Asthma

 

Asthma- was ist das?

Asthma ist eine chronisch entzündliche Atemwegserkrankung. Man unterscheidet zwischen allergischem (extrinsischem) Asthma und nicht-allergischem (intrinsischem) Asthma, es sind jedoch auch Mischformen möglich.

Von allergischem Asthma spricht man dann, wenn der Auslöser der Erkrankung in einer allergischen Reaktion begründet liegt. Ausgelöst wird die allergische Reaktion durch ein Allergen und je nachdem, welches Allergen das Asthma auslöst, gibt es Unterschiede in der Ausprägung.“

Wiki allergisches Asthma

Laut dem deutschen Lungenstiftung e.V., leiden etwa 8 Millionen Deutsche an Asthma.

Asthma: Was ist bei der Ernährung zu beachten?

Entstehung des allergischen Asthmas

Asthma kann mehrere Ursachen haben, wobei vor allem Vererbung eine wesentliche Rolle spielt. Professor Dr. med. Karl Hörmann erklärt es so:

„Die Entstehung eines allergischen Asthma bronchiale unterliegt einer multifaktoriellen Genese. Im Wesentlichen werden eine genetische Prädisposition, Umwelteinflüsse und sozioökonomische Faktoren dafür verantwortlich gemacht.
Bei entsprechend genetischer Veranlagung kann eine hohe Allergenexposition, z.B. gegen Hausstaubmilben, die Ausbildung eines Asthma bronchiale begünstigen. Für die asthmatischen Beschwerden und deren Schweregrad ist jedoch nicht alleine der Kontakt mit dem Allergen verantwortlich. Man kann also nicht verallgemeinernd sagen, dass ein Milbenallergiker stärkere oder andere Beschwerden hat als z.B. ein Allergiker auf Katzenallergene oder umgekehrt.“

Doch nicht nur Vererbung allein, sondern auch Umwelteinflüsse, scheinen laut Prof. Dr. med. Karl Hörmann, bei Asthma eine Rolle zu spielen:

„Ausschlaggebend ist, welche immunologischen Prozesse im Körper durch den Allergenkontakt ausgelöst werden. Die Reaktion auf eine allergische Sensibilisierung kann individuell sehr unterschiedlich sein und wird neben genetischen Faktoren auch durch Lebensstil, Lebensraum und verschiedene Umweltfaktoren beeinflusst. Das komplexe Zusammenspiel dieser Faktoren und ihre Rolle bei der Krankheitsentstehung sowie der Symptomschwere, ist bislang noch nicht im Detail geklärt.“

Allergisches Asthma: Genetik, Komorbiditäten, Karenzmaßnahmen

Ursachen für das allergische Asthma

Asthmaverstärkende Umweltfaktoren können beispielsweise bestimmte Jahreszeiten oder Situationen sein. Laut Dr. Timm Greulich

„wird das Asthma z.B. bei einer Pollenallergie verstärkt in der Zeit des Pollenfluges auftreten. Bei einem allergischen Asthma, das von einer Tierhaarallergie ausgelöst wurde - besonders aggressiv ist das Allergen der Katze - werden die Symptome durch Kontakt mit dem entsprechenden Tier zu Tage treten. Bei einer Berufsallergie wird sich der berufsbedingte Allergenkontakt negativ auswirken, z.B. wenn der Bäcker beim Kontakt mit Mehlen ein Bäckerasthma entwickelt. Auch körperliche Belastung kann ein Auslöser der Beschwerden sein.

Bei Kindern und Jugendlichen spielen Allergien eine große Rolle bei der Entstehung von Asthma, aber auch bei Erwachsenen sind häufig Allergien die Auslöser. Im Verlauf einer Allergie kann es zu einem sogenannten „Etagenwechsel“ kommen. Konkret heißt dies, dass die entzündliche Erkrankung der oberen Atemwege auf die unteren Atemwege, die Bronchien, übergreifen kann – bei bis zu 40 Prozent der Heuschnupfen-Patienten kommt es zu einem Allergischen Asthma.“

Wiki allergisches Asthma

Luftverschmutzung und Asthma

Luftschadstoffe scheinen zwar nicht der Grund für eine Asthmaerkrankung zu sein, jedoch hat die Luftqualität einen entscheidenden Einfluss auf die Erkrankung, wie Dr. Joachim Heinrich erklärt:

„Es ist unstrittig und seit langem bekannt, dass Luftschadstoffe, Atemwegssymptome verstärken können, die Lungenfunktion einschränken und den Medikamentenbedarf, zum Beispiel bei Asthmatikern, erhöhen können. Davon sind insbesondere Asthmatiker und Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) betroffen.

Inwieweit Luftschadstoffe auch ursächlich an der Entwicklung des Asthmas und von COPD beteiligt sind, wurde zwar durch mehrere Studien vorgeschlagen, ist aber bislang nicht mit Gewissheit gesichert.“

Luftverschmutzung – Asthma – COPD: Welchen Einfluss haben Luftschadstoffe?

Typische Auslöser eines Asthmaanfalls

Bei bestehendem Asthma, kann es immer wieder zu Asthmaanfällen kommen, wie Prof. Dr. Karl Hörmann schildert.

Zu den typischen Auslösern eines Asthmaanfalls gehören:

  • Infektionen
  • Zigarettenrauch / Passivrauchen
  • Allergene
  • Wetterveränderungen
  • Medikamente
  • Umweltschadstoffe, Reizgase, Parfüme
  • Körperliche Anstrengung
  • Refluxerkrankung
  • Emotionaler Stress

Allergisches Asthma: Genetik, Komorbiditäten, Karenzmaßnahmen

Psychischer Stress und Asthma

Im Video „Psychischer Stress: Auswirkungen auf Atemwegsallergien“ erklärt Dr. Pascal Werminghaus, wie sich Stress auf Atemwegserkrankungen wie Asthma auswirken kann.

Psychischer Stress: Auswirkungen auf Atemwegsallergien, Dr. Pascal Werminghaus

Neurodermitis und Asthma

Es ist bekannt, dass ein Zusammenhang zwischen frühkindlicher Neurodermitis und einer späteren Entwicklung von Asthma besteht. In Studien wurde nachgewiesen, dass verschiedene Genmutationen nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer Neurodermitis, sondern, bei bestehender Neurodermitis, auch das Risiko einer Asthmaerkrankung erhöhen.

Dr. Andrea Braun formuliert es so:

„Der Zusammenhang zwischen frühkindlicher Neurodermitis, auch als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet, und der späteren Entwicklung anderer atopischer Erkrankungen wie Nahrungsmittelallergien, Heuschnupfen oder eben auch Asthma Bronchiale, dem sogenannten ‚atopischen Marsch‘, ist bereits bekannt. In genomweiten Assoziationsstudienn Assoziationsstudien wurden verschiedene Risikogene identifiziert, deren Mutation nicht nur mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einhergeht Neurodermitis zu entwickeln, sondern bei bestehendem Ekzem auch vermehrt zu Asthma führen kann.“

Asthma: Könnte Neurodermitis die Ursache sein?

Sind Asthmatiker stärker durch COVID-19 gefährdet?

Ob Asthmatiker stärkeren durch COVID-19 gefährdet sind, als der Rest der Bevölkerung, kommt auch auf den Schweregrad der Asthmaerkrankung an, wie Prof. Stefan Zielen beschreibt.

Coronavirus und Asthma bei Erwachsenen: Wer ist ein Risikopatient?, Prof. Stefan Zielen

Was sind die Symptome bei Asthma?

Asthma macht sich mit den unterschiedlichsten Symptomen bemerkbar.

Diese sind:

  • Husten
  • Auswurf
  • Pfeifende Atemgeräusche (Giemen)
  • Atemnot
  • Beklemmungsgefühl in der Brust
  • Erkältungsähnliche Symptome wie, Schnupfen, Niesanfälle, rote, tränende Augen
  • Hautveränderungen (Ekzeme)

Streng genommen handelt es sich bei den letzten beiden Punkten um Symptome der Allergischen Erkrankung, nicht um Symptome des Asthmas. Sie können aber natürlich im Zusammenhang mit Asthma auftreten.

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Wie lässt sich Asthma von Viruserkrankungen unterscheiden?

Asthmatypische Symptome können auch bei anderen Erkrankungen, wie einer Grippe oder einem viralen Infekt, beobachtet werden. Daher ist eine genaue Betrachtung der Symptome entscheidend. Beim Asthma treten beispielsweise niemals Fieber oder Gliederschmerzen auf, dafür sind fast immer Schnupfen, Niesreiz sowie Augenirritationen zu beobachten. Trockener Husten und Atemnot sind bei Asthma häufig, wie Prof. Ludger Klimek, Allergiezentrum Wiesbaden, erklärt.

„Wichtig für Patienten mit Inhalationsallergien (Rhinitis, Sinusitis, Asthma) ist vor allem, ihre verordneten Medikamente unbedingt konsequent einzunehmen. Schlecht kontrollierte Allergiker weisen ein erheblich höheres Risiko auf, unter einer schweren Form von COVID-19 zu erkranken. „Insbesondere Patienten mit einer chronischen Sinusitis oder einem Asthma bronchiale sollten daher ihre Medikamente zur Zeit besonders zuverlässig einnehmen“ rät Professor Klimek. Eine allergenspezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) kann sogar eine dauerhafte Verbesserung bewirken.“

Erkältungssymptome? Allergie, Influenza oder COVID-19?

Asthma oder COPD- wie lassen sich die Symptome unterscheiden?

Die Symptome einer Asthmaerkrankung können denen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sehr ähnlich sein. Doch auch hier ist eine Differenzierung möglich, wie Prof. Dr. Johann Virchow erklärt:

„Während die asthmatische Atemnot aber klassischerweise eher anfallsartig auftritt und auf eine Asthmatherapie sehr gut anspricht, ist dies bei der COPD nicht der Fall. Die COPD-Atemnot ist meist dauerhaft, d.h. sie ist immer vorhanden. Im Gegensatz dazu tritt die Atemnot beim Asthma häufig in Reaktion auf Triggerfaktoren auf. Zu diesen Triggerfaktoren gehören z.B. Allergenkontakt, kalte Luft, Zigarettenrauch oder körperliche Anstrengung.

Asthma ist eigentlich eine Erkrankung, die vornehmlich bei jungen Menschen auftritt. Dagegen ist COPD bei uns eine Erkrankung des langjährigen Rauchers.“

Asthma oder COPD- was ist der Unterschied?

Asthmasymptome durch Übergewicht?

Ein erhöhter BodyMassIndex (BMI) kann, laut Prof. Dr. J. Seidenberg, ebenfalls zu Asthma-typischen Symptomen, wie zum Beispiel Atemnot, führen:

„Die Symptome einer durch Übergewicht verursachten Atemnot unterscheiden sich nicht von denen eines Asthmas. In der Medizin sagt man auch: Der Phänotyp ist gleich. Oft wird deshalb auch zunächst die Diagnose „Asthma“ gestellt, aber im Lungenfunktionstest zeigen sich die asthmatypischen Veränderungen dann eben nicht immer wie erwartet . Zwar kommt es bei den Patienten zu einer Asthma-typischen Enge der Bronchien und bei Belastung, und im Liegen kommt es zu Atemnot."

Asthmasymptome durch Übergewicht: Ist das möglich?

Wie erkennt man einen Asthmaanfall?

Ein Asthmaanfall beginnt nicht erst mit der klassischen Asthmasymptomatik. Welche Warnzeichen es gibt, erklärt Dr. Thomas Spindler:

Wie erkennt man einen Asthmaanfall?, Dr. Thomas Spindler

Wie sehen Asthmasymptome beim Kind aus?

Atemprobleme beim Kind können vielfältige Ursachen haben. Im Video „Asthma beim Kind: Klassische Symptome, Differenzialdiagnose“ berichtet Prof. Dr. Eckard Hamelmann, welche Symptome für eine Asthmaerkrankung sprechen und welche Differenzialdiagnosen möglich sind.

Asthma beim Kind: Klassische Symptome, Differenzialdiagnose, Prof. Dr. Eckard Hamelmann

Kann man Asthma beim Kind verhindern?

Verschiedene Faktoren haben Einfluss auf Asthmaerkrankungen bei Kindern. Welche Faktoren das sind und ob und wie man diese beeinflussen kann, erklärt Prof. Dr. Wahn

Allergien und Asthma beim Kind: Kann man das verhindern?, Prof. Dr. Wahn

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Asthma und Psyche beim Kind?

Eine Asthmaerkrankung kann sowohl für das betroffene Kind, als auch für dessen Eltern eine hohe mentale Belastung darstellen. Doch nicht nur kann sich die Erkrankung negativ auf die Psyche auswirken, sondern Psyche und Stress können sich genauso negativ auf die Erkrankung auswirken, wie Dr. Kurt-André Lion erklärt:

„Die Bereitschaft, auf ein Allergen überschießend zu reagieren und Symptome zu entwickeln, wird durch Stress dramatisch begünstigt. Das heißt: Je mehr Stress vorliegt, desto schlimmer sind die allergischen Symptome. Psychische Belastungen wie Ängste, Sorgen, Erschrecken, u.s.w. führen zwangsläufig zu Stress.“

Allergie: Welche Rolle spielt die Psyche bei allergischen Kindern?

Möglichkeiten und Ziele der Asthmatherapie

Die Therapie zielt beim Asthma darauf ab, eine größtmögliche Kontrolle der Erkrankung zu erreichen. Im Idealfall heißt das, dass eine völlige Symptomfreiheit erreicht wird und dass die asthmatische Entzündung unterdrückt wird. Insbesondere dann, wenn es nicht möglich ist, das Allergen, welches das Asthma auslöst, zu vermeiden, wie z.B. bei einer Pollenallergie, wird das allergische Asthma durch entzündungshemmende Medikamente behandelt. Hierbei ist es wichtig, genau die richtige Dosierung zu finden, d.h. gerade stark genug, um den Patienten beschwerdefrei zu halten, jedoch nicht in zu starker Dosierung. Hierfür sind häufige Kontrollen nötig, die eine Feinjustierung und die kontinuierliche Anpassung an den Therapieverlauf ermöglichen.

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Sind Asthmaschulungen wichtig?

Asthma ist oftmals nicht nur für die Betroffenen belastend, sondern auch für die Familie. Daher ist eine umfangreiche Aufklärung über die Krankheit und den Umgang damit sehr wichtig. Die Asthmaschulung spielt daher in der Asthmatherapie eine entscheidende Rolle.

„Laut Leitlinien gehören Patientenschulungen zum Behandlungskonzept. Diese Tatsache wird vom DMP, das Schulungen bezahlt, anerkannt und die positive Auswirkung von Schulungen wurde durch Studien belegt. Durch eine interdisziplinäre Schulung wird das Verständnis des betroffenen Kindes/Jugendlichen für seine Erkrankung verbessert, was zu einem konsequenteren Therapiemanagement und damit zu einer besseren Lebensqualität führt.

Gruppenschulungen bieten einen Rahmen, der familiäre Ressourcen stärkt und vorhandene Kompetenzen bei Patient und Familie sowie Empowerment fördert. Konkret lernen die Patienten und ihre Familien, ihre Wahrnehmung für Asthmasymptome zu verbessern. Das Kind kann dann dadurch die Medikamente genauer auf die Symptome abstimmen, wodurch die benötigte Dosis“ möglicherweise reduziert werden kann. Auch lernt das Kind, die Medikamente präventiv, z.B. vor sportlicher Anstrengung, einzusetzen und kann daher besser als vorher in Schule und Freizeit am Sport teilnehmen. Durch die Schulung weiß das Kind bei einem drohenden Asthmaanfall, z.B. bei einer Klassenfahrt im Ausland, was zu tun ist. Es wird eine Minderung krankheitsbezogener Ängste sowie eine emotionale Entlastung für Patient und Eltern erreicht.“

Asthmaschulung für Kinder und Eltern: Was bringt das heute noch?

Was bringen Schulungen bei Asthma?

Schulungen bei Asthma und anderen chronischen Erkrankungen haben nachweislich einen positiven Effekt, sowohl auf die Betroffenen selbst, als auch auf die betroffenen Familien. Welche Fragen in diesen Schulungen behandelt werden und was sie erkrankten Kindern und ihren Eltern bringen, erläutert Katharina Hagemeister.

Asthma, Neurodermitis, Anaphylaxie: Was bringen Schulungen?, Katharina Hagemeister

Asthmaschulungen auch für die Geschwister betroffener Kinder?

Nicht nur betroffene Kinder selbst und deren Eltern können von Asthmaschulungen profitieren, sondern auch die gesunden Geschwister der Betroffenen. Dr. Gundula Ernst erklärt, warum es auch wichtig ist, die gesunden Geschwister von erkrankten Kindern aufzuklären und zu schulen.

Geschwisterschulung – Elternschulung: Was spricht dafür?

Was kann man selbst tun um seine Asthmabeschwerden zu lindern?

In der Asthmatherapie ist, neben einer ausführlichen Aufklärung über Asthmaerkrankungen, aus die Verhinderung bzw. Verbannung von sogenannten Triggerfaktoren entscheidend. Jeder Betroffene und Familienangehörige, kann selbst etwas dazu beitragen, die Symptome der Asthmaerkrankung zu reduzieren.

Dazu gehören:

  • Allergenkarenz
  • Eine gesunde Lebensführung
  • Nichtrauchen
  • Einhalten des individuellen Normalgewichtes
  • Gesunde Ernährung
  • Angemessene sportliche Betätigung
  • Spezielle Asthma-Schulungsmaßnahmen
  • Entspannungstraining
  • Atemübungen

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Sollte man als Asthmatiker Sport treiben?

Asthma kann sich negative auf die Leistungsfähigkeit der Betroffenen auswirken. Dies macht sich vor allem bei sportlichen Aktivitäten bemerkbar. Warum es trotzdem, sowohl körperlich, aus auch seelisch, wichtig ist, als Asthmatiker sportlich aktiv zu sein, darüber informiert Gaby Mayer.

Asthma: Warum ist Sport so wichtig?, Gaby Mayer

Asthma und Ernährung

Menschen die an Asthma leiden, können auch Unverträglichkeiten auf bestimmte Nahrungsmittel oder Nahrungsinhaltsstoffe haben. Daher sollten Asthmatiker sogenannte Kreuzallergien von ihrem Arzt abklären lassen und die Ernährung anpassen.

„Grundsätzlich empfiehlt sich eine ausgewogene, bewusste Ernährung: Sauermilchprodukte wie stichfester Naturjoghurt, Hüttenkäse, wer es verträgt auch mal Buttermilch, enthalten „gute“ Bakterien, außerdem Calcium, Eiweiß und gute Fette, dazu Gemüse. All diese Nahrungsmittel führen zu einer Vermehrung der „guten“ Darmbakterien. Eier und ab und zu Fleisch dürfen bzw. sollen auch gegessen werden. Eier enthalten zum Beispiel Zink, rotes Fleisch ist reich an Vitamin B12, Eisen und biologisch hochwertigem Eiweiß. Dies alles sind wichtige Vitamine und Nährstoffe. Eine ausgewogene Ernährung, die nicht nur aus Obst und Gemüse besteht, kann zusätzlich zu einem bewussten Lebensstil auch Übergewicht vorbeugen. Das ist wichtig, da sich Übergewicht negativ auf die Atmung auswirkt, was vor allem bei Asthmatikern problematisch sein kann.“

Asthma: Was ist bei der Ernährung zu beachten?

Was tun beim Asthmaanfall?

Ein Asthmaanfall kann bei Betroffenen zur massiven Atemnot führen. Um dies zu verhindern, sollten Betroffene bekannte Auslöser eines Anfalls meiden, Warnsignale beachten und bronchialerweiternde Medikamente inhalieren, wie Dr. Thomas Spindler erklärt:

Asthmaanfall? Was tun?, Dr. Thomas Spindler

Wie sieht die Therapie bei Asthma aus?

Neben ausführlicher Aufklärung und der Vermeidung von Triggerfaktoren, stellt, wie Prof. Dr. Eckard Hamelmann erklärt, die medikamentöse Behandlung die dritte Säule in der Asthmatherapie dar.

„Die Einstiegstherapie bei Kindern mit Asthma besteht in der Gabe eines bronchialerweiternden Bedarfsmedikaments in Form eines klassischen Notfallsprays, wie z.B. Salbutamol. Salbutamol ist ein kurz wirksames Betamimetikum und wirkt schnell und für kurze Zeit erweiternd auf die Atemwege. Das heißt, im Falle einer Atemnot wendet man das Spray beim Kind an und die Asthmasymptome sollten sich sehr rasch bessern.

Wenn das Salbutamol allerdings regelmäßig eingesetzt werden muss, oder wenn es zu nächtlichen Asthmasymptomen und Durchschlafstörungen kommt, gilt das Asthma als nicht ausreichend kontrolliert. Das bedeutet, eine bloße Weitung der verengten Atemwege reicht nicht aus. Bei fast allen Patienten, bei denen das Salbutamol nicht zu einer ausreichenden Symptomkontrolle führt, ist eine antientzündliche Dauertherapie mit inhalativen Steroiden (ICS), das heißt Kortison, in Form eines Asthmasprays, nötig und sinnvoll.“

Asthma beim Kind: Wie sieht die Therapie aus?

Inhalieren – so geht es richtig

Bei Symptomen bringt meist schon das Inhalieren von Asthmamedikamenten schnelle Besserung, allerdings ist hierbei die richtige Anwendung für den Behandlungserfolg entscheidend, wie Dr. Peter Kardos informiert:

„Die Inhalationstherapie ist eine sehr zielgerichtete Therapie. Während sich die Wirkstoffe oral eingenommener Medikamente im ganzen Körper verteilen, kommt man mit einer inhalierten Substanz genau an die richtige Stelle. Dadurch ist eine deutlich geringere Dosis ausreichend, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Ein weiterer Vorteil der Inhalationstherapie ist ihr deutlich schnellerer Wirkungseintritt. Allerdings ist die Anwendung der Inhalationstherapie nicht so einfach, wie Viele glauben. Jeder noch so kleine Fehler beim Inhalationsvorgang kann den Behandlungserfolg gefährden“.

Inhalationstherapie bei Asthma und COPD: Die richtige Technik entscheidet

Inhalation beim Kind – worauf ist zu achten?

Bei Kindern, die an Asthma leiden, ist es wichtig, dass die Inhalation in entspannter und positiver Atmosphäre Stattfindet. Außerdem sollte frühzeitig von der Masken- auf die Mundstückinhalation umgestellt werden, wie Dr. Verena Mandelbaum ausführt.

Richtig inhalieren für Kinder!, Dr. Verena Mandelbaum

Spezifische Immuntherapie in der Asthmatherapie

Seit 2018 wird die spezifische Immuntherapie (SIT), die auch unter dem Namen Hyposensibilisierung bekannt ist, für die Therapie von Asthma ausdrücklich empfohlen.

„Wichtig zu wissen: Die spezifische Immuntherapie ist die einzig kausale Behandlungsform für allergisch bedingte Erkrankungen. Das bedeutet, diese Therapie kann die Ursachen des Asthmas an der Wurzel bekämpfen und nicht nur die Symptome behandeln. Neue Studien haben gezeigt, dass die spezifische Immuntherapie bei allergischem Asthma die Ausbrüche (Exazerbationen) verringern und die Symptomkontrolle verbessern kann.“

Spezifische Immuntherapie jetzt als Asthmatherapie empfohlen

Spezifische Immuntherapie beim Kind

Die Immuntherapie zielt darauf ab, die Symptome einer Asthmaerkrankung zu reduzieren, das Fortschreiten der Erkrankung einzuschränken, und wirkt präventiv auf die Entwicklung weiterer Allergieerkrankungen der Betroffenen, wie Prof. Christian Vogelberg informiert:

Allergenimmuntherapie bei Kindern: Warum ist das so wichtig?, Prof. Christian Vogelberg

Biologika und Asthma – für wen ist die Therapie mit Biologika geeignet?

Biologika spielen einer immer größer werdende Rolle in der Asthmatherapie. Sie kommen besonders für Patienten mit schweren Asthmaerkrankungen infrage, wie Norbert Mülleisen erklärt:

Neue Therapieoptionen für schweres Asthma, Norbert Mülleisen

Forschung an neuen Therapieoptionen beim Asthma?

Bei der Behandlung von Asthma, stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung. Dennoch, wird weiter an neuen Vorgehensweisen geforscht, wie Dr. Hendrick Beckert berichtet:

„Allergisches Asthma bronchiale wird durch bronchienerweiternde Medikamente wie schnellwirkende Beta-2-Sympathomimetika und inhalatives Kortison therapiert. Dadurch will man erreichen, dass die Kontraktion der Atemwege aufgelöst und die Entzündungsreaktion verhindert wird. Für schwerere Formen des Asthmas stehen mittlerweile Biologika in Form von monoklonalen Antikörpern zur Verfügung.

Aber: Ein Teil der Patienten reagiert nicht ausreichend auf die uns zur Verfügung stehenden Medikamente, auch wenn die Verordnung korrekt und regelmäßig umgesetzt wird. Auch Patienten mit milderen Formen des Asthmas sind häufig lebenslang auf eine Therapie angewiesen.“

Allergisches Asthma bronchiale: Forschung an neuen Therapien!

Asthmatherapien der Zukunft

An einer neuen Option in der Asthmatherapie forschen auch Mitarbeiter der Technischen Universität München. Es müssen zwar noch viele Fragen beantwortet werden, dennoch scheinen die Wirkstoffe bestimmter Parasiten erfolgsversprechend für die Behandlung von Asthma, zu sein.

„Dass sich mit den Larven-Proteinen eine Entzündungsreaktion dämpfen lässt, konnten die Forscherinnen und Forscher an Mausmodellen mit allergischem Asthma zeigen. Und auch Untersuchungen an menschlichen Zellkulturen lieferten ermutigende Ergebnisse, berichtet Eßer-von Bieren: „Wir haben uns vor allem die Wirkung auf bestimmte menschliche Immunzellen, die Makrophagen, angesehen. Wenn diese dauerhaft aktiviert sind, entstehen chronische Entzündungen. Durch Zugabe von Hpb-Glutamat Dehydrogenase konnten wir die pro-entzündliche Aktivität der Makrophagen deutlich absenken. Dabei hat sich gezeigt, dass die Substanz wirkungsvoller ist als Kortison.“

Allergisches Asthma: Mit Parasiten-Larven gegen Allergien! 

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