Allergie Allgemein

Allergie – was ist das?

Eine Allergie ist eigentlich eine Überrektion des Immunsystems. Das Immunsystem reagiert dann mit einer spezifischen Überempfindlichkeit gegenüber körperfremden Stoffen. Damit es zu einer allergischen Reaktion kommt, muss das Immunsystem zumindest zweimal mit dem Allergen in Kontakt gekommen sein. Nach dem Erstkontakt kann es zu einer Sensibilisierung kommen, das heißt, einer Allergiebereitschaft. Dies ist die Voraussetzung für eine allergische Reaktion.

Eine ganze Reihe von Erkrankungen werden zu den allergischen Erkrankungen gezählt. Dazu gehören zum Beispiel die Pollenallergien, auch Heuschnupfen genannt, Hausstaubmilbenallergien, Tierhaarallergien, Schimmelpilzallergien, allergisches Asthma, Insektengiftallergien, Nahrungsmittelallergien, Kontaktallergien und teilweise auch Neurodermitis. Die schwerste Form einer Allergie ist der allergische Schock, auch als Anaphylaxie bezeichnet.

Zudem treten auch bei Tieren Allergien auf.

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Was ist ein Allergen?

Allergene können natürlichen oder nicht natürlichen Ursprungs sein. Natürlicherweise kommen Allergene in Pollen, Hausstaubmilben, Insektengift, Tierhaaren oder Nahrungsmitteln vor. Aber auch nicht natürliche Substanzen wie Konservierungsstoffe, Tattoofarben, Nickel etc., können Allergien auslösen, man spricht dann vom allergischen Kontaktekzem.

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Wie kommt es zu Allergien?

Die Ursachen von Allergien sind noch nicht vollständig bekannt. Man kennt jedoch Faktoren, die eine Atopieneigung, das heißt, eine Neigung, Allergiene zu entwickeln, bei Kindern begünstigen. Dazu berichtet Prof. Dr. med. Torsten Zuberbier:

„Es gibt mehrere Gründe für die Zunahme von Allergien. Da ist zum einen die Hygiene-Hypothese. Die Hygiene-Hypothese geht davon aus, dass unser Immunsystem unterfordert ist, weil wir heutzutage immer seltener mit schweren Infektionskrankheiten wie z.B. Tuberkulose konfrontiert werden. Aufgrund dieser Unterforderung begeht das Immunsystem einen „Irrtum“, denn es stürzt sich auf im Grunde harmlose Pollen- oder Hausstaubmilbenallergene und stuft sie fälschlicherweise als „gefährlich“ ein. Auch Umweltfaktoren spielen bei der Zunahme von Allergien eine Rolle. Die Umweltverschmutzung nimmt zu und nicht ohne Grund ist die Zahl der Allergiker in den Städten deutlich höher als auf dem Land. In den Städten findet man auf den Pollen Rußpartikel, die die Allergenität der Pollen erhöhen. Das Immunsystem wertet die mit Rußpartikeln besetzten Pollen wie ein Bakterium und greift an – die Folge: Allergische Symptome.

Der dritte wichtige Faktor im Zusammenhang mit Allergien ist die Klimaerwärmung. Seit Jahren konstatieren wir einen sowohl stärkeren als auch früher einsetzenden Pollenflug. Das kommt daher, dass sich Pflanzen bei erhöhten CO2 Werten ausgesprochen wohl fühlen. Das sehen wir z.B. daran, dass Pflanzen entlang von Autobahnen, an viel befahrenen Straßen und in Städten generell, ausgesprochen gut gedeihen. Die Pflanzen setzen an solchen Standorten auch deutlich höhere Pollenmengen frei. Zusammengefasst heißt das: Unser Immunsystem ist darauf ausgelegt, immer zuerst die „gefährlichsten Feinde“ anzugreifen. Dank ausgesprochen guter Hygienebedingungen gibt es diese gefährlichen Feinde jedoch nicht mehr in diesem Maße, zumindest nicht in der westlichen Welt, und das Immunsystem stürzt sich auf „die falschen Feinde“. Hinzu kommen die erwähnten Auswirkungen der Umweltverschmutzung, die ebenfalls ganz erheblich zur Ausbreitung von Allergien beitragen. All dies zusammengenommen führt zu insgesamt mehr allergischen Erkrankungen und auch zu mehr Allergien in höherem Alter. Dadurch entsteht ein massiver volkswirtschaftlicher Schaden.“ 

Allergiewelle rollt – volkswirtschaftlicher Schaden bleibt unerkannt! 

Zu den Ursachen von Allergien erklärt Univ.-Prof. Dr. med. Carl-Peter Bauer im Video:

Kann man Allergien vorbeugen?

Auch die Frage, ob es möglich ist, Allergien vorzubeugen, ist noch nicht zur Gänze geklärt. Sicher scheint zu sein, dass Kinder, die sich schon als Babys im Kuhstall aufhielten, deutlich seltener Allergien haben als Kinder, bei denen dies nicht so war. Das haben die Bauernhof Studie gezeigt.

Prof. Dr. Philippe Eigenmann hat den Bauernhof-Effekt an Mäusen untersucht und sagt:

„Zusammenfassend kann man sagen, dass die Stallmäuse weniger Allergien hatten, als die Labormäuse, dass der Grund dafür sein könnte, dass ihr Immunsystem durch die Keime im Stall kontinuierlich stimuliert und so aktiv gehalten wird und dass sich dies auch in der Keimvielfalt im Darm niederschlägt.

Wahrscheinlich braucht das Immunsystem einen gewissen Aktivitätslevel, der durch Bakterien in der Umwelt erzeugt wird. Ein Immunsystem, dass sich kontinuierlich gegen diese Bakterien wehrt, ist anscheinend viel weniger reaktiv gegen Allergene. Umgekehrt kann man sagen, je weniger Bakterien in der Umwelt sind, desto stärker reagiert das Immunsystem auf Allergene, quasi als Ersatz.“

Allergieprävention im Kuhstall: Wie kommt es zum Bauernhof-Effekt?

Univ.-Prof. Dr. med. Carl-Peter Bauer sagt hierzu:

Dr. Lars Lange wiederum erklärt zur Prävention von Nahrungsmittelallergien:

Als sicher gilt mittlerweile jedoch, dass man Kinder auf keinen Fall vor jeglichem Kontakt mit potenziellen Allergenen abschirmen sollte. Wie Frau Dr. Braun erklärt, wäre eine solche Allergenkarenz nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich:

Wie sehen die Symptome einer Allergie aus?

Von der Allergie können unterschiedliche Organsysteme betroffen sein, sowohl isoliert als auch in Kombination. Es sind dies am häufigsten:

  • Die Atemwege
  • Die Haut
  • Der Magen-Darm Trakt
  • Das Herz-Kreislauf-System

Wiki Allergie

Symptome bei Allergien der Atemwege

Sind die Atemwege von einem allergischen Schnupfen (allergische Rhinitis) betroffen, äußert sich dies in der Regel durch folgende Symptome:

  • juckende Nase
  • verstopfte Nase
  • verstärkte Nasensekretion
  • Niesanfälle
  • tränende, juckende, gerötete Augen
  • Mattigkeit, Schlafstörungen, Leistungseinschränkungen

Diese Symptome sind unabhängig vom Auslöser der Allergie. Es spielt also keine Rolle, ob eine Pollenallergie bzw. Heuschnupfen, eine Hausstaubmilbenallergie, eine Schimmelpilzallergie oder eine Tierhaarallergie die Ursache ist.

Wiki Heuschnupfen 

Besteht ein allergisches Asthma, macht sich dies unter anderem mit den folgenden Symptomen bemerkbar:

  • Husten
  • Auswurf
  • Pfeifende Atemgeräusche (Giemen)
  • Atemnot
  • Beklemmungsgefühl in der Brust

Wiki Allergisches Asthma

Symptome bei Allergien der Haut

Symptome bei Neurodermitis

Bei einer Neurodermitis handelt es sich um eine Barrierestörung der Haut. Allergene können hier jedoch Schübe triggern.

Neurodermitis weist meist die folgenden Symptome auf:

1. Ekzeme, das bedeutet vor allem Rötung und Schuppung, auch Nässen, Knötchen und Bläschen können auftreten.

Bei Säuglingen (häufig sehr exsudativ, d.h. mit Nässen, kräftiger Rötung und Krustenbildung einhergehend):

  • Im Gesicht, Hals
  • Streckseiten der Extremitäten

Bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind die folgenden Stellen typisch bzw. am häufigsten betroffen:

  • In Arm- und Kniebeugen
  • An den Händen
  • Im Gesicht und am Hals

Es kann jedoch jede Hautstelle von Neurodermitis betroffen sein.

2. Trockene, schuppende Haut, die in den Armbeugen und Kniekehlen, auch als „Extremitätenbeugen“ bezeichnet, häufig lichenifiziert ist. Bei lichenifizierter Haut kommt es zu verstärkter Hautfelderung, vergleichbar mit „Elefantenhaut“.

3. Quälender Juckreiz, auch als „Pruritus“ bezeichnet. Der Juckreiz kann dazu führen, dass die Nachtruhe erheblich gestört und dadurch die Leistungsfähigkeit am Tag stark eingeschränkt sein kann. Ausgelöst durch das Kratzen, das in der Nacht meist nicht kontrollierbar ist, wird die Besiedlung der Haut mit Infektionserregern erleichtert und verstärkt. Das führt häufig zu einem Neurodermitisschub.

4. Als Sonderformen der Neurodermitis gelten die Prurigo-Form (knotige Form) und auch die sehr häufige nummuläre Form (münzförmige Form).

Wiki Neurodermitis 

Symptome beim allergischen Kontaktekzem

Das Kontaktekzem kann sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußern:

  • Juckreiz
  • Rötung der Haut
  • Trockene, schuppende Haut
  • Entzündete, verdickte Haut
  • Knötchen oder Bläschen
  • Schmerzhafte, schlecht heilende Risse

Wiki Allergisches Kontaktekzem

Symptome bei Insektengiftallergien bzw. auf Bienengift oder Wespengift

Die Symptome bei einer Bienengiftallergie oder Wespengiftallergie können vielfältig sein. Möglich sind:

  • Hautreaktionen (Schwellungen, Rötungen, Juckreiz)
  • Atemwegsbeschwerde
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Anaphylaktischer Schock
  • Kommt es zu einem schweren Anaphylaktischen Schock kann es sogar zum Tode kommen.

Wiki Allergie gegen Bienengift oder Wespengift 

Symptome bei Nahrungsmittelallergien

Allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel sind sehr vielfältig und können jedes Organ betreffen. Bei pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien ist das sogenannte Orale Allergiesyndrom sehr häufig. Die Betroffenen klagen nach dem Genuss von bestimmten Gemüse- und Obstsorten über ein pelziges Gefühl auf der Zunge, Juckreiz im Rachen, Lippenschwellung oder Bläschen auf der Zunge oder den Lippen. Die Beschwerden zeigen sich dann meist während der Pollensaison, können aber auch ganzjährig auftreten.

Eine Sonderform der Weizenallergie ist die Weizenabhängige anstrengungsinduzierte Anaphylaxie (WDEIA). Hierbei treten anaphylaktische Reaktionen nach dem Verzehr von weizenhaltigen Lebensmitteln erst in Verbindung mit körperlicher Anstrengung auf. Weizenhaltige Lebensmittel werden in Ruhe vertragen. Die klinischen Symptome einer anstrengungsinduzierten Anaphylaxie entsprechen den Symptomen der Anaphylaxie allgemein.

Nicht selten kann es bei Nahrungsmittelallergien auch zu systemischen Reaktionen kommen, die sich auf den ganzen Körper ausbreiten, wie Blutdruckabfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Außerdem sind Hautreaktionen wie die Urtikaria (Nesselsucht), eine allergische Rhinokonjunktivitis (Heuschnupfen) oder allergisches Asthma möglich. Selten ist ein anaphylaktischer Schock. Er führt zum Kreislaufzusammenbruch und muss sofort notärztlich behandelt werden.

Wiki Nahrungsmittelallergien (Allergische Nahrungsmittelunverträglichkeiten) 

Symptome beim allergischen Schock

Ein allergischer Schock, auch als anaphylaktischer Schock oder Anaphylaxie bezeichnet, ist die gravierendste Form einer Allergie.

Folgende Symptome können im Rahmen einer anaphylaktischen Reaktion auftreten:

  1. Haut: Flächenhafte Rötungen (Flush), Juckreiz, Kribbeln, Quaddeln (Urtikaria, Nesselsucht), Schwellungen vor allem im Gesicht (Angio- bzw. Quincke-Ödem)
  2. Augen: Bindehautrötung (Konjunktivitis)
  3. Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall
  4. Atemwege: Schnupfen (Rhinitis), Heiserkeit, Kehlkopfschwellung, Atemnot, Asthma, Atemstillstand
  5. Herz-Kreislauf-System: Pulsbeschleunigung (Tachykardie), Blutdruckabfall (Schwindel, Schwächegefühl, „Schwarzwerden vor Augen“, Schwitzen), Herzrhythmusstörungen, Hitzegefühl, Kreislaufschock, Kreislaufstillstand

Bei schwersten Reaktionen kann es zu Stuhl- und Harnabgang, zu Krämpfen und Bewusstlosigkeit kommen. Der Schweregrad der Anaphylaxie wird in Stadien Grad I-IV eingeteilt. Stadium IV entspricht dem anaphylaktischen oder allergischen Schock.

Wiki Anaphylaktische Reaktion (Anaphylaxie)   

Was sollte man über Allergien bei Kindern wissen?

Allergien werden vererbt

Die Neigung, Allergien zu entwickeln, ist erblich. Sind die Eltern betroffen, wächst für die Kinder das Risiko, an einer Allergie zu erkranken. Gunda Nowak sagt hierzu:

„Grundsätzlich gibt es für Kinder genetische Risiken, Allergien zu entwickeln. Kinder, die aus Allergikerfamilien stammen, tragen ein höheres Risiko. Wenn Familienmitglieder ersten Grades, d.h. Eltern oder Geschwister, von allergischen Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis, Nahrungsmittelallergien oder Heuschnupfen betroffen sind, steigt das Allergierisiko für das Kind proportional zur Anzahl der betroffenen Familienmitglieder. Das bedeutet: Ist ein Elternteil betroffen, steigt das Risiko auf 20 bis 40 Prozent, sind es beide Elternteile auf 40 bis 60 Prozent. Sehr stark erhöht ist das Allergierisiko mit 60 bis 80 Prozent, wenn beide Elternteile an der gleichen Allergie leiden.“

Allergieprävention bei Kindern im ersten Lebensjahr: Was kann man tun?

Wie kommt es bei Allergien zum Etagenwechsel?

Besteht beim Kind bereits eine Allergie, kann es auch zu einem „Etagenwechsel“ kommen. Das bedeutet, dass sich, zum Beispiel aus einer Pollenallergie, ein allergisches Asthma entwickeln kann, wie Prof. Dr. med. Carl-Peter Bauer im Video erklärt: 

Zur Frage, wie man eine Allergie beim Kind verhindern kann, gibt es sowohl Erkenntnisse, wie offene Fragen. Prof. Ulrich Wahn erklärt den aktuellen Stand der Dinge:

Wann Allergieprävention sinnvoll ist und was Eltern bei der Beikosteinführung beachten sollten erklärt Dr. Yvonne Braun:

Wie wird eine Allergie diagnostiziert?

Es gibt zur Diagnose von, zum Beispiel Heuschnupfen, eine Reihe von Allergietests. Die Rede ist häufig vom Prick-Test, IgE-Test, RAST, Provokationstest, molekularer Allergiediagnostik etc.. Dr. Thomas Potrafke meint hierzu:

„Zunächst ist es wichtig festzuhalten, dass am Anfang einer Diagnose nicht der Allergietest steht. Wenn ein Patient zu mir kommt und von Beschwerden berichtet, die auf eine Allergie hinweisen könnten, beginnt die Diagnose mit der Anamnese. Dies ist die ausführliche Befragung des Patienten nach Beschwerden, Umständen und Ausprägung der Symptome. Ergänzt wird die Anamnese durch einen Allergie-Fragebogen, den der Patient in Ruhe ausfüllen kann und aus dem sich oft weitere Hinweise ergeben. Dadurch erhalte ich bereits die wichtigsten Hinweise zur Einschätzung der Luftwegallergie.“

Heuschnupfen: Wie erfolgt die Diagnose? Welcher Allergietest sagt was?

Schwieriger wird es bei der Diagnose von Nahrungsmittelallergien. Warum das so ist erklärt Prof. Barbara Ballmer-Weber im Video:

Wie verlässlich ist eine alternative Allergiediagnostik?

Die alternative Medizin wird von vielen geschätzt. Geht es jedoch um die Diagnose von Allergien, können Alternativen ernste Konsequenzen haben. Dr. Christian Hentschel sagt zum Thema alternative Allergiediagnostik:

„Bei der alternativen Allergiediagnostik bzw. der alternativen Medizin handelt es sich aber leider nicht um gleichwertige Optionen. Häufig sind das Methoden, die eben gerade nicht Alternativen darstellen, weil sie nicht zu einem gleichwertigen Ergebnis kommen. Auch die alternativen Allergiediagnostiken sind außerhalb der wissenschaftlichen Medizin angesiedelt. Dabei erwecken sie jedoch häufig den Eindruck, wissenschaftlich zu sein! Beispiele für alternative Methoden, die in der Allergiediagnostik eingesetzt werden, sind Bioresonanz und Kinesiologie. Sie werden zwar als „alternative Allergiediagnostik“ propagiert, können diesen Anspruch jedoch nicht erfüllen.

Es gibt verschiedene Bluttestungen: die Dunkelfeldmikroskopie oder der zytotoxische Leukozytentest. Dabei handelt es sich um sogenannte „Blutanalysen“. Auch IgG4-Messungen gehören in die „Rubrik“ alternative Allergiediagnostik. IgG4-Messungen sind Blutmessungen, die vorgeben, eine Alternative zu den herkömmlichen Testungen darzustellen.

Bei der Bioresonanz handelt es sich um ein reines Placebo-Verfahren. Es misst leider überhaupt nichts und folglich therapiert es auch überhaupt nichts. Damit ist die Bioresonanz eine rein Placebo-technisch-apparative Methode. Bemerkenswert ist, dass die Bioresonanz ein recht häufig angewandtes Verfahren ist, das aber nicht nur von Heilpraktikern, sondern auch von Ärzten propagiert wird.“

Alternative Allergiediagnostik: Wann wird es gefährlich?  

Wie sieht die Therapie einer Allergie aus?

Die grundsätzliche Therapie bei einer Allergie besteht darin, das Allergen zu vermeiden. Bei einer Berufsallergie kann es deshalb erforderlich sein, die Tätigkeit oder gar den Beruf zu wechseln. Handelt es sich jedoch z.B. um eine Pollenallergie, also den Heuschnupfen, ist eine Allergenvermeidung nicht möglich. Man versucht deshalb in der Allergologie, wann immer dies möglich ist, eine präventive Strategie anzuwenden. Je nachdem, um welches Allergen es sich handelt wird versucht, die Entzündung durch Antihistaminika oder topische Steroide zu bekämpfen, damit die Symptome erst gar nicht auftreten

Besteht die Gefahr, dass akute Beschwerden bzw. ein Anaphylaktischer Schock auftreten, muss ein Notfallset, dessen wichtigster Bestandteil ein Adrenalin Autoinjektor ist, stets mitgeführt werden.

Allergie-Therapie durch "Abhärtung" durch eine Spezifische Immuntherapie (SIT)

Eine zunehmend angewandte und auch erfolgreiche Therapie ist die SIT – spezifische Immuntherapie. Dabei handelt es sich um eine Hyposensibilisierung mit dem Ziel, das Immunsystem gegen das Allergen "immun" zu machen. Eine SIT erfolgt in der Regel subkutan, d.h. unter die Haut (SCIT) oder sublingual, d.h. unter der Zunge (SLIT). Durch eine schrittweise Zufuhr des allergieauslösenden Allergens soll eine Toleranz des Immunsystems gegenüber dem Allergen erreicht werden. Kommt es dann "auf natürlichem Wege" zu einem Allergenkontakt, ist das Immunsystem "gewappnet" und ordnet das Allergen nicht mehr als feindlich ein. Damit setzt die SIT nicht erst bei den Symptomen der Allergie an, sondern bei den Ursachen. Eine SIT verhindert damit auch den gefürchteten Etagenwechsel zum allergischen Asthma. Eine SIT sollte deshalb so früh wie möglich zu Beginn des Krankheitsverlaufes erfolgen.

Aktuell kann eine Spezifische Immuntherapie (SIT) u.a. bei Allergien gegen die folgenden Allergene eingesetzt werden:

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Gibt es eine Therapie für Nahrungsmittelallergien?

Zur Therapie von Nahrungsmittelallergien stand außer Allergenmeidung bislang nichts zur Verfügung. Dies könnte sich für die Erdnussallergie ändern, wie Dr. Lars Lange erklärt:

Biologika zur Therapie von Allergien

Neue Therapieoptionen bieten auch die neuen Biologika. Mit "Biologika" oder auch Biopharmazeutika bezeichnet man Medikamente, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Organismen, d.h."biotechnologisch", hergestellt werden. Die hierfür eingesetzten Organismen können sowohl tierischer als auch pflanzlicher Herkunft sein. Ein Beispiel ist das Insulin, das zur Behandlung von Diabetes eingesetzt wird. Insulin wurde früher aus der Bauchspeicheldrüse von Tieren, z.B. Rindern oder Schweinen gewonnen. Heute wird Insulin biotechnologisch hergestellt. Auch Medikamente zur Behandlung von Rheuma gehören zu den Biologika. Bei der Behandlung von Allergien steht der Einsatz von Biologika noch am Anfang.

Wie Biologika „funktionieren“ erklärt Prof. Harald Renz:

„Biologika sind maßgeschneiderte Medikamente, die genau und zielgerichtet ein definiertes Molekül im Rahmen der Immunantwort erkennen. Bei den Biologika handelt es sich ganz überwiegend um sogenannte monoklonale Antikörper, also auf gentechnologischer Basis hergestellte Antikörper. Des Weiteren zählen dazu auch gentechnologisch hergestellte Botenstoffe, wie Zytokine und Hormone.

Seitdem die Funktion einzelner Signal- und Botenstoffe im Rahmen von Erkrankungen immer weiter und besser entschlüsselt wurde, macht man sich darüber Gedanken, wie man diese häufig überschießend produzierten Botenstoffe abfangen und neutralisieren kann. Ein prominentes Beispiel für den Erfolg dieser Strategie sind Antikörper, die gegen den Tumor-Nekrose-Faktor α (TNF-α) gerichtet sind, einem pro-entzündlichem Mediator, der bei vielen Erkrankungen, wie z. B. auch dem Rheuma, überschießend produziert wird. Mehrere Antikörper-Strategien sind entwickelt worden, um TNF-α abzufangen. Dieses Therapieprinzip ist besonders erfolgreich bei Rheuma. Hier sind die TNF-Antikörper heute fester Bestandteil der zugelassenen Therapiestufen. Diese Designermoleküle sind in ihrer Herstellung teuer. Daher gilt es, zunächst die konventionellen Therapieoptionen auszuschöpfen und dann diejenigen Patienten zu identifizieren, die besonders gut auf eine Biologika-Therapie ansprechen werden.

Bei den Allergien wird eine ganz besondere Form der chronischen Entzündung ausgelöst, die charakterisiert ist durch eine überschießende Aktivität von sogenannten TH2 T-Zellen, die letztlich als "Dirigenten" der allergischen Entzündungsantwort angesehen werden können. Diese TH2-Zellen produzieren eine Reihe von pro-allergischen Zytokinen (Interleukinen), die unter anderem auch die Immunglobulin-E- (IgE) Produktion regulieren. IgE ist ein wichtiger Vermittler der allergischen Reaktion.“