

Allergisch auf Nüsse: Was heißt das für Betroffene?; Dipl. oec. troph. Krisztian Mark Koczor

Allergie auf Haselnüsse – was bedeutet das?

Die Haselnussallergie stellt in Europa, und insbesondere in Mittel- und Nordeuropa, die häufigste Form von Allergien auf Baumnüsse dar, wie Prof. Karin Hoffmann-Sommergruber informiert:

„Es ist ersichtlich, dass es regionale Unterschiede gibt, d.h. in Nordeuropa, z.B. Schweden und Dänemark und Zentraleuropa, z.B. Deutschland, Österreich und Schweiz, ist Haselnussallergie vergleichsweise häufiger als in Südeuropa, z.B. Italien, Spanien und Griechenland.“

Allergie auf Haselnüsse: Formen, Symptome, Diagnose und Therapie!; Prof. Karin Hoffmann-Sommergruber

Allergie auf Walnuss und Cashewnuss – wie häufig kommt es vor?

Die häufigste Allergie bei Baumnussallergien ist die Haselnuss-Allergie. Doch auch andere Baumnüsse, wie Walnüsse oder Cashewnüsse, können Allergien auslösen. Diese Formen der Allergien sind nicht sehr häufig und treten meist als Kreuzreaktion bei einer Pollenallergie auf, wie Dr. Marcus Wenzel berichtet:

„Walnuss-Allergien und Cashewnuss-Allergien kommen nicht sehr häufig vor. Weitaus häufiger sind Kreuzreaktionen bei bestehender Pollenallergie. Fast 40 Prozent der Patienten mit Allergien auf Frühjahrsblüher leiden auch unter Kreuzreaktionen auf Nüsse. Dabei gilt: Je länger die Allergie besteht, desto häufiger kann es zu Kreuzreaktionen in Form eines oralen Allergiesyndroms kommen. Bei Birkenpollenallergikern kommt es z.B. häufig zu Kreuzreaktionen auf Haselnüsse und übrigens auch auf Äpfel. Durch das Allergen der Birke Bet v 1 kann es z.B. zu Kreuzreaktionen auf Soja, Sellerie und Latex kommen.“

Isolierte Nussallergien auf Walnuss und Cashewnuss: Wie häufig ist das?; Dr. Marcus Wenzel

Nussallergien – was ist die Ursache?

Bei Allergien auf Erd- und Baumnüsse, handelt es sich um sogenannte allergische Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Zu den allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten zählen solche, bei denen das Immunsystem beteiligt ist. Hierzu zählen die Allergien auf Grundnahrungsmittel wie Weizen, Kuhmilch, Hühnerei, aber auch auf Soja, Erdnüsse, Haselnüsse und Fisch. Die Mehrzahl der Nahrungsmittelallergien wird durch Immunglobuline E Antikörper verursacht. Immunglobuline E (IgE) sind Antikörper, die sich spezifisch gegen ein bestimmtes Allergen richten. Bei Allergikern kommt es nach Kontakt mit Allergenen zu einer gesteigerten Produktion im Sinne einer Überreaktion des Immunsystems. Die Reaktion zeigt sich meist unmittelbar nach Kontakt mit dem Allergen, manchmal auch bis zu zwei Stunden danach.

Allergie-Wiki: Nahrungsmittelallergien

Können Pollenallergien zu einer Allergie auf Nüsse führen?

Allergische Reaktionen auf Nüsse können auch durch eine Pollenallergie bedingt sein. Besonders während der jeweiligen Pollensaison kommt es häufig zu Reaktionen auf Nüsse, wie Dipl. oec. troph. Krisztian Mark Koczorausführt:

„Die Ursache für allergische Kreuzreaktivitäten sind entweder ziemlich ähnliche oder sogar identische Eiweißbausteine in einer bestimmten Pollensorte und in dem jeweiligen kreuzreaktiven Nahrungsmittel. Die eigentliche Allergie fußt auf den Allergenstrukturen in den jeweiligen allergieauslösenden Pollen. Unser Immunsystem erkennt mit der Zeit gewisse Ähnlichkeiten zwischen Pollen- und Lebensmittelallergenstrukturen und auf einmal reagiert ein Gräserpollenallergiker, z.B. auf Tomaten, und generell auf alle Hülsenfrüchte – mitunter sogar extrem heftig. Dieses Phänomen nennt man "pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie".

Allergisch auf Nüsse: Was heißt das für Betroffene? Dipl. oec. troph. Krisztian Mark Koczor

Wie sehen die Symptome bei Nussallergien aus?

Ja nach Allergie, Auslöser und begleitenden Faktoren können die Symptome bei Nussallergien sehr unterschiedlich aussehen. Möglich sind leichte Reaktionen, aber auch schwere Anaphylaxien. Dabei ist es ei unterschied, ob es sich bei der Nussallergie um eine primäre oder um eine sekundäre Nahrungsmittelallergie handelt.

Primäre Nahrungsmittelallergien – die Symptome

Bei den Symptomen der primären Nahrungsmittelallergie unterscheidet man Sofort-Reaktionen und Spät-Reaktionen.

Sofort-Reaktionen auf Nahrungsmittel können sich an der Haut, durch Rötungen, Flush, Pruritus, das heißt Juckreiz, Urtikaria oder Angioödeme äußern. An den Atemwegen kann es zu Husten, Obstruktion, Stridor, Heiserkeit oder Heuschnupfen kommen. Am Gastrointestinaltrakt können Nahrungsmittelallergien sich durch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall bemerkbar machen. Auch das Herz-Kreislauf-System kann betroffen sein. Symptome wie Tachykardie, das heißt Herzrasen, Hypotonie – niedriger Blutdruck, Bradykardie, ein verlangsamter Herzschlag und im schlimmsten Falle, Herzstillstand sind möglich. Bei einem raschen Auftreten von schweren allergischen Reaktionen, die - in seltenen Fällen - lebensbedrohlich sein können, spricht man von einer Anaphylaxie.

Typische Symptome einer Spät-Reaktion auf Nahrungsmittel sind hingegen insbesondere eine Ekzemverschlechterung bei gleichzeitigem Vorliegen einer Atopischen Dermatitis bzw. Neurodermitis. Auch das Auftreten von Husten, Obstruktion, pfeifender Atmung, oder Durchfall kann verzögert beobachtet werden

Allergie auf Haselnuss bei Kindern: Gefährlich oder harmlos?

Wie sehen die Symptome bei einer Erdnuss-Allergie aus?

Unmittelbar nach dem Kontakt mit den Allergenen der Erdnuss oder bis zu zwei Stunden danach kann es plötzlich zu Symptomen an verschiedenen Organen wie Haut, Atemwegen, Magen-Darm-Trakt und Herz-Kreislauf-System kommen, die einzeln oder zusammen auftreten können und unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

Allergie-Wiki: Erdnuss-Allergie

Wie sehen die Symptome bei einer Allergie auf Haselnüsse aus?

Es ist bekannt, dass Haselnuss-Allergien nicht immer zu klinische Symptomen führen müssen. Insbesondere bei den pollenassoziierten Nussallergien, reagiert nur ein kleiner Teil der Betroffenen tatsächlich auf den Verzehr von Haselnüssen, wie Prof. Karin Hoffmann-Sommergruber erläutert:

„Bei den pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien sind generell die lokalen, milden Reaktionen zu sehen, d.h. Rhinitis, Orales Allergiesyndrom etc..

Im Gegensatz dazu treten bei den primären Nahrungsmittelallergien bei Haselnuss Reaktionen der Lunge wie Asthma, Kreislaufprobleme und gastrointestinale Symptome vermehrt auf. Vor allem Patienten mit bekanntem allergischem Asthma sollten eingehend diagnostisch abgeklärt werden.“

Allergie auf Haselnüsse: Formen, Symptome, Diagnose und Therapie!; Prof. Karin Hoffmann-Sommergruber

Wie kann eine Nussallergie diagnostiziert werden?

Wie bei jeder Allergie beginnt die Diagnose einer Nussallergie mit einer ausführlichen Anamnese. Weiter stehen Poick-Text, IgE-Test, oraler Provokationstest und molekulare Allergiediagnostik zur Verfügung.

Wie kann eine Erdnuss-Allergie diagnostiziert werden?

Wenn es im Zusammenhang mit dem Kontakt zu Erdnüssen zu Symptomen kam, sollte eine zeitnahe Diagnose erfolgen. Bestätigt sich der Verdacht in der Anamnese, würde das Vorliegen einer Sensibilisierung auf ein Allergen der Erdnuss durch einen Prick-Test bzw. einen IgE-Test überprüft. Zur letztendlichen Absicherung wäre ein oraler Provokationstest möglich, der unter ärztlicher Überwachung möglichst in einer Klinik stattfinden sollte.

Allergie-Wiki: Erdnuss-Allergie

Wie kann eine Haselnuss-Allergie diagnostiziert werden?

Laut, Prof. Karin Hoffmann-Sommergruber, ist der erste Schritt für die Diagnostik einer Haselnuss-Allergie, ob es sich um eine Kreuzreaktion bei bestehender Pollenallergie, oder eine „primäre“ Nahrungsmittelallergie handelt:

„Bei den „primären“, echten Nahrungsmittelallergien hilft eine allergenspezifische IgE Diagnostik, vor allem bei Vorkommen von IgE Antikörpern, die gegen bestimmte Speicherproteine gerichtet sind und die dafür bekannt sind, eher schwerere Symptome in den PatientInnen zu induzieren.
Bei den „echten“ Nahrungsmittelallergien gegenüber Haselnüssen muss individuell entschieden werden, ob eine Nahrungsmittelprovokation nötig ist. Diese ist dann nötig, wenn die Patienten bereits auf Spuren von Haselnüssen mit Asthma oder anderen generalisierten schweren Reaktionen reagieren.“

Allergie auf Haselnüsse: Formen, Symptome, Diagnose und Therapie!; Prof. Karin Hoffmann-Sommergruber

Welche Therapien sich bei Nussallergien möglich?

Lange bestand die Therapie einer Allergie auf Nüsse allein in der Meidung des Allergens. Dis ist auch huet noch die Therapie der Wahl, aber es gibt erste Ansätze zu weiteren Therapieoptionen.

Welche Rolle spielt die orale Immuntherapie bei einer Erdnuss-Allergie?

Laut der deutschen Gesellschaf für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), kann die orale Immuntherapie, starke allergischen Reaktionen auf Erdnüsse deutlich abmildern:

„Das orale Immuntherapeutikum kann dabei helfen, hochallergische Kinder mit Erdnussallergie vor starken allergischen Reaktionen nach unbeabsichtigter Allergenaufnahme zu schützen“ erläutert Koautorin Prof. Kirsten Beyer, Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und Charité Universitätsmedizin Berlin.“

Erdnussallergie: Schutz vor Spuren durch orales Immuntherapeutikum?; PM DGAKI

Kann die orale Immuntherapie bei der Behandlung einer Erdnuss-Allergie helfen?

Der Schwellenwert, bei dem es zu allergischen Reaktionen kommt, konnte durch ein orales Immuntherapeutikum deutlich gestesteigert werden. Dadurch können hochallergische Patienten besser vor allergischen Reaktionen geschützt werden, so Prof. Kirsten Beyer:

„Die Studie konnte zeigen, dass der Schwellenwert, auf den die Kinder und Jugendlichen reagierten, durch die Therapie deutlich gesteigert werden konnte: 67 Prozent der Patienten, die das orale Immuntherapeutikum erhalten hatten, vertrugen bei Studienende 600 mg Erdnussprotein, das entspricht ungefähr zwei Erdnüssen. Das ist eine relevante Steigerung der Verträglichkeit, denn zu Beginn unserer Studie vertrugen die Patienten lediglich bis zu 100 mg Erdnussprotein, das entspricht ca. einem Drittel eines Erdnusskerns. In der Gruppe der Patienten, die mit einem Scheinmedikament behandelt wurden, vertrugen am Ende nur 4 Prozent der Patienten 2 Erdnüsse.“

Erdnussallergie: Könnte ein orales Immuntherapeutikum helfen?; Prof. Kirsten Beyer

Wie funktioniert die orale Immuntherapie bei einer Allergie auf Erdnüsse?

Die orale Immuntherapie, kann bei Patienten mit einer Erdnuss-Allergie zu einer deutlichen Steigerung des Schwellenwertes, bei dem es zu Symptomen kommt, führen. Wie genau das funktioniert, erklärt Dr. Katharina Blümchen:

„Bei der oralen Immuntherapie bekommen die Patienten täglich eine winzige Menge des nativen Allergens zu essen, d.h. „richtige“ Kuhmilch und „richtiges“ Hühnerei und kein Allergenextrakt. Im Falle der Erdnuss wird entweder zermörserte Erdnuss oder, in amerikanischen Studien, Erdnussmehl verwendet.

Grundsätzlich können die Patienten ihre Tagesdosen zu Hause zu sich nehmen. Alle 7 bis 14 Tage wird die Tagesdosis jedoch erhöht, und dafür müssen die Patienten in die Ambulanz bzw. ins Studienzentren kommen. Zwei Stunden lang nach der Einnahme der erhöhten Gabe werden die Patienten noch kontrolliert. Sollte es in dieser Zeit zu Nebenwirkungen kommen, ist eine schnelle Behandlung gewährleistet.

Dieser Prozess wird so lange fortgeführt, bis die bereits erwähnte Erhaltungsdosis erreicht ist. Wie hoch diese Erhaltungsdosis sein sollte, ist aber noch nicht abschließend geklärt.“

Erdnussallergie: Wie wirkt die orale Immuntherapie (OIT)? Forschungsstand?; Dr. Katharina Blümchen

Welche Nebenwirkungen können bei der oralen Immuntherapie (OIT) bei der Behandlung einer Erdnuss-Allergie auftreten?

Bei der oralen Immuntherapie (OIT) bei einer Erdnuss-Allergie, nehmen die Patienten kleine Mengen des Allergens, zum Beispiel in Form von Erdnussmehl, zu sich. Dies kann bei Patienten zu einigen Nebenwirkungen führen, wie Dr. Katharina Blümchen weiß:

„Als Nebenwirkungen wurden in den Studien häufig Magen-Darm Beschwerden, wie Übelkeit und Bauchschmerzen oder ein Kribbeln im Mund angegeben. Seltener kam es zu Husten, pfeifender Atmung, Nießen, Juckreiz oder Hautausschlag und sehr selten kam es zu schweren allergischen Reaktionen.“

Erdnuss Studie. Eine Therapie zur Behandlung der Erdnussallergie?; Dr. Katharina Blümchen

Stehen weitere Therapieoptionen bei der Behandlung einer Allergie auf Nüsse zur Verfügung?

Neben der oralen Immuntherapie, stehen noch weitere Behandlungsoptionen bei bestehender Nuss-Allergie zur Verfügung. Welche das sind, erklärt Dr. Lars Lange in seinem Video „Nahrungsmittelallergie, Erdnussallergie: Neue Therapieoptionen“.

Nahrungsmittelallergie, Erdnussallergie: Neue Therapieoptionen; Dr. Lars Lange

Muss man bei einer Nuss-Allergie auf alle Nussarten verzichten?

Wenn eine Allergie auf eine bestimmte Nuss, zum Beispiel Erdnüsse, vorliegt, muss keinesfalls auf alle Nusssorten verzichtet werden. Wichtig ist dann, herauszufinden, welche Nüsse vertragen werden, und welche Nussarten allergische Reaktionen hervorrufen, wie Dr. Yvonne Braun informiert:

„Die Gruppe der Schalenfrüchte (Nüsse) umfasst Cashewkerne, Haselnüsse, Macadamianüsse, Mandeln, Paranüsse, Pekanüsse, Pistazien und Walnüsse. Bei einer „Nussallergie“ ist es sehr selten, dass wirklich eine Allergie gegen alle Nüsse vorliegt. Am Häufigsten ist die Allergie gegen Haselnüsse und Walnüsse.

Die Verträglichkeit einzelner Nusssorten muss durch den Allergologen individuell diagnostiziert werden. Dann muss die Person die Allergie auslösenden Schalenfrüchte unbedingt meiden. Die anderen Schalenfrüchte dürfen aber gegessen werden. Allergien gegen Schalenfrüchte sind häufig mit einer schweren Symptomatik verbunden, daher sollte eine wirklich gute Diagnostik erfolgen.“

Nussallergie – Erdnussallergie – was ist erlaubt? Richtiger Umgang!; Dr. Yvonne Braun

Woher weiß man, auf welche Nüsse bei einer Nuss-Allergie verzichtet werden sollte?

Welche Unterschiede zwischen den verschiedenen Nussarten bestehen, welche Rolle Nüsse für eine ausgewogene Ernährung spielen und warum bei bestehender Nuss-Allergie nicht auf alle Nüsse verzichtet werden sollte, erklärt Dr. Yvonne Braun in ihrem Video „Nussallergie: Muss man alle Nüsse meiden?“

Nussallergie: Muss man alle Nüsse meiden?; Dr. Yvonne Braun

Wie weiß ich, welche Produkte ich bei einer Nuss-Allergie essen darf?

Bei einer Allergie auf Nüsse, steht die Meidung der allergieauslösenden Nuss im Vordergrund. Daher sollten Betroffene bei jedem Produkt die Zutatenliste lesen, um nicht unbeabsichtigt eine allergische Reaktion zu erleiden. Erdnüsse oder Schalenfrüchte, sind dabei oft deutlich erkennbar, wie Dr. Yvonne Braun berichtet:

„Die Zutatenliste ist für den Nahrungsmittelallergiker das Hilfsmittel bei seinem täglichen Einkauf, sofern diese richtig gelesen und interpretiert wird. Ein Allergiker muss von jedem Produkt, das er kauft, die Zutatenliste lesen. Auch bei Produkten, die er kennt und bereits häufiger als „allergenfrei“ eingekauft hat. Firmen können Rezepturen ändern und dann ist das Produkt vielleicht nicht mehr frei von dem Allergen, welches gemieden werden muss. In der Zutatenliste müssen die 14 Hauptauslöser allergischer Reaktionen namentlich aufgeführt werden, wenn sie in dem Lebensmittel enthalten sind. Damit der Verbraucher sie schneller erkennt, müssen sie gleichzeitig deutlich (fett, kursiv oder bunt) hervorgehoben werden. Die Erdnuss, aber auch Schalenfrüchte, d.h. Nüsse, gehören zu diesen 14 Hauptauslösern. Die entsprechende Schalenfrucht wird in der Zutatenliste namentlich aufgeführt, z.B. Walnuss oder Haselnuss. Auch Allergene, die als technische Hilfsstoffe, Trägerstoffe oder Extraktionslösungsmittel eingesetzt wurden, müssen genannt werden.“

Nussallergie – Erdnussallergie: Die Zutatenliste richtig lesen!; Dr. Yvonne Braun

Was muss man bei Lebensmitteln noch beachten, wenn man an einer Nuss-Allergie leidet?

Das wichtigste bei der Auswahl geeignet Lebensmittel bei bestehender Nuss-Allergie, ist die Zutatenliste. Doch auch der Hinweis „Kann Spuren auf...enthalten“ ist von großer Bedeutung. Warum das so ist, und was man als Betroffener noch Beachten muss, erklärt Dr. Yvonne Braun in ihrem Video „Bohnen, Erbsen, Linsen & Co: Muss man bei einer Nussallergie Hülsenfrüchte meiden?“

Bohnen, Erbsen, Linsen & Co: Muss man bei einer Nussallergie Hülsenfrüchte meiden?; Dr. Yvonne Braun

Können Hunde bei einer Nuss-Allergie helfen?

Speziell ausgebildete Spürhunde können Erdnuss-Allergikern helfen, Produkte die Erdnüsse enthalten, zu identifizieren. Uwe Friedrich vom Hundezentrum TEAMCANIN, trainiert Hunde auf bestimmte Gerüche, sodass diese dann als „Erdnuss-Spürhunde“ eingesetzt werden können:

„Beim Erdnussallergie-Warnhund ist es das Wichtigste, dass der Hund selbst die geringsten Erdnussspuren anzeigt. Wir konditionieren die Hunde mit der Sniffle Dog Methode. Mit dieser Trainingstechnik wird der Hund auf einen bestimmten Geruchsträger konditioniert.

Dafür kommt die Erdnuss in einen kleinen Behälter und wenn der Hund daran schnuppert wird er über positive Verstärkung darauf konditioniert, „Erdnuss“ anzuzeigen. Der Geruch von Erdnüssen ist für den Hund damit sehr positiv belegt.“

Erdnuss Allergie: Wie warnen Erdnuss-Spürhunde vor dem Allergen?; Uwe Friedrich

Wo bekommt man Informationen und Unterstützung in Bezug auf eine Erdnuss-Allergie?

Die Diagnose „Erdnuss-Allergie“ hat große Bedeutung auf das tägliche Leben, mit besonderem Fokus auf die Ernährung. Ob in der Schule, im Urlaub, im Restaurant oder auf dem Wochenmarkt, die Allergie muss bei jedem Nahrungsmittel berücksichtigt werden. Dabei bietet der „Verein Erdnussallergie und Anaphylaxie (VEaA)“ in der Schweiz eine große Hilfe, wie die Gründerin Angelica Dünner erklärt:

„Wir versenden auch Newsletter, betreiben einen Webshop, haben Formulare, Checklisten, eine Rezeptsammlung, jedes unserer Mitglieder erhält eine unserer Taschen für Notfallmedikamente.

Wir stellen Bücher zur Verfügung, haben eine Bibliothek mit Kinder- und Erwachsenenbüchern zum Thema, die Mitglieder auch ausleihen können – also eine ganze Sammlung an nützlichen Hilfsmitteln mit Bezugsquellen.“

Erd-/Nussallergie: Verein Erdnussallergie & Anaphylaxie (VEeA) hilft!; Angelica Dünner

In Deutschland steht der Verein „Nuss/Anaphylaxie Netzwerk (NAN) e. V.“ den Mitgliedern unterstützend zur Seite.

„Der Verein „Nuss/Anaphylaxie Netzwerk (NAN) e.V.“ setzt sich bundesweit für die Unterstützung der Betroffenen und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ein. Einen Schwerpunkt der Vereinsarbeit bildet die Aufklärung und Beratung im Umgang mit der Allergie für Betroffene, Eltern, Kitas oder Schulen.“

Lebensgefährliche Nussallergie – erstmals werden Eltern aktiv

Nussallergie bei Kindern – was sollten die Eltern wissen?

Wenn Erwachsene von einer Allergie auf Nahrungsmittel betroffen sind, fällt ihnen das Meiden des Allergens oft schwer. Bei Kindern ist es noch schwieriger, sie vor dem Allergenkontakt zu schützen.

Was muss man beachten, wenn mein Kind mit einer Nuss-Allergie in die Schule kommt?

Bei der Auswahl der Schule, sollten Eltern mit einem Kind, was Allergisch auf Nüsse reagiert, einiges beachten. Besonders Kenntnisse einer Anaphylaxie, also einer schockartigen allergischen Reaktion, und wie darauf zu reagieren ist, ist sehr wichtig, wie Dr. Yvonne Braun in ihrem Video „Anaphylaxie beim Kind und Schule: Worauf muss man achten?“ erläutert.

Anaphylaxie beim Kind und Schule: Worauf muss man achten?; Dr. Yvonne Braun

Was muss die Schule wissen, wenn ein Kind Allergisch auf Nüsse reagiert?

Damit es bei einer bestehenden Nuss-Allergie, nicht zu allergischen Reaktionen in der Schule kommt, sollten Eltern allergischer Kinder, die Schule ausreichend über die Allergie informieren. So sollte die Schule wissen, auf welche Nusssorte das Kind allergisch reagiert, und was im Notfall zu tun ist, wie Dr. Yvonne Braun in ihrem Video „Anaphylaxie beim Kind und Schule: Nötige Infos!“ erläutert:

Anaphylaxie beim Kind und Schule: Nötige Infos!; Dr. Yvonne Braun

Welche Informationen braucht die Schule, um optimal mit der Nuss-Allergie eines Kindes umgehen zu können?

Wenn ein Kind mit einer Nuss-Allergie eingeschult wird, sollte die Schule vorab ausreichend über die Allergie informiert werden. Wie man das möglichst präzise macht und welche Informationen wichtig sein können, berichtet Dr. Yvonne Braun in ihrem Video „Anaphylaxie beim Kind und Schule: Die Schule unterstützen?“

Anaphylaxie beim Kind und Schule: Die Schule unterstützen?; Dr. Yvonne Braun

Wie kann ich mein Kind mit einer Nuss-Allergie optimal auf die Schule vorbereiten?

Vor der Einschulung, muss die Schule gut über die Allergie eines Kindes mit Nuss-Allergie informiert und aufgeklärt werden. Doch auch das Kind selbst muss optimal auf den Schulalltag, und was es mit der Allergie zu beachten gibt, vorbereitet werden, so Dr. Yvonne Braun in ihrem Video „Anaphylaxie beim Kind und Schule: Das Kind optimal vorbereiten!“

Anaphylaxie beim Kind und Schule: Das Kind optimal vorbereiten!; Dr. Yvonne Braun

Kind mit Nuss-Allergie: Sollte man andere Kinder und Eltern informieren?

Wenn ein Kind mit einer Nuss-Allergie in die Schule kommt, sollte das Kind selbst gut vorbereitet sein und die Schule ausreichend informiert und über die Nuss-Allergie aufgeklärt werden. Ob man die Mitschüler und Eltern der anderen Kinder über die Allergie informiert, ist jedem selbst überlassen, erklärt Dr. Yvonne Braun in ihrem Video „Anaphylaxie beim Kind und Schule: Andere Kinder und Eltern informieren?“

Anaphylaxie beim Kind und Schule: Andere Kinder und Eltern informieren?; Dr. Yvonne Braun

Kind mit Nuss-Allergie: Was tun bei Geburtstagen und Klassenausflügen?

Das Kind und die Schule sollten ausreichend vorbereitet werden, um mit der Nuss-Allergie im normalen Schulalltag angemessen umgehen zu können. Was man vor Kindergeburtstagen oder Klassenausflügen bedenken sollte, verrät Dr. Yvonne Brain in dem Video „Anaphylaxie beim Kind und Schule: Problem „Ausflüge“!“

Anaphylaxie beim Kind und Schule: Problem „Ausflüge“!; Dr. Yvonne Braun

Nussfreier Kuchen: Welche Zutaten darf man verwenden?

In Schulfesten oder Geburtstagsfeiern, werden häufig Kuchen von den Eltern gebacken. Doch was, wenn ein Kind allergisch auf Nüsse reagiert? Welche Zutaten dürfen dann im Kuchen verarbeitet werden? Dazu sagt Dr. rer. med. Annette Weber folgendes:

„Die häufigsten Allergien bei uns in Deutschland treten gegen Haselnüsse und Mandeln auf. Wer einen nussfreien Kuchen backen möchte, sollte aber nicht nur diese Nüsse weglassen. Zu den Nüssen zählen nach dem deutschen Lebensmittelrecht noch weitere Nüsse bzw. Schalenfrüchte wie Walnüsse, Cashewkerne, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien und Macadamianüsse bzw. Queenslandnüsse.

Die Erdnuss gehört nicht zu der botanischen Familie der Nüsse, sondern zu den Hülsenfrüchten, aber gerade Erdnüsse können sehr starke allergische Reaktionen auslösen und sollten deshalb im nussfreien Kuchen nicht verwendet werden.“

Nussfreie Kita & Schule: Was darf in den nussfreien Kuchen, was nicht?; Dr. rer. med. Annette Weber

Erdnussfreie Schule – ist das möglich?

Es ist zu empfehlen, ein allergisches Kind und auch die Schule selbst auf die Allergie aufmerksam zu machen und darüber zu informieren. Einige Schule in Deutschland, gehen aber noch einen Schritt weiter. So, wie die Burgschule in Peine, die sich dazu entschlossen hat, eine „Erdnussfreie Schule“ zu werden, wie Doris Salzmann erklärt:

„Die Anzahl der Kinder, die an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden oder die sogar mit lebensbedrohlichen Symptomen aufgrund einer Allergie auf bestimmte Nahrungsmittel reagieren, nimmt stetig zu. So sind auch an unserer Schule einige Schülerinnen und Schüler davon betroffen, wobei ein Schüler tatsächlich mit lebensbedrohlichen Symptomen auf geringste Spuren von Erdnüssen reagiert.

Die Mutter des betroffenen Schülers informierte die Lehrerschaft und gab - teilweise zusammen mit einer Ärztin des hiesigen Gesundheitsamts - eine Einweisung in die Handhabung der Notfallmedikation. Auch klärte sie die Schulsanitäter über diese schwere Form der Allergie, auch Anaphylaxie genannt, und die notwendigen Erste Hilfe Maßnahmen auf.

Die Klassenkameraden hatten zu dem Zeitpunkt bereits darauf geachtet, dass der betreffende Klassenraum "erdnussfrei" bleibt. Die "Schulsanis" übernahmen dann die Aufgabe, die anderen Schülerinnen und Schüler auf das Problem aufmerksam zu machen und es reifte die Idee, die ganze Schule als "erdnussfreie" Zone auszuschreiben.“

Anaphylaxie & Schule: „Erdnussfreie Zone“ an der Burgschule in Peine; Doris Salzmann

Erdnussfreie Schule – wie kann man das umsetzen?

Die Sonnenschule in Bochum ist eine „erdnussfreie Zone“, so Herr Zappalà, da die Anzahl der Kinder die allergisch auf Erdnüsse reagieren zunehmend steigt. Um das Konzept umsetzen zu können, muss die ganze Schulgemeinschaft informiert und sensibilisiert werden:

„Konkret versuchen wir dies durch Aufklärung der Elternschaft in den entsprechenden Schulmitwirkungsgremien sowie dem Verbot, erdnusshaltige Produkte in die Schule zu bringen. Man ist schon auf dem richtigen Weg, wenn man die direkten Mitschüler informiert, aber auch deren Eltern und die Schüler in den anderen Klassen müssen aufgeklärt werden. Mit allen Beteiligten, den Mitschülern, Lehrern und Eltern versuchen wir eine angstfreie Lernumgebung und somit auch optimale Lernatmosphäre für das betroffene Kind zu schaffen.“

Erdnussfreie Schule? Die Sonnenschule in Bochum zeigt wie das geht!; Mario Zappalà

Nussfreie Schule – wie wird das in der Schulgemeinschaft aufgenommen?

Das Schulhaus Gabler in Zürich, wurde aufgrund der Einschulung eines allergisches Kindes, zur „nussfreien“ Schule ernannt. Ausgegangen war das von einer Mutter, deren Kind bereits stark allergisch auf kleinste Nuss-Partikel reagierte. Vor der Umsetzung musste das Konzept bei allen Beteiligten, wie Lehrern, Eltern, Schulleitung, vorgestellt und von allen mitgetragen werden, so Judith Benz:

„Alles in allem war die Umsetzung einfacher als gedacht und ich war überrascht, wie positiv die Idee aufgenommen wurde. Viele hatten sich wohl in die Situation der Mutter versetzt und deshalb waren die Reaktionen durchwegs positiv. Natürlich haben uns zu Beginn manche Eltern gefragt: Warum müssen sich alle nach einem Kind richten? Als wir dann aber erklärt haben, dass für dieses Kind die kleinste Spur von Nüssen einen anaphylaktischen Schock auslösen kann, wuchs das Verständnis. Seit drei Jahren aber ist die nussfreie Schule einfach normal und etabliert.“

Nussallergie: „Nüsse verboten“ beim nussfreien Schulhaus Gabler; Judith Benz

Nussfreie Schule – wie reagieren die Schüler?

Seit 2016 ist die Primarschule Lausen eine „nussfreie“ Schule. Der Schulleiter Urs Beyeler, zieht ein sehr positives Zwischenfazit, und auch von Schülerinnen und Schülern wurde das Konzept positiv aufgenommen:

„Aus den Schulzimmern wird mir berichtet, dass auch bei den Schülerinnen und Schülern nach wie vor eine hohe Sensibilisierung vorhanden sei und diese – manchmal mehr als die Erwachsenen – ihr Znüni auf mögliche Nussbestandteile untersuchen. Bei einzelnen Kindern musste sogar sehr bewusst daran erinnert werden, dass ihr Beitrag nicht als belastende Verantwortung wahrgenommen werden soll.“

Lausner Primarschule: Gute Erfahrungen mit dem Nussverbot; Urs Beyeler

Nuss-Allergie beim Kind – wie finde ich den richtigen Urlaubsort?

Ein Urlaub mit allergischen Kindern ist für die Kinder und deren Familien eine besondere Herausforderung. Das fängt bei der Wahl des Urlaubsortes und der Unterkunft an, wie Dr. Yvonne Braun in ihrem Video „Anaphylaxie beim Kind: Tipps für den Urlaub!„ berichtet.

Anaphylaxie beim Kind: Tipps für den Urlaub!; Dr. Yvonne Braun

Nuss-Allergie – was muss man im Urlaub beachten?

Damit es im Urlaub nicht zu schweren allergischen Reaktionen bei Kindern mit einer Nuss-Allergie kommt, sollten Eltern besonders beim Buffet und die dortigen Lebensmittel achten, so Dr. Yvonne Braun in ihrem Video „Anaphylaxie beim Kind: Typische Allergenfallen im Urlaub“

Anaphylaxie beim Kind: Typische Allergenfallen im Urlaub; Dr. Yvonne Braun

Nuss-Allergie – was tun, wenn es im Urlaub zu einer allergischen Reaktion kommt?

Ein allergischer Notfall im Urlaub, sollte im Grunde genauso behandelt werden wie zuhause. Was man aber noch zusätzlich tun kann, beziehungsweise was zu einer guten Vorbereitung gehört, erklärt Dr. Yvonne Braun in ihrem Video „Anaphylaxie beim Kind und Urlaub: Was tun im Notfall?“

Anaphylaxie beim Kind und Urlaub: Was tun im Notfall?; Dr. Yvonne Braun

Nuss-Allergie im Urlaub – was sollte man dabei haben?

Im Handgepäck der Eltern von Kindern mit Nuss-Allergie, sollte mindestens ein Notfallset und auch eigene Verpflegung zu finden sein. Welche weiteren Dinge im Handgepäck hilfreich sein können, berichtet Dr. Yvonne Braun in ihrem Video „Anaphylaxie beim Kind: Was gehört ins Hand – und Reisegepäck?“

Anaphylaxie beim Kind: Was gehört ins Hand – und Reisegepäck?; Dr. Yvonne Braun

Nuss-Allergie im Urlaub – welchen Fehler sollte man auf keinen Fall machen?

Der Urlaub mit einem Kind welches allergisch auf Nüsse reagiert, muss gut vorbereitet werden. Der Ort, die Unterkunft, die Verkehrsmittel und die Ernährungsmöglichkeiten vor Ort müssen vor Beginn des Urlaubs gut durchdacht sein. Dann steht einem entspannten Urlaub nichts im Wege, so Dr. Yvonne Braun:

„Ich finde, der größte Fehler ist, wenn man vor lauter Anspannung, dass etwas passieren könnte, seinen Urlaub nicht genießt. Man kann sich wirklich gut auf den Urlaub vorbereiten. Natürlich sollte man gleichzeitig seine Notfallmedikation bzw. die Notfallmedikation des Kindes gut kennen, falls doch etwas passiert. Aber zu Hause ist man auch unterwegs, macht Ausflüge, geht ab und zu essen und führt ein weitgehend normales Leben.“

Nussallergie – Erdnussallergie: Was ist im Urlaub zu beachten?; Dr. Yvonne Braun

Schulungen bei Erdnuss- und Baumnuss-Allergien – an wen richten sie sich?

Schulungen bezüglich Erdnuss- und Baumnuss-Allergien, werden gemäß der AGATE-Standards (Arbeitsgemeinschaft Anaphylaxie Training und Edukation e.V.) in vier Blöcke unterteilt, so Dr. Frank Friedrichs:

„Die vier Blöcke lauten übrigens:

  1. "Erdnuss- und Baumnussallergie – Medizinische Fakten"
  2. "Praktische Tipps und Einkaufshilfen"
  3. "Notfallmaßnahmen beherrschen" und
  4. "Psychologische Hilfen zum Umgang mit der Allergie".“

Die Schulungen richten sich in erster Linie an Betroffene Eltern und andere Familienmitglieder, wie Dr. Frank Friedrichs ergänzt:

„Unsere Erdnuss- und Baumnuss-Schulungen richten sich in erster Linie an betroffene Eltern. An den Kursen nehmen aber auch mitunter Großeltern, Erzieher und ältere betroffene Jugendliche teil. Drei Jahren lang haben wir auch einmal im Jahr einen Schulungsnachmittag für Kinder und Jugendliche mit Nussallergien im Alter von 9 bis 16 Jahren angeboten. Da die Teilnehmer mit Frau Schönfelder in einen Supermarkt, eine Bäckerei und eine Fleischerei gehen und dort einkaufen, nachfragen und Deklarationslisten studieren müssen, haben wir erst Kinder ab dem dritten Schuljahr akzeptiert.“

Was passiert bei einer Erdnuss-/Baumnussallergie-Anaphylaxie-Schulung?; Dr. Frank Friedrichs

Wo bekommt man Informationen, wenn das Kind an einer Nuss-Allergie leidet?

Wenn bei einem Kind eine Nuss-Allergie diagnostiziert wird, ändert sich vieles im Leben -sowohl für das Kind, als auch für die Eltern und Geschwister. Das Nussallergie/Anaphylaxie Netzwerk, wo besonders der Austausch mit anderen Betroffenen im Vordergrund steht, kann dabei eine große Hilfe sein, so Gründerin Kristina Schmidt:

„Der wichtigste Faktor für mich war von Anfang an, mit anderen betroffenen Eltern zu reden, sich auszutauschen und festzustellen, dass man mit dem Krankheitsbild Anaphylaxie nicht allein ist. Wenn man als Eltern die Diagnose Anaphylaxie bekommt, fühlt man sich ja regelrecht "überrollt". Wie die meisten Eltern war ich schockiert, dass Spuren eines bestimmten Nahrungsmittels unter bestimmten Umständen ausreichen können, um ein gesundes Kind in kürzester Zeit in die Nähe des Todes zu bringen. Allein diese Situation muss man erst mal verarbeiten. Sich mit anderen Eltern auszutauschen, die das gleiche erlebt hatten, war deshalb ein regelrechtes "Aha-Erlebnis". Der meist geäußerte Satz von neuen Gruppenmitgliedern ist: "Endlich habe ich Menschen gefunden, die mich verstehen!" – wie sagt man so schön "No man is an island" – "Niemand ist eine Insel"!“

Informationen und Hilfe im Alltag beim Nussallergie/Anaphylaxie Netzwerk; Kristina Schmidt

Was das Nussallergie/Anaphylaxie Netzwerk (NAN) e.V. Eltern von Kindern mit Nuss-Allergien noch bietet und wie es das tut, berichtet Dr. Yvonne Smidt in dem Video „Nussallergie/Anaphylaxie Netzwerk (NAN) e.V.: Was bietet es?“

Nussallergie/Anaphylaxie Netzwerk (NAN) e.V.: Was bietet es?; Dr. Yvonne Smidt