Heuschnupfen

Der Heuschnupfen ist eine Erkrankung, von der viele Menschen betroffen sind. Zusammen mit Asthma und Neurodermitis gehört der Heuschnupfen zum sogenannten „atopischen Trias“. Das heißt, es handelt sich um eine Allergie. Was genau ist Heuschnupfen und was weiß man über die Ursachen? Wie zeigen sich die Symptome? Wie wird die Diagnose gestellt und welche Therapien gibt es?

 

Was versteht man unter Heuschnupfen?

Der Heuschnupfen ist eine allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhäute und wird deshalb auch „allergische Rhinitis“ (AR) „Pollenallergie“ oder „allergischer Schnupfen“ genannt. In früheren Zeiten sprach man vom „Heufieber“. Beim Heuschnupfen handelt es sich um eine inhalative Allergie vom Soforttyp, auch Typ I-Soforttypallergie genannt.

Auch wenn der Heuschnupfen eine allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhäute ist, werden oft auch die Augen in Mitleidenschaft gezogen. Kommt es zusätzlich zur Pollenallergie zu einer allergisch bedingten Bindehautentzündung, spricht man von einer allergischen Rhinokonjunktivitis.

Wiki Heuschnupfen (Pollenbedingte allergische Rhinitis)

Der Heuschnupfen ist eine Form der allergischen Rhinitis. Was das ist, erklärt Dr. Maud-Bettina Hilka im Video:

Welche Ursachen hat Heuschnupfen?

Auslöser von Heuschnupfen ist eine Allergie gegen Blütenpollen. Diese Art der Allergie wurde früher als „saisonal“ bezeichnet, da sie nur in der Pollenflugsaison auftritt, heute spricht man von einer intermittierenden allergischen Rhinitis, im Sinne von „zeitweilig aussetzend“. Genau genommen bezeichnet der Begriff „Heuschnupfen“ einen allergischen Schnupfen durch Gräserblütenpollen, da er vor allem während der Heuernte auftritt. Der Begriff „Heuschnupfen“ wird aber analog für die allergische Rhinitis verwendet, die durch Blütenpollen aller Pflanzen, zum Beispiel der Bäume, hervorgerufen wird. In Abhängigkeit vom Sensibilisierungsgrad der betroffenen Person und von der Pollenflugphase, je nachdem, welche Pflanzen gerade blühen, treten in den entsprechenden Blütezeiten Heuschnupfensymptome auf.

Eine allergische Rhinitis kann aber auch durch andere Allergene verursacht sein, zum Beispiel durch Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Tierepithelien oder andere Allergene, mit denen man zu Hause oder berufsbedingt in Kontakt gerät. Bei der allergischen Rhinitis, die durch ganzjährig vorkommende Allergene verursacht wird, zum Beispiel Hausstaubmilben, spricht man von einer persistierenden allergischen Rhinitis, im Gegensatz zur intermittierenden allergischen Rhinitis bei Pollenallergie. Beim Heuschnupfen spricht man deshalb auch von einer pollenbedingte allergische Rhinitis.

Wiki Heuschnupfen

Zu der Frage, warum es überhaupt zu einer Pollenallergie kommt, gibt es Theorien:

„Die Hygiene-Hypothese geht davon aus, dass das menschliche Immunsystem in zivilisierten Ländern nicht mehr genug „gefordert“ wird. Die zunehmend sauberen und keimfreien Lebensbedingungen bieten insbesondere dem kindlichen Immunsystem, das noch in der Entwicklung ist, nicht mehr genug Anreiz durch Bakterien, Viren oder Parasiten. Deshalb kommt es immer häufiger vor, dass das Immunsystem in Ermangelung tatsächlicher Feinde eine allergische Reaktion auf eigentlich harmlose Substanzen wie Blütenpollen, Hausstaub, Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln etc. entwickelt. Belegt wird die Hygiene-Hypothese u. a. durch die Bauernhof-Kinder-Studien. Hier konnte nachgewiesen werden, dass die Anzahl von Bakterien und Pilzen im Staub von Bauernhöfen höher ist, als in städtischen Regionen. Gleichzeitig ist das Risiko an Asthma zu erkranken für Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, wesentlich geringer als für Stadtkinder.“

Prof. Dr. Erika von Mutius, Wiki Hygiene-Hypothese

Durch welche Pollen kann es zu Heuschnupfen kommen?

Heuschnupfen durch Frühblüher

Häufig starten die Frühblüher Hasel (Corylus avellana) und Erle (Alnus) die Pollenflugsaison – und das meist im Februar. Ist der Winter jedoch mild oder bleibt er gar aus, kann die Pollenflugsaison auch schon früher beginnen. Da Hasel und Erle zu den allergenen Pollenarten gehören, können für Pollenallergiker, die auf diese Frühblüher reagieren, in dieser Zeit bereits die Heuschnupfen-Symptome beginnen. Auch die Birke, die allerdings etwas später zur Blüte gelangt, gehört zu den Frühblühern.

„Die ersten allergischen Symptome beginnen. Das heißt, Niesreiz mit Blockierung der Nasenatmung, die Nase läuft und Augenjucken treten auf. Bei manchen Allergikern kann es bereits zu asthmatoiden Beschwerden kommen.“

Dr. Patrick Gillessen, Hasel blüht im Winter: Ein Problem für Pollenallergiker?

Heuschnupfen durch Haselpollen

Haselbäume (Corylus avellana) blühen schon sehr früh im Jahr, sie gehören zu den sogenannten Frühblühern. Darauf sollten sich Pollenallergiker, die auf Haselpollenallergene reagieren, einstellen. In warmen Regionen kann der Pollenfug der Hasel bereits im Januar beginnen, in kälteren Regionen startet die Saison etwas später. Die höchste Belastung mit Haselpollen findet man um den Monat März herum.

Allergische Reaktionen auf Hasel-Pollen sind häufig, vor allem weil Sie mit Allergien gegen andere früh blühende Bäume assoziiert sind, den sogenannten Bet v 1 Homologen. Vor allem die Birke ist hier zu nennen, deren Hauptallergen (Bet v 1) kreuzreaktiv auf das der Hasel und Erle ist.

Aber auch beim Verzehr gewisser Nahrungsmittel kann man aufgrund der Kreuzreaktivität Allergiesymptome bekommen, wenn man allergisch auf Hasel reagiert.

Haselpollen-Allergie? Was sollten Haselpollen-Allergiker beachten?

Pollenalarm: Pollenallergiker leiden unter Frühblühern Hasel und Erle

Heuschnupfen durch Erlenpollen

Erlen (Alnus) gehören ebenfalls zu den ersten Bäumen, deren Blütenkätzchen den Frühling ankündigen. Hat man eine Erlenpollenallergie, lassen die ersten Heuschnupfensymptome oft nicht lange auf sich warten.

Bei der Erlenpollenallergie handelt es sich ebenfalls um eine inhalative Typ I-Soforttypallergie auf Erlenpollen. Dabei geht es um die folgenden Erlenarten: Schwarzerle (Alnus glutinosa), Grauerle (Alnus incana) sowie Grüne Erle (Alnus viridis). Die Allergenbezeichnung des Erlenallergens lautet Aln g 1. Erlen gehören botanisch zu den Birkengewächsen oder Betulaceae. Die am häufigsten vorkommende Schwarzerle blüht schon sehr früh im Jahr. In sehr milden Wintern kann es schon im Dezember zu nennenswertem Pollenflug kommen. Die Hauptblütezeit ist Februar bis April.

Eine Besonderheit ist die Purpurerle (Alnus spaethii). Sie ist eine Kreuzung aus japanischer und kaukasischer Erle. Sie erfreut sich aufgrund der schönen Blätter und des schnellen Wachstums großer Beliebtheit in Städten. Im Vergleich zur einheimischen Erle gilt sie als besonders witterungsresistent. Wissenschaftler vermuten, dass sie aus diesem Grund auch schon Ende Dezember zu blühen beginnt - rund zwei Monate vor der ansässigen Erle. Die Purpurerle sorgt schon im Winter für eine hohe Pollenbelastung und somit für Allergiesymptome bei Allergikern.

Allergie gegen Erlen-Pollen – eine typische Frühblüherallergie!

Die Purpurerle - Pollenfabrikant schon im Winter

Heuschnupfen durch Birkenpollen

Die Birkenpollen-Allergie ist unter den Pollenallergien die relevanteste Allergie. Unter ihr leiden die meisten von Heuschnupfen Betroffenen. Birken (Betula) produzieren große Pollenmengen, die über 300 km weit fliegen können. Zudem gehören die Pollen der Birke zu den starken Allergenen, d.h. es kommt zu sehr heftigen Allergie-Symptomen.

In Deutschland ist die Birke sehr stark verbreitet. Birken werden zum einen häufig bewusst angepflanzt, weil sie sehr schnell wachsen. Zum anderen verbreiten sich Birken auch leicht und schnell von selbst.

Birkenpollenallergie

Heuschnupfen durch Buchenpollen

Im Gegensatz zur Birke wird die Buche (Fagus) im Zusammenhang mit Pollenallergien nicht so häufig genannt. Dennoch gibt es Buchenpollen-Allergiker. Eine isolierte Allergie auf Buchenpollen ist allerdings keine häufige Erkrankung. Häufiger ist hingegen eine allergische Reaktion von Birkenpollen-Allergikern auf das Allergen der Buche. Man spricht dann von einer Kreuzreaktion. In der Regel reagieren Buchenpollen-Allergiker auf die Hainbuche mit den typischen Heuschnupfen Symptomen, da die Hainbuche ein Birkengewächs ist.

„Vielen ist dies nicht bewusst und so wundern sich Birkenpollen-Allergiker manchmal, dass sie immer noch Beschwerden haben, obwohl die Birken bereits abgeblüht sind. Tatsächlich reagieren sie dann auf die Pollen der Buche.“

Dr. Maud-Bettina Hilka, Allergie auf Buchenpollen: Isoliert oder als Kreuzreaktion?

Heuschnupfen durch Platanenpollen

Platanen (Platanus) sind in unseren Breiten sehr beliebt, gerade in Städten werden sie gerne angepflanzt. Wie bei vielen anderen Pflanzen auch, können die Pollen der Platanen allergische Reaktionen, wie Heuschnupfen bzw. allergische Rhinitis, allergisches Asthma und allergische Konjunktivitis auslösen. Die Platanenpollenallergie gehört bei uns allerdings zu den seltenen Pollenallergien.

„Wir haben an unserem Zentrum über 5000 Pollenallergiker mit Platanenpollen getestet und bei lediglich 5 Prozent eine Sensibilisierung gefunden. Dabei handelte es sich in vielen Fällen aber um Kreuzreaktionen über Pollen-Panallergene (z.B. Profilin), wie wir aufgrund unserer Untersuchungen annehmen, sind nicht um eine echte Platanenpollenallergien“

Univ. Doz. Dr. Wolfgang Hemmer, Allergie auf Platanenpollen? Könnten Kreuzallergien die Ursache sein?

Heuschnupfen durch Gräserpollen

Gräserpollen, insbesondere die Pollen von Süßgräsern, gehören zu den häufigsten Pollenallergien. Süßgräser (Gramineae) findet man in Deutschland, Mittel- und Nordeuropa, sowie in Nordamerika:
Zu den Süßgräsern zählen:

  • Ruchgras
  • Knäuelgras
  • Lolchgras
  • Wiesenlieschgras
  • Wiesenrispengras
  • Getreide

Am häufigsten lösen die Pollen des Roggens Allergien aus. Starke und allergene Pollenproduzenten sind auch der Glatthafer, der bis zu 3,7 Mio. Pollen pro Pflanze erzeugen kann, das Hundszahngras und das Straußgras. Aber auch Mais (Zea mays) ist sehr allergen. Gerstenpollen dagegen spielen in Deutschland als Allergene kaum eine Rolle, sind aber in den Mittelmeerländern von allergener Relevanz. Hochwachsende Gräser der Futterwiesen, wie das Wiesenlieschgras (Phleum pratense), das Gemeine Knäuelgras (Dactylis glomerata), der Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und das Englische und Italienische Raygras (Lolium perenne und L. multiflorum) können starke allergische Beschwerden auslösen. Weniger allergene Gräser sind: das Schilf (Phragmites australis), verschiedene Hafergräser (Avena sp.) oder das Hundszahngras (Cynodon dactylon). Ebenso Seggen (Carex), Binsen (Juncus), Zypergras (Cyperus) oder Wollgras (Eriophorum), die den echten Süßgräsern ähnlich sehen, aber zu einer anderen Pflanzenfamilie gehören und kaum ein nennenswertes allergenes Potenz haben. Patienten mit einer Gräserpollen Allergie zeigen eine hohe Kreuzreaktivität zu Pollenextrakten fast aller Gräserarten.

Wiki Gräserpollenallergie

Allergie auf Beifußpollen

Die Beifußpollen stellen in Deutschland das häufigste Kräuterpollenallergen dar. Häufig gibt es eine Kreuzallergie zu Ambrosia. Hierbei spricht man auch von einem Beifuß-Ambrosia-Komplex, d.h. dass Beifußallergiker sowohl auf Beifuß als auch auf Ambrosia reagieren. Es kommt somit sehr häufig zu einer Ko-Sensibilisierung. Seltener ist die Sensibilisierung auf nur ein Allergen, also nur Beifuß oder nur Ambrosia.

Beifuß blüht von Juli bis September, es kommt zu einem Spätsommerheuschnupfen. Die Blühperiode ist jedoch auch immer von den klimatischen Gegebenheiten abhängig, so dass der Beifuß auch schon im Mai Pollen abgeben kann, bis zum ersten Frost hin.

Die Symptome entsprechen den typischen, allergischen Beschwerden – d.h. laufende oder verstopfte Nase, Niesreiz, gereizte Augen begleitet von einem Brennen, Jucken und Tränen, was auch zu einer konjunktivalen Schwellung führen kann. Die oberen Atemwege können ebenfalls mitbetroffen sein. Außerdem kann es zu Kreuzallergien mit bestimmten Nahrungsmittelallergenen kommen.

Beifuß-Allergie: Symptome, Diagnose, Therapie

Heuschnupfen durch Ambrosiapollen

Die Ambrosia, auch beifußblättriges Traubenkraut oder Ragweed genannt, kommt ursprünglich aus den USA. Mittlerweile ist die Pflanze jedoch auch in Europa heimisch geworden. Am stärksten betroffen sind Länder wie Frankreich, Italien, Österreich, Ungarn und Slowenien. Auch in Deutschland ist die von Ambrosia ausgehende Gefahr nicht zu unterschätzen, denn man verzeichnet steigende Zahlen. Die robuste Pflanze verbreitet sich zunehmend und kann zu einer Pollenallergie führen. Dabei ist die Ambrosia artemisiifolia die häufigste Art. Ambrosia artemisiifolia birgt eine große allergologische Potenz. Die Ambrosia blüht im August bis September, aber auch vorher und nachher können Betroffene Symptome zeigen. Auch bei der Allergie auf Ambrosiapollen handelt es sich um eine Soforttyp-Allergie, d.h., die Beschwerden treten schon kurze Zeit nach dem Kontakt mit den Ambrosiapollen auf. Ambrosia Allergiker sensibilisieren sich über die Atemwege. Dabei kann es auch durch weit entfernt wachsende Pflanzen zu einer Sensibilisierung kommen, denn im Vergleich zu anderen Pollenarten sind Ambrosiapollen sehr klein und werden so durch den Wind über weite Strecken transportiert.

Aufgrund der Erfahrungen anderer Länder mit Ambrosia ist bekannt, dass es bis zu 15 Jahre dauern kann, bis eine Ambrosia-Pollenbelastung zu einer messbaren Sensibilisierung in der betroffenen Bevölkerung führt. Zwischen einer Sensibilisierung und dem Auftreten von klinischen Beschwerden können dann wieder bis zu fünf Jahre vergehen. Es steht zu befürchten, dass es in einigen Jahren zu einer massiven Allergiewelle durch Ambrosia kommen könnte. „Allergologen sprechen sich deshalb dafür aus, nicht länger tatenlos zuzusehen und die Ausbreitung von Ambrosia konsequent zu stoppen.“ Prof. Dr. med. habil. Regina Treudler, Leitende Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum Leipzig.

Ambrosia-Allergie

Allergie auf Ambrosia – Ragweed Allergie

Ambrosia blüht auch im Oktober und verursacht Heuschnupfensymptome

Wie zeigen sich bei Heuschnupfen die Symptome?

Heuschnupfen äußert sich in der Regel durch folgende Symptome:

  • juckende Nase
  • verstopfte Nase
  • verstärkte Nasensekretion
  • Niesanfälle
  • tränende, juckende, gerötete Augen
  • Mattigkeit, Schlafstörungen, Leistungseinschränkungen

Es müssen nicht alle Symptome vorhanden sein, außerdem können sie in ihrer Ausprägung variieren.

Wiki Heuschnupfen

Pollenalarm: Pollenallergiker leiden unter Frühblühern Hasel und Erle

Hasel blüht im Winter: Ein Problem für Pollenallergiker?

Wie unterscheiden sich die Symptome bei Heuschnupfen von einer Erkältung?

Der Juckreiz macht den Unterschied. Leiden die Patienten unter einem Schnupfen, ohne dass die Nase juckt, handelt es sich um eine normale Erkältung. Kommt der Juckreiz an Nase oder Augen hinzu, ist eine Pollenallergie die Ursache.

Nase läuft, Augen tränen! Schnupfen oder Heuschnupfen?

Was bedeutet ein Mastjahr bei Heuschnupfen?

Eine besondere Problematik für Heuschnupfenpatienten sind die sogenannten „Mastjahre“, da sie die Symptomatik massiv beeinflussen können. Das Mastjahr ist ein Jahr mit einer maximalen Samenproduktion bei Baumarten mit unregelmäßiger Fruchtbildung. Der Begriff stammt aus der Schweinemast, denn eine gute Samenproduktion, zum Beispiel von Eicheln, bedeutete auch reichlich Futter für die Schweine. In dieser intensiven Pollenzeit haben Pollenallergiker durch die erhöhte Allergenbelastung besonders zu kämpfen. Manche Allergiker leiden zusätzlich an Kreuzreaktionen auf verwandte Allergene.

„Die meisten Waldbäume zeigen ein Mastverhalten. Hierbei weisen die verschiedenen Arten innerartlich eine gewisse Synchronität auf, diese kann regional bis überregional beobachtet werden. Mastjahre treten nicht streng regelmäßig auf, jedoch in einer gewissen artspezifischen Periodizität. So gibt es in unseren Lagen Vollmasten bei Eichen in Abständen von 6 bis 12 Jahren, bei Fichte, Tanne und Buche in Abständen von 5 bis 6 Jahren und bei Ulme, Ahorngewächse, Esche und Linde in Abständen wiederum von 3 bis 4 Jahren. Weide, Pappel, Birke und Erle hingegen blühen fast jährlich. Für die Bäume selbst stellen Mastjahre eine große Anstrengung dar, in diesen Jahren wachsen die Bäume weniger gut als sonst und sind unter Umständen anfälliger für Schädlinge, Trockenheit und andere negative Einflüsse“

Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Mastjahr: Was bedeutet das für Pollenallergiker?

Was ist eine Kreuzallergie oder eine Kreuzreaktion?

Eine Kreuzallergie der Kreuzreaktion entsteht durch Reaktionen des Immunsystems auf Allergene mit ähnlicher Struktur, aber verschiedener Herkunft. Hierbei löst zunächst der Kontakt mit einem Allergen A, z.B. Birkenpollen, eine Sensibilisierung aus. Die dabei gebildeten IgE-Antikörper können dann mit Nahrungsmittelallergenen – z.B. mit Allergen B im Apfel - die dem Allergen A sehr ähnlich sind, reagieren.

Kreuzallergien oder Pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien

Kreuzallergien - was bedeutet das für Pollenallergiker?

Heuschnupfen und Nahrungsmittelallergien

Eine pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie trifft am häufigsten Menschen, die auf Frühblüher (Hasel, Erle, Birke) allergisch reagieren. So kann z.B. passieren, dass einem Birkenpollenallergiker nach dem Genuss von frischen Äpfeln die Lippen jucken oder nach dem Verzehr von Haselnüssen der Gaumen kratzt. Man spricht dann von einem oralen Allergiesyndrom. Kreuzallergien bei Kräuterpollenallergiker sind seltener als bei einer Allergie gegen Frühblüher, können jedoch sehr viel heftigere Reaktionen auslösen. Gräserpollenallergiker reagieren hierzulande nur sehr selten auf pollenassozierte Nahrungsmittel.

Allergiesymptome durch Nahrungsmittel? Kreuzallergie auf Frühblüher?

Bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind immunologische Kreuzreaktionen die häufigsten Ursachen für Nahrungsmittelallergien - in der entsprechenden Leitlinie geht man davon aus, dass bei bis zu 60 Prozent der IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien eine Sensibilisierung auf Atemwegsallergene zugrunde liegt. Reine Nahrungsmittelallergien kommen eher im frühen Kindesalter vor.

Allergie auf Haselnüsse: Formen, Symptome, Diagnose und Therapie!

Wenn das Kind Heuschnupfen hat…

Gerade bei Kindern ist eine frühe Therapie des Heuschnupfens sinnvoll, um Folgeerkrankungen zu verhindern.

„In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass man gerade bei den Pollenallergien mit einer frühzeitigen Behandlung den Etagenwechsel zum Allergischen Asthma verhindern kann. Hier sollte man nicht erst warten, bis es zum Asthma gekommen ist. Zurzeit können wir zwar noch nicht endgültig sagen, ob die Behandlung für alle Präparate bzw. Allergene wirksam ist. Man kann jedoch sagen, dass die Hyposensibilisierung beim Heuschnupfen eine sekundäre Prävention von Asthma bewirkt.“

Prof. Dr. med. Albrecht Bufe, Volkskrankheit Allergie: Wie werden allergische Kinder behandelt?

Dabei gilt die Spezifische Immuntherapie die einzig ursächliche Therapieoption:

„Immer dann, wenn wir bei einem Patienten die Beschwerden ganz klar einem Allergen, meistens sind das Eiweiße, bzw. einer Allergie auslösenden Substanz zuordnen können, kann eine allergenspezifische Immuntherapie in Erwägung gezogen werden. Das gilt zum Beispiel immer dann, wenn man ganz eindeutig sagen kann: Das Kind hat während der Birkenpollen-Saison oder während der Gräserpollensaison Beschwerden.“

Dr. Michael Gerstlauer, ASIT beim Kind: Wann ist sie sinnvoll?

Begleiterkrankungen bei Heuschnupfen

Menschen, die unter einer allergischen Rhinitis leiden, neigen dazu, weitere allergisch bedingte Erkrankungen zu entwickeln, die durch dieselben oder andere Allergene ausgelöst werden können. Dazu gehören Augenentzündungen (Konjunktivitis) oder Asthma, Nahrungsmittelallergien, atopische Dermatitis (Neurodermitis) oder Hautausschläge (Ekzeme). Auch zu weiteren Pollenallergien kann es kommen. Auf dem Boden einer allergischen Rhinitis kann sich darüber hinaus eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Sinusitis) entwickeln, die auch mit Polypenbildung (chronisch-polypöse Sinusitis) einhergehen kann.

Heuschnupfen (Pollenbedingte allergische Rhinitis)

Kann Heuschnupfen chronisch werden?

Man geht allgemein davon aus, dass eine akute Entzündung, die nach sechs Wochen nicht behoben ist, zu einer Chronizität führt, d.h. chronisch wird. Auch bei der Allergischen Rhinopathie (allergische Rhinitis) kann es zu chronischen Entzündungen kommen. Eine weitere Ursache für eine chronische allergische Rhinitis bzw. eine chronische allergische Rhinosinusitis kann die nicht fachgerechte Behandlung von Bakterien, die sich im Naseninnenraum angesiedelt haben, sein. Auch anatomische Engstellen können eine Chronifizierung begünstigen.

Bei einer eitrigen Sinusitis, die nach einer Woche persistiert, d.h. wenn nach einer Woche noch immer eitriges Sekret aus der Nase läuft, muss man bestimmte Maßnahmen ergreifen. Wichtig ist, dass man für das Abschwellen der Nase sorgt, Spülungen durchführt, eventuell topische Steroide (lokal eingesetzte Steroide) anwendet und ggf. auch Antibiotika, insbesondere bei akut eintretenden Schmerzen.

Bei einer chronischen Rhinitis oder chronischen Rhinosinusits die von ganzjährig wirkenden Allergenen hervorgerufen wurde, sind die Voraussetzungen zum Abheilen der Entzündung schlechter, als bei Erkrankungen, die von Allergenen ausgelöst wurden, die bei der Nase nur kurzzeitig Entzündungen auslösen. Das heißt, die von Hausstaubmilben, Schimmelpilzen oder Tierhaaren ausgelösten Chronifizierungen sind schwerer zu behandeln, als eine von einer rein saisonalen Allergie (z.B. bei einer Pollenallergie auf Frühblüher, Gräser und Roggen) ausgelöste Chronifizierung.

Wenn Allergien chronisch werden: Chronische Rhinitis und Rhinosinusitis

Wann kommt es bei Heuschnupfen zum Etagenwechsel?

Der sogenannte Etagenwechsel ist für Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, eine reale Gefahr. Das Risiko besteht darin, dass die Allergie auf die unteren Atemwege übergreift und damit die Etage wechselt. Zusätzlich zu den bereits bestehenden entzündlichen Prozessen in den oberen Atemwegen kommt es dann zu Gewebeschädigungen in den tiefer gelegenen Bronchien. Für die Betroffenen bedeutet dies zunehmende Beschwerden und damit einen weiteren Verlust an Lebensqualität.

Die Gründe für einen Etagenwechsel sind vielfältig. Oft wird Heuschnupfen von den Patienten nicht ernst genommen. Sie behandeln die Symptome dann oft mit Antihistaminika aus der Apotheke und auch Ärzte sehen diese Beschwerden oft als Bagatelle. Die Gefahr der Nichtbehandlung des Heuschnupfens wird unterschätzt, denn es besteht ja nicht nur das Risiko eines Etagenwechsels, auch das Allergenspektrum kann sich verbreitern.

Wenn man verhindern möchte, dass es zu einem Etagenwechsel kommt, hat man nach aktueller Datenlage nur die Hyposensibilisierungstherapie, die SIT oder spezifische Immuntherapie. Hier wird dem Patienten das krank machende Allergen in steigender Dosis zugeführt. Dies kann in verschiedenen Varianten erfolgen, entweder subkutan, d.h. unter die Haut, oder sublingual, d.h. unter der Zunge, sublingual ist die neuere Variante. Es gibt Hinweise dafür, dass diese Therapie in der Lage ist, den Etagenwechsel zu verhindern.

Etagenwechsel vom Heuschnupfen zum Pollenasthma: Wie lässt sich das verhindern?

Wie wird die Diagnose Heuschnupfen gestellt?

Die Diagnosestellung eines Heuschnupfens erfolgt über einen Hauttest (Pricktest) auf der Unterarm-Innenseite. Dabei werden im Verdacht stehende Allergene in Lösung auf die angeritzte Haut aufgetragen. Nach 15 Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden. Eine positive, d. h. allergische Reaktion besteht, wenn eine juckende Hautschwellung (Quaddel) entstanden ist.

Beim wesentlich sensibleren Intrakutantest (ICT) wird das Test-Allergen auf dem Rücken in die Haut injiziert, die Testregion wird bis zu mehrere Tage lang hinsichtlich einer möglichen Reaktion beobachtet. Für die Pollenallergie spielt der Intrakutantest allerdings eine untergeordnete Rolle.

Bei uneindeutigen Ergebnissen oder wenn ein Pricktest aus bestimmten Gründen nicht durchgeführt werden kann, stehen Bluttests zum Nachweis von speziell gegen ein bestimmtes Allergen gerichtete Antikörper im Blut (spezifische AK, spezifisches IgE) zur Verfügung.

Da es nicht selten der Fall ist, dass die oben beschriebenen Untersuchungsergebnisse nicht eindeutig sind oder sich widersprechen, müssen dann sogenannte Provokationstests erfolgen, durch die der Allergieverdacht unter kontrollierten Bedingungen überprüft werden kann. Testorgane sind die Augen (konjunktivaler Provokationstest bei allergischer Konjunktivitis), die Nase (nasaler Provokationstest bei allergischer Rhinitis) oder die Bronchien (bronchialer Provokationstest bei allergischem Asthma). Nach Auftragen bzw. Inhalation der Testallergen-Lösung wird im positiven Fall eine allergische Reaktion hervorgerufen, was beweisend für eine Allergie gegen das getestete Allergen ist. Der bronchiale Provokationstest wird wegen möglicher heftiger Asthmaanfälle bzw. einer anaphylaktischen Reaktion nur in seltenen Fällen durchgeführt.

Heuschnupfen: Wie erfolgt die Diagnose? Welcher Allergietest sagt was?

Heuschnupfen: Wann reicht Selbstmedikation, wann muss man zum Arzt gehen?

Die molekulare Allergiediagnostik bei Heuschnupfen

„Mit der molekularen Allergiediagnostik ist es möglich, Sensibilisierungen differenzierter zu bestimmen als mit der traditionellen Allergiediagnostik. Davon können Allergiker insbesondere dann profitieren, wenn die klassischen Methoden der Allergiediagnostik an ihre Grenzen stoßen. Einen Vorteil bietet die molekulare Allergiediagnostik auch dann, wenn es darum geht, die allergenspezifische Immuntherapie passgenau für den Patienten auszuwählen.“

Dr. Petra Zieglmayer, Molekulare Allergiediagnostik: Wer braucht die differenziertere Diagnostik?

Welche Therapien helfen bei Heuschnupfen?

Die beste Therapie bei allergischer Rhinitis ist, wie bei allen Allergien, die Meidung des auslösenden Allergens. Dies ist jedoch bei flächendeckend vorkommenden Allergenen wie den Pollen nur bedingt möglich.

Bei akuten, leichten Heuschnupfen-Symptomen kann man durchaus eine Selbstmedikation durchführen. Dafür kann man sich von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt, Lungenarzt, Dermatologen, Kinderarzt oder fachkundigen Hausarzt Empfehlungen geben lassen, sich selbst kundig machen oder in einer Apotheke beraten lassen.

Heuschnupfen: Wann reicht Selbstmedikation, wann muss man zum Arzt gehen?

Zur Symptombekämpfung der allergischen Entzündung stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die lokal in Form von Augentropfen, Nasenspray oder Dosieraerosolen für die Bronchien, aufgetragen, gesprüht oder systemisch, als Tablette, eingenommen werden können.

Nasentropfen oder Nasenspray bei Heuschnupfen

„Als erstes empfehle ich den Patienten immer ein Mometasonfuroat-haltiges Nasenspray, das in der Apotheke rezeptfrei erhältlich ist. Damit bekommt man 80% der Heuschnupfenbeschwerden in den Griff. Wenn das nicht reicht, sollten antiallergische Augentropfen hinzukommen. Hier empfehle ich Präparate, die in Einzeldosen erhältlich sind und jederzeit nach Bedarf eingesetzt werden können. Dahingegen sind Präparate in Fläschchen nach dem Anbrechen nur sechs Wochen verwendbar. Hilft auch das nicht, sind gegebenenfalls Antihistaminika anzuwenden. Präparate auf Basis von Cetirizin oder Loratadin sind sehr gut untersucht und auch für Schwangere geeignet. Handelt es sich um sehr schwere Heuschnupfen-Symptome ist ein systemisches Cortison-Medikament zu erwägen. Dies ist hier aber nicht frei verkäuflich und muss vom Arzt verordnet werden.“

Norbert Mülleneisen, Nase läuft, Augen tränen! Schnupfen oder Heuschnupfen?

 

Bestimmte Patienten mit allergischem Schnupfen erhalten kortisonhaltige Nasensprays jetzt wieder auf Rezept und auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen. Zuvor hatte die Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnungs-Novelle (AMVV) dafür gesorgt, dass die sogenannten intranasalen Glucocorticoide (GK), das heißt kortisonhaltige Nasensprays, von der Rezeptpflicht befreit und somit für Patienten kostenpflichtig wurden.

Allergischer Schnupfen: Kassen müssen wieder zahlen!

Augentropfen bei Heuschnupfen

Neben einer laufenden Nase und Atemwegsproblemen leiden viele auch unter juckenden und tränenden Augen oder sogar einer allergischen Bindehautentzündung. Medikamente bieten schnelle Linderung bei akuten Heuschnupfenbeschwerden.


 

„Auch wenn es schwer fällt, sollten Betroffene die juckenden Augen nicht reiben. Dadurch verteilt sich Blütenstaub nur noch weiter in die Augen hinein. Besser ist es, die Augen vorsichtig mit einem Waschlappen sauber zu tupfen. Zusätzlich können Augentropfen helfen, die Augen zu beruhigen und feucht zu halten. Diese sollten jedoch frei von Konservierungsmitteln sein. Geschwollene Lider lassen sich durch kühle Kompressen beruhigen.“

PM DOG, Wenn Heuschnupfen „ins Auge geht“ - vorbeugen verhindert das Schlimmste

Allergische Konjunktivitis: Was bedeutet „allergische Bindehautentzündung“?

Warum Kortisontropfen bei einer allergischen Konjunktivitis nicht empfehlenswert sind, erklärt Dr. med. Verena Mandelbaum.

Viele Antihistaminika gibt es rezeptfrei – auch als Augentropfen. Betroffene sollten immer mit ihrem Arzt besprechen, welche Mittel für sie am besten geeignet sind, anstatt auf eigene Faust in die Apotheke zu gehen.

Pflegemittel, d.h. Tränenersatzmittel können auch für Allergiker durchaus hilfreich sein, denn sie spülen die Allergene und Entzündungszellen aus den Augen aus.

Antihistaminika bei Heuschnupfen

Bei akuten Beschwerden sind Wirkstoffe aus der Gruppe der Antihistaminika, die zum Teil frei verkäuflich sind, nach wenigen Minuten wirksam. Bei stärkeren Symptomen können zusätzliche Glukokortikoide, das heißt „Kortison“, verordnet werden. Eine weitere Wirkstoffgruppe sind die Cromone (Cromoglycate), die vorbeugend eingesetzt werden können. Sie sind in der Regel nur als Augentropfen oder Nasenspray erhältlich, da die meisten Präparate, als Tablette eingenommen, unwirksam sind. Da sie mindestens eine Woche angewendet werden müssen, um ihre Wirkung zu entfalten, sind sie den sofortwirksamen Antihistaminika unterlegen. Wegen kaum vorhandener Nebenwirkungen sind sie z. B. für Schwangere oder ältere Menschen durchaus geeignet.
Die medikamentöse Behandlung mit den genannten Wirkstoffen bewirkt ausschließlich eine Linderung bzw. Unterdrückung der Symptome, nicht aber eine dauerhafte Heilung.

Kortisonspritze bei Heuschnupfen

Eine nicht empfehlenswerte Therapie bei Heuschnupfen ist eine Kortisonspritze. Warum dies so ist erklärt Prof. Martin Wagenmann.

 

Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen

Die einzig ursächliche und im Idealfall dauerhafte Therapie ist die Spezifische Immuntherapie (SIT), die auch als Allergenspezifischen Immuntherapie (ASIT), Hyposensibilisierung oder „Allergie-Impfung“ bezeichnet wird. Sie kann zu einer anhaltenden Immunität und somit Toleranz der behandelten Person gegenüber dem relevanten Allergen führen. In der Regel ist die Spezifische Immuntherapie umso erfolgreicher, je kürzer die Dauer der allergischen Erkrankung bei Therapiebeginn bestand und je weniger allergische Sensibilisierungen, bestehen.

 

 

Ein wichtiges Ziel bei der Spezifischen Immuntherapie ist dabei auch die Verhinderung des sog. Etagenwechsels, d.h. der Ausbreitung der allergischen Erkrankung von den oberen (Heuschnupfen) auf die unteren Atemwege mit der Folge von Asthma.

Allergenspezifische Immuntherapie: Bei welchen Allergien hilft sie?