COPD

 

COPD - was ist das?

COPD oder „chronic obstructive pulmonary disease“ ist eine häufige Erkrankung.

„In Deutschland leiden etwa 3 bis 5 Millionen Menschen an einer COPD.“

Beruflich bedingte COPD: Auslöser am Arbeitsplatz? Kann man sich schützen?

„Die COPD (chronic obstructive pulmonary disease) ist eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung. COPD gilt als eine Krankheit der Raucher und der zweiten Lebenshälfte – sie tritt vorwiegend nach dem 40. Lebensjahr in Erscheinung. Typische Symptomen können Atemnot, Husten und Auswurf sein – COPD schränkt die Lebensqualität deutlich ein."

COPD – gibt es Begleiterkrankungen? Womit muss man rechnen?

Sind Menschen mit COPD stärker durch den Corona-Virus gefährdet?

Obgleich es noch keine evidenten Daten zum Thema COPD und Corona-Virus gibt, scheinen Menschen mit COPD, ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer SARS-CoV-2 Infektion zu haben, wie Dr. Torsten Hewelt erklärt:

„Zur COPD gibt es Hinweise, dass diese mit einem höheren Risiko für einen schweren Verlauf verbunden ist. Hier fehlen aber weitere belastbare Auswertungen. Es zeigt sich allerdings in weiteren Untersuchungen, dass Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Übergewicht und das Alter im Vergleich zu Atemwegserkrankungen eine größere Rolle als Risikofaktor spielen.4) Eine der Theorien dazu ist, dass die Therapie gegen die chronischen Bronchialerkrankungen einen schützenden Effekt haben könnte.“

Welche Sorgen haben Patienten mit Asthma und COPD in Zeiten von Corona?

Laut Prof. Zielen, spielt beim Thema Corona-Virus und COPD besonders das individuelle Stadium der COPD eine wichtige Rolle. Je stärker die Lungenfunktion eingeschränkt ist, desto größer ist die Gefahr einer möglichen Corona-Virus Infektion:

Coronavirus und COPD: Welche Risiken gibt es?, Prof. Zielen

Wodurch wird COPD ausgelöst?

Die COPD wird in Deutschland und anderen entwickelten Ländern fast ausschließlich durch das Rauchen ausgelöst, weshalb sie umgangssprachlich auch als „Raucherkrankheit“ bezeichnet wird, wie Prof. Dr. Johann Christian Virchow informiert:

„Das Rauchen ist in westlichen Ländern die einzige Ursache für COPD. In weniger entwickelten Ländern, wie z.B. China, Indien, Albanien, Afrika etc. findet man hauptsächlich bei Frauen, die am offenen Feuer kochen und permanenter Rauchentwicklung ausgesetzt sind, COPD, obwohl sie nie geraucht haben. Auslöser von COPD ist hier also die Exposition gegenüber Verbrennungsabgasen, die bei uns keine Rolle mehr spielt.“

Asthma oder COPD – was ist der Unterschied?

Sind Raucher besonders gefährdet für einen schweren Verlauf einer Corona-Virus-Infektion?

Rauchen ist ein bedeutender Risikofaktor für eine SARS-CoV-2 Infektion und einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19. Das liegt der Deutschen Lungenstiftung zufolge, unter anderem an einer erhöhten Produktion des Enzymes ACE 2 (Angiotensin Converting Enzyme 2) bei Rauchern, welches als Eintrittspforte von SARS-CoV-2 genutzt wird.

„Je mehr Eintrittspforten die SARS-CoV-2-Viren vorfinden, umso leichter und schneller kann es zu einer Coronavirus-Infektion mit schwerem Verlauf kommen. Dabei kommt bei Rauchern noch hinzu, dass ihre Selbstreinigungsfunktion der Atemwege herabgesetzt ist, weil die Flimmerhärchen in der Atemwegsschleimhaut nach jeder Zigarette über Stunden außer Kraft gesetzt werden. Wenn Partikel und Viren, die in die Atemwege eingedrungen sind, nicht von den Flimmerhärchen beseitigt werden, können sie von dort in die unteren Atemwege vordringen und dort eine Lungenentzündung verursachen, die dann einen schweren Verlauf nehmen kann, vor allem wenn das lokale Immunsystem - wie bei Rauchern infolge der inhalierten Schadstoffe häufig – geschwächt ist. Außerdem ist die Infektionsgefahr bei Rauchern dadurch erhöht, da sie beim Tabakkonsum immer wieder die Zigarette zum Mund führen, wobei mögliche Viren von der Hand dann besonders leicht auf die Schleimhaut von Mund und - bei unbewusster Berührung - auch von Nase oder Auge übertragen werden können.“

COVID-19-Raucher besonders gefährdet für schweren Verlauf

Kann eine COPD auch berufsbedingt sein?

Die COPD ist typischerweise eine Raucherkrankheit. Bei etwa 1 Prozent der an COPD erkrankten Personen liegt die Ursache, laut PD Dr. med Alexandra M. Preisser, jedoch im beruflichen Umfeld, durch dort freigesetzte Dämpfe, Gase, und Staubaufwirbelungen.

„Industriezweige mit einem erhöhten Risiko für COPD sind die Bereiche, in denen Metall verarbeitet bzw. geschmolzen wird. So kann es z.B. durch Schweißen zur Exposition gegen Gase und Rauche kommen.

Im Bergbau findet man häufig hohe Staubexpositionen durch Quarzstäube und auch im Baugewerbe kann es zu vermehrtem Kontakt mit Stäuben kommen. Auch in verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft besteht ein erhöhtes Risiko. Zu einen entstehen im Getreideumschlag Stäube, aber ebenso bei der Milchviehwirtschaft oder in der Schweinezucht.

Eine Exposition, die im Zusammenhang mit beruflich bedingter COPD zunehmend in den Fokus rückt, ist die Exposition gegen Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Hier sind Reinigungsunternehmen oder der medizinische Bereich betroffen.“

Beruflich bedingte COPD: Auslöser am Arbeitsplatz? Kann man sich schützen?

Kann Luftverschmutzung eine COPD auslösen?

Darüber, ob eine schlechte Luftqualität eine COPD auslösen kann, gibt es keine gesicherten Daten. Es ist aber bekannt, dass eine schlechte Luftqualität, also eine hohe Zahl an Luftschadstoffen, wie beispielsweise die Ausstöße eines Kohlekraftwerks, sich negativ auf Atemwegserkrankungen wie die COPD, auswirken können, wie Dr. Joachim Heinrich erklärt:

„Es ist unstrittig und seit langem bekannt, dass Luftschadstoffe, Atemwegssymptome verstärken können, die Lungenfunktion einschränken und den Medikamentenbedarf, zum Beispiel bei Asthmatikern, erhöhen können. Davon sind insbesondere Asthmatiker und Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) betroffen.“

Luftverschmutzung – Asthma – COPD: Welchen Einfluss haben Luftschadstoffe?

Spielt das Mikrobiom der Lunge eine Rolle bei COPD?

Das Mikrobiom der Lunge scheint zwar bei der COPD eine Rolle zu spielen, aber ob ein verändertes Mikrobiom eine COPD begünstigt, oder eine COPD zu einem geänderten Mikrobiom führt, konnte laut Dr. med Folke Brinkmann, noch nicht geklärt werden:

„Bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) hat man gesehen, dass sich die Zusammensetzung der Keime im Mikrobiom der Lunge je nach Schweregrad der Erkrankung ändert. Das heißt, bei den stärker erkrankten Patienten treten bestimmte Keime häufiger und in größerer Zahl auf, als bei Erkrankten in einem frühen Krankheitsstadium. Was hier „Henne“ ist und was „Ei“ weiß man nicht genau. Möglicherweise bietet eine stärker angegriffene Lunge bessere Lebensbedingungen für bestimmte Keime, von denen wir vermuten, dass sie über krankmachendes Potenzial verfügen. Es könnte aber auch sein, dass sich diese Keime bei bestimmten Menschen ohnehin häufiger ansiedeln.“

Mikrobiom der Lunge: Der Einfluss bei Lungenerkrankungen

Was sind die Symptome eine COPD?

Das Hauptsymptom bei COPD ist vor allem Atemnot, die auch mit Husten und Auswurf einhergehen kann. Gemäß Prof. Dr. Johann Christian Virchow, können diese Symptome leicht mit einer Asthmaerkrankung verwechselt werden, wodurch eine genaue Betrachtung der Symptome, und eine detaillierte Anamnese wichtig ist:

„In schlimmen Fällen können sich die Symptome von Asthma und COPD sehr stark ähneln - beide Erkrankungen sind hauptsächlich von Atemnot geprägt.

Während die asthmatische Atemnot aber klassischerweise eher anfallsartig auftritt und auf eine Asthmatherapie sehr gut anspricht, ist dies bei der COPD nicht der Fall. Die COPD-Atemnot ist meist dauerhaft, d.h. sie ist immer vorhanden. Im Gegensatz dazu tritt die Atemnot beim Asthma häufig in Reaktion auf Triggerfaktoren auf. Zu diesen Triggerfaktoren gehören z.B. Allergenkontakt, kalte Luft, Zigarettenrauch oder körperliche Anstrengung.

Asthma ist eigentlich eine Erkrankung, die vornehmlich bei jungen Menschen auftritt. Dagegen ist COPD bei uns eine Erkrankung des langjährigen Rauchers."

Asthma oder COPD – was ist der Unterschied?

Lässt sich die COPD immer von einer Asthmaerkrankung abgrenzen?

Bei einem bestimmten Anteil der Patienten ist es nicht möglich, die auftretenden Symptome klar einem Asthma oder einer COPD zuzuschreiben. Bei diesen Patienten ist es anhand der Symptome nicht möglich, zwischen einem klassische Asthma und einer COPD zu unterscheiden. Für diese Patienten wurde der Begriff „Asthma-COPD-Overlap Syndrom“ (ACOS) eingeführt. Menschen, die mit ACOS diagnostiziert wurden, leiden häufiger an krisenhaften Verschlechterungen der Krankheit, als Patienten mit Asthma oder COPD, wie Prof. Dr. Claus Franz Vogelmeier darlegt:

„Bei einem bestimmten Prozentsatz der Patienten ist es nicht möglich, die Diagnosen Asthma und COPD klar voneinander abzugrenzen. Bei diesen Patienten passt das Erkrankungsmuster weder genau zum klassischen Asthma, noch zur klassischen COPD, denn sie zeigen Facetten, die sowohl zu COPD als auch zu Asthma passen. Diese Patienten diagnostiziert man heutzutage zunehmend mit dem sogenannten „Asthma-COPD-Overlap Syndrom“, kurz ACOS.

Zu dieser Patientengruppe gehören z.B. Patienten mit einer COPD, die früher bereits einmal mit Asthma diagnostiziert wurden. Auch Patienten, die als erstes die Diagnose COPD erhalten und die dann im späteren Leben deutliche Anhaltspunkte für eine Allergie zeigen, können in diese Patientengruppe fallen.“

Asthma-COPD-Overlap Syndrom (ACOS): COPD und Asthma parallel?

COPD - welche Begleiterkrankungen gibt es?

Bei Menschen mit COPD sind Begleiterkrankungen nicht selten. Besonders Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Stoffwechselsystems und der Psyche, können häufig bei Patienten mit COPD beobachtet werden, wie Prof. Dr. Heinrich Worth erklärt:

„Ausgesprochen häufig kommt es bei COPD zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, wie z.B. Bluthochdruck, Herzkranzgefäßeinengungen und Herzinsuffizienz, d.h. Herzmuskelschwäche. Sehr oft gehen auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mit COPD einher. Auch psychische Belastungen beobachtet man bei COPD-Patienten gehäuft, 11 Prozent der untersuchten Patienten sind betroffen. Insbesondere Angst und Depressionen spielen bei COPD-Patienten eine Rolle. Dabei hat sich gezeigt: Je stärker die COPD ausgeprägt ist, umso stärker ist die Beeinträchtigung durch die Komorbiditäten.“

COPD – gibt es Begleiterkrankungen? Womit muss man rechnen?

COPD und das Herz-Kreislauf-System. Welche Zusammenhänge bestehen?

Patienten mit COPD leiden auch häufig an kardiovaskulären Erkrankungen, also Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Diese kann, laut Univ.-Prof. Dr. med. Tobias Welte, verschiedene Gründe haben:

  1. „Bei der Herzinsuffizienz gibt es aufgrund der Lungenmechanik bzw. der Überblähung einen direkten Einfluss auf das Herz.
  2. Bei der Arteriosklerose ist dies eher ein indirekter Einfluss über den wichtigsten Risikofaktor, das Rauchen, und über Entzündungsvorgänge.
  3. Bei den Herzrhythmusstörungen handelt es sich insofern um einen direkten Einfluss, als viele der bei Asthma und COPD eingesetzten Medikamente eine entscheidende Auswirkung auf den Herzrhythmus haben. Diese Nebenwirkungen treten vor allem bei den inhalativen Beta-Mimetika und Anticholinergika, aber auch bei dem früher so beliebten Theophyllin auf.

Obstruktive Lungenerkrankungen? Herzerkrankungen? Zusammenhänge?

Wie kann die COPD diagnostiziert werden?

Laut Prof. Dr. Johann Christian Virchow, stehen bei der Diagnose einer COPD verschiedene Methoden zur Verfügung.

  1. Eine genau Anamnese
  2. Eine Lungenfunktionsmessung
  3. Ein Reversibilitätstest

„Das Wichtigste - und dies gilt für beide Erkrankungen – ist die Anamnese. Dabei ist es wichtig, dass der Arzt den Patienten genau befragt, wann die Beschwerden auftreten und wie die Symptome aussehen.

Ebenfalls wichtig für beide Erkrankungen ist die Durchführung einer Lungenfunktionsmessung, ohne Lungenfunktionsmessung sollte man keine Diagnose stellen.

Eine weitere Diagnosemöglichkeit ist der Reversibilitätstest. Mit dem Reversibilitätstest wird untersucht, ob sich die bei der Lungenfunktionsmessung festgestellte Verengung der Atemwege durch eine Behandlung mit bronchialerweiternden Stoffen deutlich verbessert. Ein Asthma spricht typischerweise positiv auf bronchialerweiternde Stoffe an, bei der COPD ist dies nicht der Fall. Anhand des Reversibilitätstests muss eine Therapie für den Patienten entwickelt werden, die ihm dauerhaft hilft.“

Asthma oder COPD – was ist der Unterschied?

Wie ist die Therapie bei COPD?

Da die COPD in mehr als 95 Prozent der Fälle durch das Rauchen ausgelöst wird, wird sie allgemein auch als „Raucherkrankheit“ bezeichnet. Daher ist der erste und wichtigste Aspekt in der Behandlung einer COPD, mit dem Rauchen aufzuhören, wie PD Dr. med. Alexandra M. Preisser informiert:

„Sowohl bei der beruflichen als auch bei der nicht-beruflichen COPD ist die wichtigste Maßnahme, die Exposition zu beenden. Für den privaten Bereich bedeutet das, mit dem Rauchen aufzuhören und für den beruflichen Bereich bedeutet dies, die Exposition gegen die schädigenden Faktoren zu unterbinden.“

Beruflich bedingte COPD: Auslöser am Arbeitsplatz? Kann man sich schützen?

Rauchen und COPD - warum ist es so wichtig mit dem Rauchen aufzuhören?

Rauchen kann nicht nur eine COPD herbeiführen, sondern auch den Krankheitsverlauf verschlechtern und sich negativ auf die Entstehung von Komorbiditäten und deren Krankheitsverläufe auswirken, wie Prof. Dr. Heinrich Worth erläutert:

„Auch die Beschwerden, die durch Asthma und COPD hervorgerufen werden, wie z.B. Husten und Auswurf, treten bei Rauchern häufiger auf als bei Nichtrauchern.

Hinzu kommt, dass die COPD in der Regel mit einer Vielzahl von Begleiterkrankungen einhergeht. Zum Beispiel leiden 50 Prozent der COPD-Patienten an einer kardiovaskulären Erkrankung und auch dafür ist das Rauchen ein gewichtiger Risikofaktor. Auch für Lungenkrebs stellt das Rauchen ein Risiko dar und damit auch für die Kombination aus COPD und Lungenkrebs.

Das Rauchen ist ein sehr relevanter Risikofaktor bei COPD, weil nicht nur die COPD selbst negativ vom Rauchen beeinflusst wird, sondern auch die Komorbiditäten.“

Asthma? COPD? Welchen Effekt hat das Rauchen auf die Erkrankungen?

Wie sieht die medikamentöse Behandlung bei COPD aus?

Zurzeit gilt COPD als unheilbar, aber dennoch ist die Erkrankung behandelbar. Momentan stehen mehrere bronchialerweiternde Medikamente zur Verfügung. Wie Dr. Kardos ausführt, sind die Mehrzahl der Medikamente solche, die inhaliert werden müssen, aber auch Medikamente in Tablettenform sind erhältlich.

„Mehrere bronchialerweiternde Medikamentenkombinationen sind in den letzten Jahren auf den Markt gekommen, z.B. es sind viele. Umeclidinium, Vilanterol, Aclidinium, Glycopyrrhonium, Indacaterol und Olodaterol, auch solche, die lange genug wirken um nur täglich einmal inhaliert werden zu müssen. Viele Medikamente werden in neu konzipierten Inhalatoren geliefert, die ein besseres Eindringen des Medikamentes in das Bronchialsystem bewirken.

Andererseits müssen die Patienten lernen, richtig zu inhalieren. Der beste Inhalator nützt nichts, wenn der Anwender nicht richtig inhaliert. Die Deutsche Atemwegsliga hat kurze Videos für jedes in Deutschland im Handel befindliches inhalatives Medikament gedreht, die unter www.Atemwegsliga.de/ richtig inhalieren für jedermann eingesehen werden können.
Ein relativ neues Medikament in Tablettenform mit dem Wirkstoff Roflumilast wurde ebenfalls eingeführt. Es senkt die Häufigkeit von akuten Verschlechterungen, in der Fachsprache „akute Exazerbationen“ genannt.“

COPD: Gibt es neue Therapieoptionen bei COPD? Was kann bei COPD helfen?

Wie inhaliert man richtig bei der Behandlung von COPD?

Die Inhalationstherapie stellt eine sehr zielgerichtete Behandlung bei Atemwegserkrankungen, wie der COPD, dar. Allerdings ist hierbei die richtige Anwendung der Inhalatoren von größter Bedeutung, da der Behandlungserfolg bei falscher Anwendung stark gefährdet ist, wie Dr. Kardos erklärt:

„Die Inhalationstherapie ist eine sehr zielgerichtete Therapie. Während sich die Wirkstoffe oral eingenommener Medikamente im ganzen Körper verteilen, kommt man mit einer inhalierten Substanz genau an die richtige Stelle. Dadurch ist eine deutlich geringere Dosis ausreichend, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Ein weiterer Vorteil der Inhalationstherapie ist ihr deutlich schnellerer Wirkungseintritt. Allerdings ist die Anwendung der Inhalationstherapie nicht so einfach, wie Viele glauben. Jeder noch so kleine Fehler beim Inhalationsvorgang kann den Behandlungserfolg gefährden.“

Inhalationstherapie bei Asthma und COPD: Die richtige Technik entscheidet

Was bringt Heimbeatmung bei COPD?

Prof. Dr. Carl-Peter Criée zufolge, konnte bei COPD Patienten mit hohen CO2-Werten gezeigt werden, dass eine effektive Heimbeatmung sich positiv auf die Symptome und Lebensqualität der Betroffenen auswirken kann.

„In der Studie konnte nachgewiesen werden, dass die Patienten, die die Beatmungsgeräte eingesetzt hatten, deutlich niedrigere CO2-Werte, damit deutlich weniger Symptome und eine erheblich optimierte Lebensqualität hatten. Auch die Mortalitätsraten unter den Heimbeatmungspatienten waren deutlich niedriger.“

Was tun, wenn das Atmen zu viel Kraft kostet? Wie hilft Heimbeatmung?

Sollten Menschen mit COPD Sport betreiben?

Neben der medikamentösen Therapie, stellt ausreichende körperliche Betätigung einen weiteren wichtigen Aspekt der COPD Behandlung dar, um sowohl die Lungenfunktion, als auch die Lebensqualität entscheidend zu verbessern, wie Prof. Claus Franz Vogelmeier ausführt:

„Bei der Therapie vom Asthma und COPD sollten nicht nur Tabletten im Zentrum der Therapie stehen. Die körperliche Aktivität ist bei chronischen Erkrankungen wie Asthma und COPD genauso wichtig. Dabei geht es nicht nur um die Verbesserung der Lungenfunktion, sondern auch um die Verbesserung der Lebensqualität. Außerdem ist es möglich, durch Sport Folgeerkrankungen zu vermeiden. Bei einer guten Reha-Maßnahme lernen die Patienten, was sie selbst zur Erhaltung ihrer Gesundheit beitragen können. Außerdem werden sie an den Lungensport herangeführt. In der deutschlandweit durchgeführten COSYCONET-Studie hat sich gezeigt, dass viele Patienten mit Asthma und COPD jede Anstrengung meiden und jede Belastung reduzieren, damit es nicht zu Symptomen kommt. Das führt dazu, dass sich sämtliche Muskeln zurückbilden, die Leistungsfähigkeit wird noch mehr eingeschränkt und die Symptome verstärken sich. Damit beginnt ein Teufelskreis, der zu einem passiven Leben mit verminderter Lebensqualität führt. Hinzu kommen Depressionen.“

Asthma und COPD: Nur Tabletten oder auch Reha und Sport?

Kann Physiotherapie bei der Behandlung von COPD helfen?

Dr. Kardos zufolge, können Patienten mit COPD stark von einer guten physiotherapeutischen Behandlung profitieren. Das Trainieren der Atemmuskulatur, das Erlernen effektiven Hustens und Techniken zum Unterdrücken von Reizhusten, kann die Atmung erheblich erleichtern.

„Bei geschädigten Bronchien, die durch den starken Hustenstoß zusammenklappen, kann ein effektiver Husten, der den festgesetzten Schleim nach außen befördert, erlernt werden. Bei trockenem Reizhusten gibt es Husten unterdrückende Techniken, die erlernt werden können. Das Training der Atemmuskulatur, das richtige Atmen, kann vielen COPD Patienten helfen, die durch Einengung der Bronchien erschwerte Atmung in Ruhe und unter Belastung zu erleichtern.

Die meisten COPD Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung bewegen sich zu wenig, sind untrainiert. Dies wirkt sich nicht nur auf die körperliche Leistungsfähigkeit aus, sondern verschlechtert die Lebensqualität, die Lebenserwartung und begünstigt die Entstehung akuter Verschlechterungen.

Neben entsprechender Physiotherapie hilft hier der Behindertensport. COPD Patienten sollten sich einer Lungensportgruppe unter Leitung eines ausgebildeten Therapeuten anschließen und regelmäßig trainieren. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Lungensport.“

COPD und Physiotherapie: Physiotherapeutische Behandlung hilft COPD Patienten

Wie ist die Therapie bei berufsbedingter COPD?

In Bereichen der Metallverarbeitung, im Bergbau oder auch bei hoher Exposition von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln kann es zu berufsbedingter COPD kommen. Wenn der Grund einer COPD berufsbedingt ist, sollten geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen, oder eine Versetzung in eine weniger exponierte Abteilung angestrebt werden, empfiehlt PD Dr. med. Alexandra M. Preisser:

„Die Maßnahmen zur Behandlung einer beruflich bedingten COPD sind die gleichen, wie bei einer durch Rauchen verursachten oder schicksalhaft erlittenen Erkrankung und auch die Symptome wie Luftnot, insbesondere bei Anstrengung und Husten mit Auswurf, unterscheiden sich nicht.

Sowohl bei der beruflichen als auch bei der nicht-beruflichen COPD ist die wichtigste Maßnahme, die Exposition zu beenden. Für den privaten Bereich bedeutet das, mit dem Rauchen aufzuhören und für den beruflichen Bereich bedeutet dies, die Exposition gegen die schädigenden Faktoren zu unterbinden. Wichtig ist, wie erwähnt, dass man gerade bei den älteren Patienten Schutzmaßnahmen ergreift, damit die Berufstätigkeit nicht gefährdet ist.“

Beruflich bedingte COPD: Auslöser am Arbeitsplatz? Kann man sich schützen?

Wo kann ich mich mit anderen COPD-Erkrankten austauschen?

Um mit der Krankheit umzugehen, relevante Informationen zu bekommen und sich mit anderen Betroffenen austauschen zu können, können Selbsthilfegruppen, aber auch Internetforen helfen. Die Facebook-Gruppe „ASTHMA & COPD Forum für Lungenerkrankungen“ bietet genau das, wie der Gründer der Gruppe, Frank Rohde, erklärt:

„Im Mittelpunkt der Diskussion stehen bei der Facebook-Gruppe ASTHMA & COPD Forum für Lungenerkrankungen z.B. die folgenden Themen:

  • Informationsaustausch über Medikamente
  • Sportliche Aktivitäten mit Lungenerkrankungen
  • Welchen Einfluss hat die Ernährung bei Lungenerkrankungen?
  • Erfahrungsaustausch über Ärzte / Kliniken / Rehas
  • Tipps zu Anträgen und Ablehnungen von Rehamaßnahmen“

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