Allergie bei Tieren

 

 

Können Tiere Allergien haben?

Wenn im Zusammenhang mit Allergien von Tieren die Rede ist, werden Viele zunächst an allergische Reaktionen bei Menschen auf Tiere denken. Fest steht jedoch, dass auch Tiere Allergien entwickeln können. Dabei sind die Mechanismen, die sich im Körper der Tiere abspielen, die gleichen, wie beim Menschen.

Können Katzen Allergien haben?

Eine Allergie bei Katzen kommt häufig vor. Dabei reagiert das Immunsystem der Katze mit einer „überschießenden Reaktion“ auf Substanzen, die zwar nicht gefährlich sind, aber vom Immunsystem als gefährlich eingeordnet werden. Dies können chemische, pflanzliche oder tierische Substanzen sein. Die als „bedrohlich“ eingestuften Substanzen lösen bei jedem weiteren Kontakt eine Reaktion des Immunsystems aus. Diese Reaktion des Körpers äußert sich dann in Form von Symptomen, die man als allergische Reaktion bezeichnet. Eine Allergie gegen Pollen, Hausstaubmilben, Pilzsporen, Flohbisse oder auf Futter kommt bei Katzen häufig vor.

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Können Hunde Allergien haben?

Eine Allergie beim Hund ist, wie beim Menschen, eine unangemessen heftige Reaktion des Immunsystems auf harmlose Stoffe. Konkret heißt das, das Immunsystem des Hundes ordnet ungefährliche Stoffe als bedrohlich ein und startet eine Abwehrreaktion. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Stoffe pflanzlichen, tierischen oder chemischen Ursprungs sind. Hat das Immunsystem des Hundes einen Stoff erst als gefährlich eingeordnet, erfolgt bei jedem weiteren Kontakt eine Abwehrreaktion, die allergische Reaktion.

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Können Pferde Allergien haben?

Eine Allergie äußert sich beim Pferd durch eine Überreaktion des Immunsystems auf normalerweise harmlose Substanzen. Diese Substanzen werden vom Immunsystem fälschlicherweise als gefährlich eingestuft und lösen bei jedem weiteren Kontakt eine allergische Reaktion aus.

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Wie häufig kommt es bei Tieren zu Allergien?

Allergien bei Tieren sind keine Seltenheit. Zur Häufigkeit von Allergien bei Katzen erklärt Prof. Ralf S. Mueller:

„Allergien sind bei Katzen gar nicht so selten. Wir sehen relativ häufig allergische Katzen, entweder (häufiger) in Form von Neurodermitis oder in Form von Asthma.

Es ist jedoch schwer zu sagen, ob es bei Katzen tatsächlich häufiger zu Allergien kommt. Sicher ist lediglich, dass wir Katzen generell häufiger in der Tierarztpraxis sehen, als früher. Vor 50 Jahren war es einfach nicht üblich, mit einer Katze zum Tierarzt zu gehen, und wenn dann höchstens zum Impfen. Damals waren Katzen Mäusefänger und nicht Haustiere. Heute sind Katzen gerade in größeren Städten als Haustier beliebt, weil sie „pflegeleicht“ sind. Man muss nicht Gassi gehen, kann die Katze auch mal allein lassen und das macht sie als Haustier attraktiv. So werden Katzen mehr und mehr als Familienmitglieder gesehen und die Besuche beim Tierarzt nehmen zu. Es gibt mittlerweile sogar Katzenpraxen, d.h. Tierärzte, die ausschließlich auf Katzen spezialisiert sind.“

Immuntherapie der Katze: Hilft sie bei Neurodermitis und Asthma?   

Wie sehen die Symptome aus, wenn Tiere Allergien haben?

Bei Tieren äußern sich allergische Erkrankungen häufig über die Haut. Es kann jedoch auch zu Symptomen an anderen Organsystemen kommen.

Wie sehen Allergiesymptome bei der Katze aus?

Das häufigste Symptom einer Allergie bei der Katze ist der Juckreiz. Dieser äußert sich bei der Katze durch Kratzen aber auch häufig einfach nur durch übermäßiges Putzen.

Manchmal führt die Allergie bei Katzen zu entzündeten Hautstellen an:

  • Kopf
  • Hals
  • Ohren
  • Bauch und
  • Rücken

In manchen Fällen entstehen lediglich kahle Stellen durch starkes Putzen, insbesondere am Bauch und an den Innenschenkeln, ohne dass die Haut entzündet ist, manchmal aber auch starke Entzündungen der Haut. In einigen Fällen kann eine Katze zusätzlich an Asthma leiden.

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Wie sehen Allergiesymptome beim Hund aus?

Eine Allergie beim Hund wirkt sich ebenfalls in den meisten Fällen auf die Haut aus und stellt ein Krankheitsbild dar, welches als canine atopische Dermatitis bezeichnet wird. Ungefähr 80 Prozent aller Hauterkrankungen beim Hund sind durch ein allergisches Geschehen bedingt. Die häufigsten Symptome einer Allergie beim Hund bzw. bei der atopischen Dermatitis sind Juckreiz und Rötungen der Haut, welche bei jedem Hund unterschiedlich ausgeprägt sind und an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten können.

Beim Hund sind insbesondere die folgenden Körperregionen betroffen:

  • Ohren
  • Pfoten
  • Achselbereiche und
  • Bauch

Bei manchen Hunden zeigen sich Niesen und tränende Augen als weitere Anzeichen. Die Haut am Körper und in den Gehörgängen kann für sekundäre Infektionen mit Bakterien und Hefepilzen anfällig sein, welche die Symptomatik oft noch verstärken. In manchen Fällen kann sich beim Hund eine Allergie auch durch sogenannte Urtikaria (Quaddelbildung, Nesselsucht) äußern.

Bildung von Krusten auf der Haut, Haarausfall, Pickel und Pusteln stellen häufig ein Anzeichen von sekundären Infektionen dar, was die Symptomatik oft verstärkt.

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Otitis – Ohrentzündung beim Hund: Ursachen und Symptome

Häufig sind bei allergischen Hunden die Ohren betroffen, es kommt zu einer Otitis. Allerdings kann die Ohrenentzündung beim Hund auch andere Ursachen haben, wie Dr. Kerstin Wildermuth im Video erklärt:

Wie sehen die Allergiesymptome beim Pferd aus?

Eine Allergie beim Pferd wirkt sich ebenfalls häufig auf die Haut aus. Hierbei kann Juckreiz entstehen, der sich durch Scheuern oder Knabbern bemerkbar macht. Die Entstehung von Quaddeln auf der Haut sind beim Pferd ebenfalls Anzeichen für eine Allergie. Manchmal macht sich eine Allergie über die Atemwege bemerkbar (Husten, verstärkte Atmung, Leistungsintoleranz). Auslösende Allergene sind häufig in der Umwelt vorhandene Allergene wie z. B. Pollen, Schimmelpilzsporen oder Staub, aber Symptome können auch bei einer Überempfindlichkeit auf Insektenstiche und (selten) auf bestimmte Futtermittel entstehen.

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Welche Auslöser können bei Tieren zu Allergien führen?

Die Auslöser, die bei Katzen, Hunden oder Pferden Allergien auslösen können, sind vielfältig. Dabei unterscheiden sich die Auslöser nach Tierart, es gibt jedoch auch Überschneidungen. Ein weiterer Unterschied liegt im Stellenwert der unterschiedlichen Allergien, je nach Tierart.

Welche Allergene können bei Katzen Allergien auslösen?

Die folgenden Luft-Allergene (Aeroallergene) können bei Katzen Allergien auslösen:

  • Pollen von Gräsern, Bäumen und Unkräutern
  • Hausstaubmilben
  • Sporen von Schimmelpilzen
  • Hautschuppen anderer Tiere

Zur allergischen Reaktion von Katzen auf Hautschuppen sagt Dr. Kerstin Wildermuth:

„Auch eine Überempfindlichkeit auf Schuppen anderer Tierarten bzw. auf Hautschuppen des Menschen können ab und zu festgestellt werden. Dies ist jedoch nicht ganz so häufig.“

Allergie bei der Katze: Auslösende Allergene und ihre „Verstecke“

Die folgenden Futter-Allergene können bei Katzen Allergien auslösen:

Alle Inhaltsstoffe des Futters, wie:

  • Proteine (tierisch)
  • Kohlenhydrate
  • Zusatzstoffe

Flohspeichel kann bei Katzen Allergien auslösen

Allergie auf Flohspeichel bei Hund und Katze

Zum Thema „Flohallergie bei Katzen, aber auch bei Hunden“ erklärt Dr. Kerstin Wildermuth im Video:

Folgende Kontakt-Allergene (selten) können bei Katzen Allergien auslösen:

  • Pflanzen
  • Duftstoffe
  • Pflegeprodukte (Shampoos, Salben)
  • Inhaltsstoffe in Putz- und Waschmitteln

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Welche Allergene können Allergien beim Hund auslösen?

Ist die canine atopische Dermatitis durch Aeroallergene (Allergene in der Luft) wie zum Beispiel Pollen von Bäumen, Gräsern oder Unkräutern ausgelöst, können Symptome insbesondere im Frühjahr, Sommer und/oder Herbst bestehen. Stellen Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen oder Hautschuppen anderer Tierarten die Auslöser dar, können Symptome aber auch ganzjährig bestehen. Beruht die Allergie auf einer futterinduzierten atopischen Dermatitis (oft auch als Futterallergie bezeichnet) bestehen Symptome meist ganzjährig und sind nicht von der durch Pollen ausgelösten atopischen Dermatitis zu unterscheiden. Manchmal (aber nicht immer) kann die futterinduzierte atopische Dermatitis mit gleichzeitigen Magen-Darm-Symptomen wie regelmäßigem Erbrechen, Durchfall oder Flatulenz einhergehen. Ausgelöst wird die Allergie beim Hund häufig durch bestimmte Eiweißquellen (z.B. Hühnchen, Rind, Ei, Milch), manchmal auch durch Kohlenhydrate (z.B. Weizen) oder Farb- und Konservierungsstoffe im Futter.

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Allergien bei Hund und Katze: Ursachen, Symptome, Allergene

Den aktuellen Stand der Erkenntnisse fasst Dr. Kerstin Wildermuth im Video zusammen:

Kann es auch durch Medikamente zu Unverträglichkeiten bei Hund und Katze kommen?

Arzneimittelunverträglichkeiten bei Hund und Katze sind sehr selten, kommen aber vor. Dr. Kerstin Wildermuth berichtet im Video:

Welche Allergene können Allergien beim Pferd auslösen?

Auch beim Pferd können die unterschiedlichsten Auslöser dafür verantwortlich sein, dass die Tiere Allergien entwickeln. Fliegen und Stechmücken (Culicoides sp. Gnitzen) zählen hier zu den häufigen Auslösern.

Können Insekten wie Fliegen oder Stechmücken Allergien beim Pferd auslösen?

Das Immunsystem des Pferdes reagiert auf Substanzen, die im Speichel dieser Insekten vorhanden sind. Eine solche Allergie beim Pferd führt zu Juckreiz und Hautveränderungen an den Stellen, an denen diese Insekten beißen (sog. Sommerekzem). Je nach Insekt kann dies insbesondere den Mähnenkamm, die Schweifrübe oder den Bauch betreffen. Eine Überempfindlichkeit auf Insektenbisse verursacht meistens eine saisonale Symptomatik, d.h. im Winter sind die betroffenen Pferde meistens symptomfrei.

Können Allergene wie Pollen oder Milben Allergien beim Pferd auslösen?

Aeroallergene, das heißt Allergene, die in der Luft vorhanden sind, können beim Pferd eine atopische Dermatitis auslösen. Wird eine Allergie beim Pferd durch z.B. Pollen ausgelöst, kann der Juckreiz oder eine Quaddelbildung saisonal (Frühjahr, Sommer) bestehen und sich im Winter wieder bessern. Aufgrund dieser Saisonalität ist eine Unterscheidung zur Überempfindlichkeit auf Insekten manchmal schwer. Auslöser wie Staubmilben oder Staubmilben sind das ganze Jahr vorhanden und können daher auch zu einer ganzjährigen Symptomatik führen.

Allergiesymptome treten bei Pferden häufig schon im jungen Alter auf. Der Juckreiz betrifft bei den meisten Pferden den Rumpfbereich. Ähnlich wie beim Hund kann die Haut beim Pferd zusätzliche Sekundärinfektionen mit z.B. Bakterien aufweisen. Manche Pferde leiden an rezidivierender Atemwegsobstruktion(„recurrent airway obstruction, RAO“), die sich durch chronischen Husten, Atembeschwerden oder Leistungsintoleranz äußern kann. Auch eine allergische Konjunktivitis (Entzündung der Bindehaut) kann bei manchen Pferden auftreten.

Kann das Futter beim Pferd eine Allergie auslösen?

Eine Futterallergie wird beim Pferd nur sehr selten beobachtet und wird in der Tiermedizin noch kontrovers betrachtet. Dennoch scheint es vereinzelt Pferde zu geben, die auf bestimmte Heu- und/oder Getreidesorten oder Nahrungsergänzungsmittel überempfindlich reagieren. Symptome sind hier ähnlich der von Aeroallergenen ausgelösten Allergie (Juckreiz, Quaddelbildung).

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Wie wird bei Tieren eine Allergiediagnose gestellt?

Es gibt unterschiedliche Verfahren zur Diagnose einer Allergie bei Tieren. Die Diagnostik unterscheidet sich nach Tierart und je nachdem, welche allergologische Erkrankung vermutet wird.

Wie sieht die Allergiediagnose bei der Katze aus?

Die Diagnose einer Allergie bei der Katze ist fast schon „Detektivarbeit“. Dr. Lucia Panakova erläutert hierzu:

„Ob es sich um eine Allergie bei der Katze handelt, kann man leider nicht mit Hilfe eines Bluttests sagen sondern erst dann, wenn andere Differentialdiagnosen ausgeschlossen wurden. Deshalb gehen wir nach einem gewissen Schema vor.

Zunächst wird man versuchen, eine ektoparasitäre Erkrankung auszuschließen. Zu den parasitären Erkrankungen der Katze zählen z.B. der Befall durch Flöhe, Cheyletiellen, Ohrmilben oder eine Demodikose bedingt durch Demodex gatoi. Diese parasitären Erkrankungen können ebenfalls einen milden bis starken Juckreiz auslösen und die Symptome einer Allergie (reaktive Katzenmuster).

Findet man im Flohkamm oder Hautgeschabsel der Katze, d.h. in abgeschabten Haaren und Hautschuppen keine Parasiten, erfolgt der Ausschluss einer parasitären Erkrankung über eine diagnostische Therapie, die ca. sechs Wochen dauert. Die Katze wird dann auf einen potenziellen Parasitenbefall behandelt (Flöhe, Cheyletiellen, Ohrmilben). Dazu bekommt die Katze alle 14 Tage ein entsprechendes Mittel im Genick aufgetropft. Auch andere im Haushalt lebende Tiere müssen behandelt werden, nicht allein das betroffene Tier.

Gleichzeitig wird durch eine zytologische Untersuchung der veränderten Hautstellen untersucht, ob eine sekundäre bakterielle oder seltener, eine Hefepilzinfektion vorliegt. Ist dies der Fall, wird diese parallel mitbehandelt.“

Allergiediagnose bei der Katze - wie geht man vor?

Wie sieht die Allergiediagnose beim Hund aus?

Die Allergiediagnose beim Hund erklärt Dr. Kerstin Wildermuth im Video so:

Wie sieht die Allergiediagnose beim Pferd aus?

Die Diagnose einer Allergie beim Pferd wird ähnlich wie bei Hund und Katze durch die klinische Symptomatik und Ausschluss anderer Ursachen für Juckreiz (z. Bsp. Parasiten) und anderer Erkrankungen der Atemwege gestellt.

Hierbei ist eine detaillierte Vorgeschichte besonders wichtig. Bei einer Überempfindlichkeit auf Stechmücken tritt die Symptomatik häufig vermehrt auf der Koppel im Gegensatz zum Stall auf und ist dazu saisonal. Stille Gewässer sind ein beliebter Ort für Stechmücken, daher können besonders Pferde betroffen sein, die auf einer Koppel stehen, die einem stillen Gewässer nahegelegen ist. Die Besserung von Symptomen durch Vermeidung dieser Stechmücken (s.u.), hilft bei der Diagnosestellung.

Sind eine Allergie auf Insektenbisse und andere juckreizauslösende Erkrankungen bzw. andere Atemwegserkrankungen ausgeschlossen, so kann eine durch Aeroallergene ausgelöste Allergie diagnostiziert werden. Ein Allergietest in Form eines Hauttests oder Bluttests (s.u.), welcher die auslösenden Allergene (Pollen, Pilzsporen, Staubmilben) ermittelt, kann die Diagnose unterstützen. Auch das Ansprechen auf antiallergische Medikamente kann dem Tierarzt helfen, eine Diagnose zu stellen. In manchen Fällen, insbesondere wenn je nach Symptomatik andere dermatologischen Erkrankungen nicht ganz ausgeschlossen werden können, kann eine Hautbiopsie mit anschließender mikroskopischer Untersuchung der Haut durch einen Pathologen helfen, eine Allergie beim Pferd zu diagnostizieren.

Eine Futterallergie ist beim Pferd zwar sehr selten und etwas umstritten, wird aber ähnlich wie bei Hund und Katze durch eine Eliminationsdiät von ca. 4-8 Wochen diagnostiziert. Eine Eliminationsdiät besteht beim Pferd in der Änderung zu einem für das Pferd neuartigen Heu (d.h. aus zuvor noch nie gefüttertem Gras). Dieses Heu sollte ausschließlich ohne zusätzliche Futtermittel, Ergänzungsmittel etc. gefüttert werden. Bessern sich die Symptome und treten diese nach Provokation mit vorherigem Futter wieder auf, handelt es sich um eine Futterallergie.

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Welche Therapien gibt es für Tiere mit Allergien?

Die Therapie für Tiere mit Allergien hängt von der Allergie ab und natürlich auch vom Tier.

Welche Therapien gibt es für allergische Katzen?

Die Allergie bei Katzen wird ähnlich therapiert wie bei Hunden. Bei einer durch Futterstoffe ausgelösten Allergie besteht die Therapie darin, die auslösenden Substanzen zu meiden.

Handelt es sich um eine von Aeroallergenen (Allergene aus der Luft) ausgelöste Allergie, gibt es, je nach Krankheitsbild, Möglichkeiten wie:

  • Eine allergenspezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung), wenn ein Allergietest das Allergen ermittelt hat.
  • Eine Therapie mit Medikamenten, die die allergische Reaktion des Immunsystems unterdrücken (z.B. Antihistaminika, Kortison, Ciclosporin).
  • Medizinische Shampoos (leider etwas schwieriger bei Katzen), essentielle Fettsäuren etc.

Das Ziel der Hyposensibilisierung ist, dass das Immunsystem der Katze das Allergen nicht mehr als gefährlich identifiziert. Hierfür werden in individueller Dosierung die Allergene, welche die Reaktion verursachen, in regelmäßigen Abständen unter die Haut injiziert. Da es sich um eine chronische Erkrankung handelt, erfolgt die Therapie oft lebenslänglich. Ähnlich wie beim Hund wird zur Ermittlung der auslösenden Allergene zunächst ein Allergietest (Intradermaltest oder Bluttest) durchgeführt. Das Krankheitsbild kann von Sekundärinfektionen mit Bakterien oder Hefepilzen auf der Haut und in den Ohren begleitet werden, welche zusätzlich behandelt werden müssen.

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Welche Therapien gibt es für allergische Hunde?

Zu den Therapieoptionen bei allergischen Hunden sagt Dr. Ursula Mayer:

„Die Allergietherapie ist in der Regel eine Kombinationstherapie aus Vermeidung, Desensibilisierung und symptomatischer Therapie, d.h. Medikamente, die den Juckreiz lindern. Die Vermeidung dient in erster Linie dazu, die Belastung zu senken und dadurch auch die Medikamentendosierung. Vermeidung alleine wird aber nicht ausreichen.

Zur Behandlung durch den Tierarzt gehören, neben Kortison, z.B. Antihistaminika, die weniger Nebenwirkungen haben, aber auch nicht so wirkungsvoll sind.

Dann gibt es auch noch die Möglichkeit einer Hyposensilbilisierung. Das bedeutet, dass man versucht, den Hund gegen das auslösende Allergen zu sensibilisieren. Hierfür müssen die auslösenden Allergene natürlich bekannt sein. Diese können mittels Allergietest (über Blut oder als Intrakutantest – dem von Tierdermatologen bevorzugten Test) ermittelt werden, insofern andere Ursachen als eine Umweltallergie vorher ausgeschlossen wurden. Wird dies versäumt kommt es zu falsch positiven Ergebnissen. So zeigen zum Beispiel Hunde mit Fuchsräude (Sarcoptes) zu 60% falsch positive Titer auf Hausstaubmilbenallergie durch Kreuzreaktivität.

Bei der Desensibilisierung wird dem Tier in gewissen Abständen kleinste Mengen des Allergens unter die Haut spritzt und diese Dosis bis zu einer bestimmten Höchstmenge steigert. Ist diese Höchstmenge erreicht, wird sie beibehalten, aber in größeren Zeitabständen injiziert. Am besten wirkt die Desensibilisierung wenn die gespritzte Menge und die Abstände zwischen den Spritzen individualisiert wird – das bedeutet auf die Menge die das individuelle Tier brauch angepasst. Diese Behandlung wird von Hunden sehr gut vertragen, muss allerdings über mehrere Jahre oft lebenslang durchgeführt werden.

Dabei ist die Erfahrung des Tierarztes mit allergischen Erkrankungen und dieser Therapieform sehr wichtig, aber auch die Mitarbeit des Hundehalters. Nach ca. drei bis sechs Monaten hat man den Hund aber in der Regel so weit eingestellt, dass man mit der richtigen Mischung von Maßnahmen das Problem gut im Griff hat. Man muss für jedes Tier die Kombination finden, die das bestmögliche Ergebnis bei geringstmöglichen Nebenwirkungen erzielt finden.“

Allergie beim Hund: Wie sieht eine gute Behandlung aus?

Zur Therapie der atopischen Dermatitis beim Hund gibt es neue Therapien, wie Dr. Kerstin Wildermuth im Video erklärt:

Welche Therapien gibt es für allergische Pferde?

Die Therapie allergischer Pferde richtet sich nach dem auslösenden Allergen. Möglich sind z. B. Pollen, Schimmelpilzsporen, Staub, Insektenstiche und seltener, Futtermittel.

Bei der durch Allergene aus der Luft ausgelösten Allergie (atopische Dermatitis) beim Pferd kann ähnlich wie bei Hund und Katze eine allergenspezifische Immuntherapie durchgeführt werden. Dieser geht ein Allergietest (Haut- oder Bluttest) voraus. Bei einem Hauttest werden mögliche auslösende Allergene am Hals des Pferdes injiziert und eine Reaktion von Quaddelbildung und Rötung beobachtet. Die ermittelten Allergene werden dann in regelmäßigen Abständen in Form der Immuntherapie (Hyposensibilisierung) unter die Haut gespritzt. Damit wird erreicht, dass das Immunsystem die auslösenden Allergene langfristig toleriert anstatt überempfindlich zu reagieren. Die symptomatische Therapie stützt sich beim Pferd ebenfalls auf die Behandlung mit entzündungshemmenden und Juckreiz lindernden Medikamenten, wie z. Bsp. medizinische Shampoos, Kortison und Antihistaminika. Die Beratung beim Tierarzt hilft bei der Entscheidung, welche Maßnahmen, bzw. Medikamente sinnvoll sind, um die Symptome der Allergie beim Pferd zu lindern und langfristig zu kontrollieren.

Wiki Allergie beim Pferd

Wie sieht die Therapie bei Pferden mit Insektenallergie aus?

Dazu sagt Prof. Ralf S. Mueller:

„Für Pferde mit Insektenallergien setzt man Repellents ein, d.h. Vergrämungsmittel, wie es sie auch für Menschen gibt. Zusätzlich gibt es für Pferde die sogenannten Ekzemerdecken, das sind Ganzkörperdecken, die auch den Kopf und den Bauch bedecken. Auch mit Pyrethroiden imprägnierte Ekzemerdecken stehen zum Schutz der Pferde vor Insekten zur Verfügung. Pyrethroide sind synthetische Insektizide, die die Insekten abwehren. Handelt es sich bei Pferd um eine Allergie gegen Kriebelmücken kann auch eine Haltungsänderung Linderung schaffen.

Auch einen Pferdestall kann man kriebelmückenfest machen. Die normalen Insektengitter für die Fenster sind hierfür aber nicht geeignet, denn Kriebelmücken sind sehr klein und kommen durch Fliegengitter problemlos hindurch. Es gibt jedoch spezielle Kriebelmückennetze mit deutlich kleineren Löchern. Zusätzlich sollte man darauf achten, dass die Stalltüren stets verschlossen bleiben.

Sehr hilfreich bei der Vertreibung von Kriebelmücken aus Pferdeställen sind Ventilatoren. Wie gesagt mögen Kriebelmücken Wind überhaupt nicht und wenn man durch einen Ventilator im Stalltor für einen ständigen Luftzug aus dem Stall heraus sorgt, können Kriebelmücken selbst bei offener Stalltüre nicht hineinfliegen.“

Insektenallergie beim Pferd: Was hilft gegen Kriebelmücken, Bremsen und Co.?

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